Unter Berücksichtigung der gültigen Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sind alle Beratungsstellen weiterhin erreichbar und organisieren eine Beratung für Sie. (Rostock 0381 / 208 70 50 , Schwerin 0385 / 591 81 10 oder Neubrandenburg 0395 / 568 34 10). Nutzen Sie auch den Weg über unsere sichere Online-Beratung.

Corona-Pandemie: Antworten auf wichtige Alltagsfragen für Verbraucher

Stand:

Die Corona-Krise ist allgegenwärtig. Immer noch gibt es viele Fragen nach Rechten und richtigem Verhalten. Wir geben hilfreiche Hinweise zur Orientierung im Verbraucheralltag.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Ausbreitung der Infektionskrankheit COVID-19 wirft bei Verbrauchern viele Fragen auf.
  • Wir beantworten häufig gestellte Fragen, erklären, welche Rechte Sie haben und nennen seriöse Ansprechpartner.
  • Wichtigster Hinweis: Bleiben Sie umsichtig und besonnen. Sie können mit Ihrem Verhalten zum verantwortungsvollen Umgang mit der Infektionskrankheit beitragen.
Eine Frau sitzt in einem Bus und  trägt eine Schutzmaske.
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Auch wenn etliche der Corona-Regeln in der Zwischenzeit wieder gelockert wurden, bitten wir Sie weiter um einen besonnenen und verantwortungsvollen Umgang miteinander. Nutzen Sie Ihre Rechte als Verbraucher:in, aber führen Sie sich auch vor Augen, dass die Corona-Krise gerade für kleine Firmen oder Kulturschaffende existenzbedrohend sein kann.

Suchen Sie nach einem bestimmten Thema auf dieser Seite? Nutzen Sie die Suchfunktion Ihres Browsers und geben die gewünschten Schlagworte dort ein. Ansonsten haben wir die Beiträge thematisch sortiert (siehe Inhaltsverzeichnis oben).

Haushalt und Familie

Kann das Coronavirus über Lebensmittel, Gegenstände oder Trinkwasser übertragen werden?

Es gibt keine nachgewiesenen Fälle, dass sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat uns dazu am 9. November 2020 mitgeteilt: "Laut unserem zuständigen Ressortforschungsinstitut – dem Bundesinstitut für Risikobewertung – sind bislang nach wie vor keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten oder Oberflächen bekannt." Landwirtschaftliche Nutztiere wie Schweine oder Hühner seien nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar. Sie können das Virus damit über diesen Weg nicht auf den Menschen übertragen. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft hatte das zum Ministerium gehörende Friedrich-Loeffler-Institut beauftragt, entsprechende Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber SARS-CoV-2 durchzuführen.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren verunreinigt worden sind, sind durch Schmierinfektionen zwar denkbar. Da die Viren in der Umwelt auf trockenen Oberflächen aber nur eine geringe Stabilität haben, ist das nur für einen relativ kurzen Zeitraum wahrscheinlich.

Demnach ist es nach derzeitigem Wissensstand auch unwahrscheinlich, dass importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände wie Geschirr oder Besteck Quelle einer Infektion mit dem Virus sein könnten.

Dennoch sollte der Umgang mit Lebensmittel und Bedarfsgegenständen mit den allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und der Einhaltung der Hygieneregeln bei der Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln erfolgen. Ein Erhitzen der Lebensmittel verringert zusätzlich das Infektionsrisiko, da die Coronaviren hitzeempfindlich sind. Generell sollten Sie die Hände aus dem Gesicht fernhalten, um die Wahrscheinlichkeit einer Virus-Übertragung zu verringern. Mehr Informationen dazu gibt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

Trinkwasser ist nach einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes ebenfalls kein Übertragungsweg. Durch das sogenannte "Multibarrieren-System" bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung sei Trinkwasser in Deutschland "sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren", geschützt. Mehr Informationen dazu beim Umweltbundesamt.

Einkaufen in Corona-Zeiten
  • Abstand halten: Vermeiden Sie möglichst das Drängeln, um sich vor einer möglichen Infektion zu schützen.
  • Laut einer Studie haben 24 Prozent der Verbraucher:innen im Lockdown der Pandemie mehr Lebensmittel als zuvor eingekauft. Stärker als vor dem Lockdown wurden in erster Linie begrenzt haltbare Lebensmittel wie Obst und Gemüse sowie Milchprodukte entsorgt.
  • Um Überschüsse an Lebensmitteln und deren Verschwendung zu verhindern, kaufen Sie möglichst bedarfsgerecht ein. Planen Sie am besten vor Beginn der Woche, welche Lebensmittel Sie in den nächsten Tagen benötigen.
Was ist von Tipps mit Hausmitteln gegen Corona aus Social Media-Gruppen und dem Internet zu halten?

Zum Teil sind leider haarsträubende "Tipps" gegen das aktuelle Coronavirus unterwegs. Was uns dabei bereits begegnet und definitiv Unsinn ist:

  • Reichlich heißes Wasser trinken? Nein. Hilft nicht. Heißes Wasser (mit mehr als 60 Grad Celsius) führt eher zu Verbrennungen in Mund und Speiseröhre, bevor es irgendeinen Virus im Magen-Darm-Trakt erreicht!
  • Aufgeschnittene Zwiebeln in der Wohnung verteilen? Nein. Zwiebeln saugen keine Bakterien und Viren aus der Luft! Zwiebeln und Knoblauch enthalten zwar Sulfide, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und sich positiv auf das Immunsystem auswirken können. Sie eignen sich jedoch am besten als regelmäßige Zutat beim Kochen.
  • Ist der Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel sinnvoll, da Gluten die Darmwände angeblich löchrig macht? Nein. Starke Behauptung, es fehlt der Beweis. Da die Darmschleimhäute mit den Schleimhäuten der oberen Atemwege in Verbindung stehen, würden diese ebenfalls geschwächt und anfälliger für Viren.
  • Morgens und abends je eine Teelöffel Kokosöl auf der Zunge zergehen lassen? Das soll "in Zeiten von Coronaviren den viruellen Belastungsdruck deckeln". Nein, hilft nicht!
  • Helfen Thymian- und Salbei-Tees - traditionelle Pflanzenarzneimittel bei Erkältung? Aussagekräftige Studien zu einer Wirkung gegen das Coronavirus bei Menschen fehlen bisher, es gibt nur Zellstudien. Unter Vorbehalt können Tees wie Salbeitee, Schwarz- und Grüntee als Hausmittel zum Gurgeln und anschließendem Trinken empfohlen werden. Möglicherweise können diese Tees die Vermehrung von SARS-CoV-2-Viren im Rachen hemmen. Als allenfalls zusätzliche Maßnahme können Sie jedoch eine Impfung, geprüfte Medikamente sowie das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln nicht ersetzen.
  • Trägt gekochter Ingwer auf leeren Magen gegessen dazu bei, die COVID-19-Erkrankung zu heilen? Nein. Dieser Behauptung hat schon Anfang 2020 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprochen.

Was derzeit wirklich hilft: Achten Sie bei Empfehlungen auf den Absender und klopfen Sie diese mit gesundem Menschenverstand ab. Die offiziell verkündeten Hygienevorschriften – wie Distanz und Abstand zueinander halten, Maske tragen und regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife, die Hände aus dem Gesicht fernhalten – sind einfache, aber wirksame Tipps, um sich gegen das Virus zu schützen.

Mehr Informationen dazu, wie Nahrungsergänzungsmittel als Schutz oder Helfer bei der Corona-Pandemie im Netz beschrieben werden, lesen Sie in diesem separaten Artikel. Generell gilt: Niemand sollte Maßnahmen aufgrund von Gerüchten ergreifen, sondern Informationen aus dem Netz anhand von seriösen Quellen überprüfen.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel gegen das Coronavirus?

Einige Anbieter erwecken den Eindruck, es gebe eine Präventionsmöglichkeit durch Nahrungsergänzungsmittel. Es gibt jedoch keine Nahrungsergänzungsmittel, die eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) verhindern können. Nahrungsergänzungsmittel dienen grundsätzlich nicht der Behandlung von Erkrankungen.

Mehr Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung der COVID-19-Erkrankung finden Sie hier in einem eigenen Beitrag.

Was müssen Mütter beim Stillen ihrer Kinder und im Umgang mit Muttermilch beachten?

Das Stillen wird weiterhin empfohlen. Es ist derzeit unklar, ob COVID-19 über die Muttermilch übertragen werden kann, aber die begrenzt verfügbaren Daten legen nahe, dass dies wahrscheinlich keine Übertragungsquelle ist. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen besonders auf Hygienemaßnahmen achten.

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) empfehlen für stillende Mütter, um eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion zu verhindern:

  • Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.
  • Befolgen Sie nach jedem Gebrauch die Empfehlungen zur Pumpenreinigung.
  • Wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten.
  • Wenn Sie im Krankenhaus Muttermilch abpumpen, sollte eine spezielle Pumpe verwendet werden.

Weitere Informationen für schwangere Frauen und ihre Familien finden Sie beim Max Rubner-Institut sowie beim Netzwerk Gesund ins Leben.

Können sich Haustiere mit dem Coronavirus anstecken?

Dies ist je nach Tierart nicht komplett auszuschließen, schreibt das Friedrich-Loeffler-Institut. Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird. Haustiere spielen nach dem jetzigen Kenntnisstand keine Rolle bei der weiteren Verbreitung des Coronavirus.

Sollten Sie erkrankt sein, können Sie im Kontakt mit Ihrem Haustier darauf achten, die Virus-Last möglichst gering zu halten. Das Institut gibt den Hinweis, gerade beim Kontakt zu Ihren Haustieren insbesondere auf Hygiene zu achten, möglichst engen Kontakt zu vermeiden, die Tiere nicht anzuhusten oder anzuniesen und sich von den Tieren nicht durchs Gesicht lecken zu lassen.

Wer am Coronavirus erkrankt und deshalb in Quarantäne ist, sollte für Hunde außerdem jemanden suchen, der nicht im selben Haushalt wohnt. Diese möglichst junge und gesunde Person kann das Gassigehen übernehmen. Am besten bringt derjenige eine eigene Hundeleine mit und wäscht sich nach dem Gassigehen die Hände. Ansteckungsgefahr geht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vom Tier, sondern vom möglicherweise kranken Besitzer aus.

 

Gesundheit und Pflege

Wie kann sich jeder vor dem Coronavirus schützen?

Bei der Corona-Vorsorge gelten ähnliche Tipps zur Vorbeugung wie bei der möglichen Ansteckung vor Grippe:

  • gründliches Händewaschen (mindestens 20 Sekunden lang) mit Seife,
  • Husten und Niesen von Anderen abgewandt in die Armbeuge
  • sowie anderthalb Meter Abstand zu anderen Menschen.

Impf- und Testmöglichkeiten sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum tragen zusätzlich zum Schutz für sich selbst und andere vor dem Coronavirus bei.

Alle weiteren Informationen, wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen können, wer sich testen lassen sollte und an wen Sie sich hierfür wenden können, erklären wir ausführlich in einem eigenen Beitrag.

Weitere Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts finden Sie hier.

Wo müssen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden?

Das kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht für Kinder ab dem Schuleintritt.

Darüber hinaus gilt weiterhin eine lokale Maskenpflicht in Innenräumen, in denen mehrere Personen zusammentreffen, unter anderem im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel sowie für Gottesdienste. Hierbei ist eine medizinische Gesichtsmaske (sogenannte OP-Maske) vorgeschrieben.

Informieren Sie sich am besten auf der Internetseite Ihres Bundeslandes oder Ihrer Gemeinde, welche Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung gelten.

Wann zahlt die Krankenkasse für FFP-Masken?

In besonderen Ausnahmefällen übernehmen Krankenkassen für hoch gefährdete Risikogruppen (wie etwa nach einer Organtransplantation und/oder bei bestehender Immunschwäche) die Kosten für die Verordnung von FFP2- oder FFP3-Masken. Dies gilt auch im Rahmen der Pflegeversicherung zum Schutz der pflegebedürftigen Person. Fragen Sie bei Ihrer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach, ob eine Kostenübernahme möglich ist.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu Masken.

Was ist mit der telefonischen Krankschreibung?

Bei leichten Atemwegserkrankungen können Sie sich bis zu sieben Kalendertage telefonisch krankschreiben lassen. Auf diese Sonderregelung hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verständigt. Sie gilt vorerst bis 31. März 2022. Durch eine eingehende telefonische Befragung müssen sich die Ärzte selbst von Ihrem Zustand überzeugen. Die telefonische Krankschreibung kann bei Bedarf einmalig für sieben  Tage verlängert werden.

Wann sollten Sie einen Corona-Test machen?

Die Coronavirus-Testverordnung sieht – neben der Testung von Personen mit Corona-typischen Symptomen – auch einen Testanspruch für asymptomatische Personen vor, beispielsweise wenn diese Kontaktpersonen einer infizierten Person waren oder vor einem Aufenthalt in einer stationären Einrichtung (Krankenhaus, Reha-Klinik etc.) stehen. Ferner besteht mindestens einmal pro Woche ein Testanspruch im Rahmen einer sogenannten Bürgertestung in einem Test-Zentrum vor Ort. Je nach Anlass der Testung wird ein PCR- oder PoC-Antigen-Test durchgeführt. Die nach der Coronavirus-Testverordnung vorgesehenen Tests sind für Verbraucher:innen kostenfrei und werden von den Leistungserbringern gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet.

Wenden sich Privatversicherte mit Symptomen an ihren Arzt und wird der Test ärztlich verordnet, so handelt es sich um einen Versicherungsfall ihrer privaten Krankenversicherung. Die Patienten erhalten eine Rechnung, die sie zur Erstattung bei ihrer Versicherung einreichen können.

Personen, die von einer Reise aus einem Risikogebiet einreisen, können vom Gesundheitsamt zu einem Test aufgefordert werden. Dann gilt für sie eine Testpflicht.

Testbeauftragung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD): Wird der Test vom Gesundheitsamt durchgeführt oder beauftragt, werden die Kosten aufgrund Rechtsverordnung vom Öffentlichen Gesundheitsdienst übernommen und aus dem Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Das Robert Koch-Institut veröffentlich regelmäßig Empfehlungen für Ärzte, nach welchen Voraussetzungen getestet werden sollte. Ob Sie die Voraussetzungen für einen Corona-Test erfüllen, entscheidet der Arzt. Um dies im Voraus zu klären, sollten Sie die Corona-Anlaufstelle kontaktieren und einen Termin vereinbaren.

Alle weiteren Informationen dazu, wer sich testen lassen sollte und welche Anlaufstellen es gibt, erläutern wir in einem eigenen ausführlichen Beitrag.

Corona-Schnelltests für Schulen und neue Quarantänebestimmungen

In den Schulen gilt eine Testpflicht. Die Teilnahme am Präsenzunterricht wird von der negativen Testung abhängig gemacht wird. Diese findet in der Regel in der Schule unter der Aufsicht der Lehrkräfte statt. An einigen Grund- und Förderschulen – insbesondere in Nordrhein-Westfalen – werden die Testungen mithilfe von PCR-Pooltests (sogenannten „Lolli-Tests“) durchgeführt, da diese eine altersgerechtere Handhabung ermöglichen. Wie der Testablauf im Einzelnen organisiert wird, entscheiden die Länder.

Noch bis vor kurzem musste bei Auftreten eines COVID-19-Falles die ganze Schulklasse für mindestens fünf Tage in Quarantäne. Nun entscheidet das örtliche Gesundheitsamt im Einzelfall, welche Mitschüler:innen als enge Kontaktpersonen gelten und ausnahmsweise in eine 14-tägige Quarantäne müssen. Zudem können sich betroffene Schüler:innen nach fünf Tagen durch einen negativen CR-Test "freitesten".

Was sollten Angehörige älterer Menschen beachten?

Das Coronavirus stellt auch den Alltag von pflegenden Angehörigen auf den Kopf und löst Sorgen aus. Wer Angehörige pflegt, sollte sich jetzt strikt an die Hygieneregeln halten und darauf achten, möglichst keine Erreger mit nach Hause zu bringen. Dazu gehört, in der Öffentlichkeit so wenig wie möglich mit den Händen anzufassen sowie sich nach Kontakt mit anderen Personen und zum Beispiel nach den Einkäufen die Hände gründlich zu waschen.

Wichtig ist es, schnell zu reagieren, wenn Sie Krankheitssymptome bemerken. Kümmern Sie sich außerdem rechtzeitig um mögliche Vertretungen. Ausführliche Tipps geben wir in diesem separaten Artikel.

Pflegestützpunkte der Bundesländer sind erste Ansprechpartner und derzeit wohl meist telefonisch und per E-Mail erreichbar. Eine Übersicht liefert eine bundesweite Datenbank mit Adressen der Pflegestützpunkte.

Einstufung in Pflegegrade: Wie funktioniert das Verfahren ohne Hausbesuche?

Teilweise finden weiterhin Schriftverkehr und Telefoninterviews statt Hausbesuchen statt: Wer einen Pflegegrad beantragt, muss sich wegen der Corona-Pandemie unter Umständen auf ein ungewöhnliches Verfahren einstellen. Ob Besuche oder Telefoninterviews: Das Verfahren dient der Einstufung von Pflegebedürftigkeit bei Betroffenen in einer Skala von 1 bis 5.

Ausführliche Informationen zum aktuellen Verfahren und wie Sie sich darauf vorbereiten finden Sie in diesem separaten Artikel.

Verfallen zeitlich gebundene Rezepte für Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie & Co.? Können diese Therapien während der Pandemie auch über Video stattfinden?

Um Patienten, Arztpraxen und Therapeuten zu entlasten, haben die gesetzlichen Krankenkassen die Regeln für die sogenannte Versorgung mit Heilmitteln weiterhin bis 31. März 2022 gelockert. Das betrifft Verordnungen für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie sowie Ernährungstherapie. Wer vom Arzt eine der genannten Heilmittelbehandlungen verordnet bekommt, kann damit innerhalb von 28 Tagen beginnen statt wie sonst innerhalb von 14 Tagen. Weiter gilt bis dahin:

  1. Bei Verordnungen muss die Behandlung nicht mehr innerhalb von 14 Tagen (beziehungsweise in einem Zeitraum von 28 Tagen bei Podologie und Ernährungstherapie) beginnen.
  2. Die Behandlungen, die bis zum 31. März 2022 durchgeführt werden, können zudem für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Zum Beispiel wenn Patienten wegen der Corona-Pandemie Termine nicht wahrnehmen können, diese aus Sicherheitsgründen nicht wahrnehmen möchten oder wenn der Therapeut nicht zur Verfügung steht.
  3. Können aus therapeutischer Sicht Behandlungen auch per Videobehandlung durchgeführt werden, ist dies unter Einhaltung des Datenschutzes und mit vorheriger Einwilligung des Patienten möglich. Das gilt für die Stimm-, Sprech- Sprachtherapie, Ergotherapie, bestimmte Arten der Physiotherapie. und Ernährungstherapie. Bei der Ernährungstherapie ist eine erneute Beratung bei bereits begonnener Behandlung in geeigneten Fällen auch als telefonische Beratung möglich.
  4. Versicherte können auch auf elektronischem Wege (z.B. per Fax oder E-Mail) gegenüber dem Therapeuten bestätigen, dass die Therapie erbracht wurde.
  5. Ärzte und Zahnärzte können Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese ausstellen. Die Verordnung kann postalisch an die Versicherten übermittelt werden.
  6. Krankenhausärzte können im Rahmen des Entlassmanagements Heilmittel bis zu 14 Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus verordnen statt nur für sieben Tage. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn das zusätzliche Aufsuchen einer Arztpraxis vermieden werden soll.
Krankentransportfahrten von COVID-19-Erkrankten

Vorerst befristet bis zum 31. März 2022 ist die Verordnung von Krankentransporten und Krankenfahrten auch nach telefonischer Anamnese möglich.

Es gilt zudem, dass Krankentransportfahrten unter bestimmten Bedingungen keine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse brauchen. Das gilt für Transporte von Versicherten, die nachweislich an Corona erkrankt sind, wenn die ambulante Behandlung  nicht aufschiebbar und zwingend notwendig ist. Gleiches gilt für Versicherte, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen.

Dürfen Apotheken Medikamente eines anderen Herstellers herausgeben, wenn die verordneten nicht vorrätig sind?

Zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung und der Reduzierung der Personenkontakte in den Apotheken sieht die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vor, dass Apotheker den Versicherten anstatt eines nicht vorrätigen verschreibungspflichtigen Arzneimittels ein anderes, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben dürfen.

Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorhanden und das eigentlich abzugebende Arzneimittel auch nicht lieferbar, darf nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt auch ein anderes lieferbares, pharmakologisch-therapeutisch vergleichbares Arzneimittel abgeben werden.

Außerdem dürfen Apotheken ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt bei der Packungsgröße, der Packungsanzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen und der Wirkstärke von der ärztlichen Verordnung abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird.

Normalerweise können Krankenkassen mit den Pharmaherstellern Rabattverträge für bestimmte Medikamente aushandeln. In der Apotheke erhalten Versicherte dann ein Medikament, für das die Krankenkasse einen Vertrag abgeschlossen hat.

Diese Regelungen gelten längstens bis zum 31. Mai 2022.

Folgeverordnung vom Arzt nach einem Telefonat

Ärzte dürfen Folgeverordnungen für Patienten wieder nach telefonischer Anamnese ausstellen und per Post an den Versicherten übersenden.

Um diese Leistungen geht es:

  • häusliche Krankenpflege: alle Folgeverordnungen
  • Heilmittel: alle Folgeverordnungen und alle Verordnungen außerhalb des Regelfalls
  • Hilfsmittel: Folgeverordnungen von Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind sowie Zubehörteile oder Ersatzbeschaffungen, mit Ausnahme für Seh- und Hörhilfen
  • Krankenbeförderung: alle Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten

Voraussetzung ist, dass bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung durch den Arzt erfolgt ist.

Hinweis: Folgeverordnungen müssen nicht in den letzten drei Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums ausgestellt werden. Folgeverordnungen können für bis zu 14 Tage rückwirkend verordnet werden, wenn aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 eine vorherige Verordnung durch die Vertragsärztin oder den Vertragsarzt zur Sicherung einer Anschlussversorgung nicht möglich war. Auch wird die Begründung der Notwendigkeit bei einer längerfristigen Folgeverordnung ausgesetzt.

Die Frist zur Vorlage von Verordnungen bei der Krankenkasse wurde von 3 Tage auf 10 Tage verlängert.

Hinweis: Arzneimittelrezepte durften Vertragsärzte auch bisher schon in Ausnahmesituationen per Post an Patienten senden. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.

Die Regelungen gelten bis 31. März 2022.

Wann und für wen sind Videosprechstunden mit dem Arzt möglich?

Um die Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus zu minimieren, können Videosprechstunden eine Alternative zum gewohnten Praxisbesuch sein.

Ärzte und Psychotherapeuten können Videosprechstunden weiterhin unbegrenzt und flexibel für alle Fälle nutzen, in denen sie es für therapeutisch sinnvoll halten. Die Regelung wurde verlängert und gilt bis zum 31. März 2022. Möglich ist das sowohl für bereits bekannte Patienten, aber auch für Neupatienten, die zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung waren. Die Möglichkeit zur Videosprechstunde können zudem auch alle Arztgruppen nutzen – ausgenommen sind nur Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen.

Seit 1. April 2020 können schmerztherapeutische Gespräche übrigens auch dauerhaft per Video erfolgen.

Nicht überall sind Videosprechstunden technisch möglich. Ärzte können ihre Patienten darum auch telefonisch betreuen, ohne dass Bilder übertragen werden.

Möglich ist die telefonische Konsultation aber nur bei Patienten, die der Arzt oder Psychotherapeut bereits kennt. Als "bekannt" gilt ein Patient, wenn er in den zurückliegenden sechs Quartalen mindestens einmal in der Praxis war.

Vorlage der Versichertenkarte: Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die elektronische Gesundheitskarte nicht eingelesen werden. In diesem Fall übernimmt die Praxis die Versichertendaten für die Abrechnung aus der Akte des Patienten.

Ärzte können Patienten nun unter bestimmten Voraussetzungen auch generell per Videosprechstunde krankschreiben. Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie wurde im Juli entsprechend angepasst und gilt unabhängig von Corona-bedingten Änderungen.

Voraussetzung für die Krankschreibung per Videosprechstunde ist, dass die oder der Versicherte in der behandelnden Arztpraxis bekannt ist, der Untersuchung per Videogespräch zugestimmt hat und dass die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist dann auf sieben Kalendertage begrenzt. Eine Folgekrankschreibung per Videosprechstunde ist nur zulässig, wenn die vorherige Krankschreibung aufgrund einer persönlichen Untersuchung ausgestellt wurde.

Gesetzlich Versicherte haben jedoch keinen Anspruch auf Krankschreibungen per Videosprechstunde. Sie sollen im Vorfeld über die eingeschränkten Möglichkeiten zur Feststellung der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Videosprechstunde aufgeklärt werden. Ausgeschlossen bleibt eine Krankschreibung per Videosprechstunde bei Versicherten, die in der betreffenden Arztpraxis bislang noch nie persönlich vorstellig geworden sind. Ebenso ausgeschlossen ist eine Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit ausschließlich auf Basis z.B. eines Online-Fragebogens, einer Chat-Befragung oder eines Telefonates.

Kann ich mich auch per Videosprechstunde krankschreiben lassen?

Sie können sich auch per Videosprechstunde krankschreiben lassen. Dies gilt sowohl, wenn Sie schon beimArzt oder der Ärztin in Behandlung sind als auch dann, wenn Sie ein neuer Patient oder eine  neue Patientin sind. Wenn Sie in der Praxis unbekannt sind, können Sie bis zu 3 Kalendertage krankgeschrieben werden. Sind Sie in der Praxis bekannt,  ist dies für bis zu 7 Kalendertage möglich.

 

Sind Videobehandlungen bei der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege, Soziotherapie und Heilmittelversorgung möglich?

Psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP), Soziotherapie und Heilmittelversorgung können per Video durchgeführt werden, wenn der Patient dem zustimmt und eine persönliche Behandlung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht erfolgen kann.

Dabei kann die Videobehandlung im Bereich der pHKP und der Soziotherapie insbesondere dann erfolgen, wenn sie der Bewältigung einer akuten Krisensituation dient oder vermieden werden soll, dass sich der Gesundheitszustand aufgrund einer Leistungsunterbrechung verschlechtert.

Ein gesonderter Hinweis auf der Verordnung ist nicht erforderlich. Die Entscheidung wird in Abstimmung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten getroffen.

Diese Regelung gibt bis zum 31. März 2022.

Vorlage einer Verordnung bei der Krankenkasse: Frist für bestimmte Leistungen auf 10 Tage erweitert

Versicherte haben statt 3 wieder 10 Arbeitstage Zeit, eine Verordnung zur Genehmigung für

  • Häusliche Krankenpflege
  • Soziotherapie
  • Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung

bei ihrer Krankenkasse vorzulegen. So lange erstattet die Krankenkasse die Kosten, auch wenn die Leistung am Ende nicht genehmigt wird. Diese Regelung gilt bis zum 31. März 2022.

Gibt es jetzt besondere Regeln bei der Entlassung aus dem Krankenhaus?

Krankenhausärzte können weiterhin im Rahmen des Entlass-Managements eine Arbeitsunfähigkeit für eine Dauer von bis zu 14 Kalendertagen statt bis zu sieben Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus bescheinigen.

Ebenso können sie für die Dauer von bis zu 14 Tagen häusliche Krankenpflege, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie sowie Hilfs- und Heilmittel verordnen, insbesondere dann, wenn das zusätzliche Aufsuchen einer Arztpraxis vermieden werden soll. Außerdem können die Verordnungsmöglichkeiten von Arzneimitteln bei der Entlassung aus dem Krankenhaus wie bisher flexibler gehandhabt werden.

Diese Regelungen gelten längstens bis zum 31. Mai 2022.

Was gilt bei häuslicher Krankenpflege?

Folgeverordnungen dürfen rückwirkend ausgestellt werden und zwar für bis zu 14 Kalendertage (bisher waren rückwirkende Verordnungen grundsätzlich nicht zulässig und Ausnahmefälle besonders zu begründen, dies gilt nur noch für Erstverordnungen).

Ausgesetzt werden Regelungen, wonach die Notwendigkeit für eine längere Dauer medizinisch begründet werden muss und die Folgeverordnung in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums auszustellen ist.

Diese Regelung gilt bis zum 31. März 2022.

Findet psychotherapeutische Versorgung weiterhin statt?

Psychisch kranke Menschen sind auch während der Corona-Pandemie weiterhin auf psychotherapeutische Versorgung angewiesen. Daher gilt: Solange weder Patient noch Psychotherapeut Symptome für die Atemwegserkrankungen haben, ist Psychotherapie auch mit persönlichem Kontakt möglich.

Voraussetzungen hierfür sind, dass

  • ausreichend Abstand eingehalten,
  • auf das Hände-Schütteln verzichtet
  • und die Husten- und Nies-Etikette beachtet werden.

Um Infektionen zu vermeiden, kann die psychotherapeutische Behandlung seit dem 1. April 2020 auch online per Videotelefonat fortgeführt werden. Während der Corona-Krise kann in besonderen Fällen auch eine Psychotherapie ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen.

Ausnahme: Akutbehandlungen sind weiterhin von der Videobehandlung ausgenommen. Hier ist der persönliche Kontakt unvermeidbar und kann weiterhin - unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte - fortgeführt werden.

Zusätzlich gilt weiterhin bis zum 31. März 2022:

  • Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen (anfängliche Sitzungen vor dem eigentlichen Beginn einer Psychotherapie) sind per Videotelefonie möglich.
  • Auch in der neuropsychologischen Therapie dürfen probatorische Sitzungen per Videotelefonie durchgeführt werden.
  • Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Es ist lediglich eine formlose Anzeige bei der Krankenkasse erforderlich.

Zur Erleichterung der sozialpsychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen kann, befristet bis 31. März 2022, auch die funktionelle Entwicklungstherapie auch per Video erfolgen.

Wie ist die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln während der Corona-Krise geregelt?

Viele Patienten sind auf medizinische Hilfsmittel wie Rollatoren, Rollstühle, Hörhilfen, Sehhilfen oder auch Körperersatzstücke (etwa Beinprothesen) angewiesen. Um trotz der Einschränkungen des öffentlichen Lebens sicherzustellen, dass sie alle erforderlichen Hilfsmittel erhalten, gelten weiterhin Sonderregelungen für Hilfsmittel und zusätzliche Leistungen (etwa Reparaturen).

  • Geringerer Kontakt bei der Versorgung: Der persönliche Kontakt bei der Übergabe eines Hilfsmittels soll auf ein Mindestmaß reduziert werden. Wo es möglich ist, sollten benötigte Hilfsmittel per Post zugestellt werden. Beratungen oder Einweisungen zum richtigen Gebrauch besser telefonisch oder online organisieren. Beratungsgespräche zur Einweisung in den Gebrauch der Hilfsmittel können aber auch per Videoanweisung oder durch digitale Medien erfolgen, sofern dies möglich ist.
  • Ärztliche Verordnung: Nicht aufschiebbare Termine für eine (Erst-)Versorgung mit einem Hilfsmittel können auch ohne Vorliegen einer vertragsärztlichen Verordnung wahrgenommen werden. Der Arzt kann die erforderliche Verordnung für eine Unterweisung auch nachträglich - nach der Bestellung und der Mitteilung eines Lieferdatums - ausstellen.
  • Folgeverordnung: Bestimmte zum Verbrauch vorgesehene Hilfsmittel - etwa immer wieder benötigte Inkontinenzhilfen - können auch nach telefonischer Anamnese verordnet und die Folgeverordnung postalisch an die Versicherten übersandt werden. Vorausgesetzt, die Erstversorgung wurde bereits von der Krankenkasse genehmigt.
  • Verzicht auf Rezept bei Ersatzlieferungen: In bestimmten Ausnahmefällen kann auf eine ärztliche Verordnung bei Ersatzlieferungen verzichtet werden. Diese Regelung umfasst die Versorgung mit Hilfsmitteln, wie ein zerbrochener Gehstock oder ein defektes Hörgerät nach Ablauf des vertraglichen Versorgungszeitraums.

Wichtig: Da sich derzeit immer wieder Regelungen ändern, sollten sich Patienten bei Rückfragen zur Hilfsmittelversorgung stets mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.

Mit dem Inkrafttreten des "COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung" am 5. Mai 2020 wurde der monatliche Pauschalbetrag für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (z.B. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Handdesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmittel u.a.) von 40 Euro auf 60 Euro angehoben.

Sind Krankentransporte zur ambulanten Behandlung genehmigungsfrei?

Krankentransporte zu einer ambulanten Behandlung von nachweislich an COVID-19-Erkrankten sind genehmigungsfrei. Dies gilt auch für Patienten, die nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen.

Ärzte und Psychotherapeuten, die einen solchen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) veranlassen, müssen die Verordnung kennzeichnen.

Wichtig: Die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, muss zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein.

Diese Regelung gilt voraussichtlich bis zum 31. März 2022.

Gibt es Sonderregelungen für Hebammen?

Hebammen dürfen Beratung und Betreuung für Schwangere vorübergehend per Telefon und Videotelefonie anbieten. Das gilt auch für Vorgespräche in der Schwangerschaft, die Betreuung bei Schwangerschaftsbeschwerden oder bei Wehen sowie die Betreuung im Wochenbett und in der Stillphase. In diesen Fällen können (Video-)Telefonate durchgeführt werden, wenn die seit dem 1. Januar 2021 geltenden technischen Mindestvoraussetzungen erfüllt werden. Zudem können auch Gruppenangebote zur Geburtsvorbereitung und Rückbildungskurse über digitale Kommunikationsmedien angeboten werden.

Gesundheitsfragen: Wo finden Patienten verlässliche Informationen zu COVID-19?

Angesichts der Vielzahl an Informationen zum neuartigen Corona-Virus und zur Erkrankung COVID-19 will das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) eine ausgewogene und qualitätsgesicherte Orientierung bieten. Unter www.patienten-information.de bietet das ÄZQ verlässliche und verständliche Informationen zum Corona-Virus.

Hier finden Sie eine Linksammlung zu Organisationen und Einrichtungen, die seriöse Informationen zum Corona-Virus anbieten. Diese können Sie sowohl in verschiedenen Fremdsprachen als auch in leichter Sprache abrufen.

Unter der Rufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdiensts können Sie nun auch eine telefonische Ersteinschätzung erhalten, ob sie möglicherweise an COVID-19 erkrankt sind.


Alle befristeten Corona-Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) finden Sie hier.


Kinder-Früherkennungsuntersuchungen

Mit dem Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite greift für die Früherkennungsuntersuchungen (U6-U9) eine Übergangfrist. Die vorgegebenen Zeiträume für die Untersuchungen können bis zum 25. Februar 2022 überschritten werden.


Disease-Management-Programme (DMP)

Teilnehmende Patienten an DMP Programmen (z.B. Diabetes, COPD) müssen bis zum 31. Dezember 2021 nicht verpflichtend an den Schulungen teilnehmen. Die Verlängerung der Regel wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geprüft, vor dem Hintergrund der angemessenen Behandlung chronisch Kranker und dem aktuellen Pandemiegeschehen.

 

Einkauf und Warensendungen

Sind Lieferdienste eine gute Alternative für den stationären Supermarkt oder bei Quarantäne?

Durch die Corona-Pandemie wurde die Nutzung von Lieferdiensten für Lebensmittel und zubereiteten Speisen zusätzlich angekurbelt. Für viele Verbraucher stellen entsprechende Servicedienste eine schnelle und bequeme Möglichkeit dar, sich Lebensmittel bis an die Haustür liefern zu lassen. Wir empfehlen, vor einer Bestellung beim jeweiligen Lieferdienst dessen aktuelle Lieferbedingungen sowie (bei Bedarf) Hygiene- und Abstandsregelungen zu prüfen. Weitere beachtenswerte Besonderheiten beim Online-Shopping von Lebensmitteln sind:

  • Wartezeit bei Registrierung: Nach der Registrierung in einem Onlineshop kann es zum Teil vorkommen, dass Neukunden zunächst auf eine Warteliste gesetzt werden. Einige Lebensmittel-Lieferanten belohnen diese Wartezeit mit kostenlosen Waren, die sie beim ersten Einkauf zusätzlich mit in den Warenkorb legen. Online-Kunden sollten darauf achten, dass für diese Extras nichts berechnet wird.
  • Keine Liefer-Garantie: Ein Recht auf Belieferung besteht nicht. Auch dann nicht, wenn Sie sich in Quarantäne befinden und selbst nicht einkaufen gehen dürfen.
  • Mindestbestellwert: Neben möglichen Versandkosten geben einige Anbieter zudem einen bestimmten Mindestbestellwert für eine Lieferung an. Kunden sollten sich vor einer Bestellung über mögliche Bestellbedingungen sowie über mögliche Zusatzkosten - wie Lieferkosten - informieren.
  • Zahlungsmöglichkeiten: Einige Lieferdienste setzen für eine Lieferung voraus, dass Kunden vorab online bezahlen (kein Bargeld).
  • Begrenzte Liefergebiete: Lebensmittel-Lieferanten bedienen Kunden oftmals in einem bestimmten Radius. In ländlichen Gegenden kann die Versorgung mit frischen Lebensmitteln aufgrund weiterer Wege zu den Kunden über Lebensmittel-Lieferanten schwieriger sein als in Ballungsgebieten.

Worauf Sie grundsätzlich achten sollten, wenn Sie Lebensmittel im Internet kaufen, haben wir in einem separaten Beitrag für Sie zusammengefasst.

Paketlieferdienste: Was ist bei der Zustellung von Paketen zu beachten?

Um die Ausbreitung des Corona-Erregers mit einzudämmen, verändern auch Paketdienstleister ihre Prozesse. Bei der Übergabe von Paketen und Übergabeeinschreiben verzichten einige Anbieter aktuell auf die Unterschrift des Empfängers. Stattdessen unterschreiben die Paketboten erfolgreich ausgelieferte Sendungen selbst in Gegenwart des Empfängers. Andere Dienstleister lassen Empfänger direkt auf dem Paket unterschreiben und fotografieren dies ab. Das Risiko, das Virus über den Handscanner oder den dazugehörigen Stift zu verteilen, soll so reduziert werden.

Eine Möglichkeit, den persönlichen Kontakt mit Paketboten ganz zu umgehen, ist, eine Abstellerlaubnis zu erteilen. Bei einigen Paketlieferdiensten können Sie einen gewünschten Ablageort angeben, an dem die Paketboten Ihre Sendung hinterlegen können. Hierzu benötigt der Paketdienstleister jedoch eine schriftliche Genehmigung. Bei einigen Anbietern ist es möglich, diese online zu vergeben. Bitte beachten Sie, dass mit der Ablage am vereinbarten Ort die Haftung für das Paket auf Sie übergeht.

Wie können Sie Ware reklamieren oder zurückgeben, wenn das Ladengeschäft wegen Corona geschlossen hat?

Auch bei Ladenschließungen behalten Sie Ihr Recht auf mangelfreie Ware. Setzen Sie dem Unternehmen schriftlich eine Frist zur Lieferung einer Ersatzsache oder Reparatur.

Wenn diese Frist fruchtlos verstreicht, können Sie zurücktreten und ihr Geld zurück verlangen. Mehr zu Ihren Rechten bei Reklamation und Rücktritt erfahren Sie hier.

Hören Sie unseren Podcast "Verbraucherzentrale - Hörbar!"
In der ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema: Einkaufen in der Corona-Pandemie

 

 

Handwerker- und Serviceleistungen

Was geschieht, wenn eine private Feier abgesagt werden muss?

Bundesweit werden Restaurants und Gaststätten während der Corona-Zeit teils mit Hygieneauflagen geöffnet, teils ganz für den Kundenverkehr geschlossen. Gibt es einen Lockdown, ist damit im Grunde nur noch die Lieferung und Abholung von Essen erlaubt.

Schon vor dem November 2020 galten in vielen Bundesländern Beschränkungen für private Versammlungen wie Hochzeiten, Geburtstage, Taufen etc. in Restaurants. Informieren Sie sich auf der Webseite des jeweiligen Innenministeriums, welche Regelungen in Ihrem jeweiligen Bundesland aktuell gelten. Wenn Ihre Feier im Verbotszeitraum stattfinden sollte, ist es unserer Ansicht nach unmöglich, die Leistung bereit zu stellen. Dann schulden Sie auch keine Miete mehr für die Räumlichkeiten und müssen für weitere Dienstleistungen (z.B. Catering, Bedienung, Musik, Fotos) nichts mehr zahlen, wenn Sie diese Dienste nicht in Anspruch nehmen können.

Wir empfehlen jedoch, sich mit dem Hotel oder Restaurant sowie gegebenenfalls mit den weiteren Dienstleistern wie DJs, Fotografen oder Event-Agenturen um eine einvernehmliche Lösung wie einen Ersatztermin zu bemühen. Gerade Gastronomiebetriebe und Kleinunternehmen können durch die Corona-Krise existenzbedrohend gefährdet sein.

Verlängert sich die Gültigkeit von Gutscheinen, wenn sie nicht eingelöst werden können?

Bei Gutscheinen müssen Sie unterscheiden: Wenn eine Veranstaltung wegen Corona abgesagt werden musste und Sie deswegen einen Gutschein bekommen, gelten eigene Regeln. Diese erklären wir hier. Dasselbe gilt, wenn eine Freizeiteinrichtung oder ein Fitnessstudio geschlossen werden musste und Sie statt der Erstattung in Geld einen Gutschein bekommen.

Wenn Sie unabhängig von einer Corona-Absage oder Schließung einen Gutschein erworben haben (z.B. fürs Theater, eine Massage oder bei Groupon): Es kann vorkommen, dass Sie den Gutschein wegen der Corona-Einschränkungen bis zum Ende der Gültigkeitsdauer nicht mehr einlösen können. Zunächst sollten Sie prüfen, ob die Befristung zu kurz ist (z.B. 1 Jahr). Denn das ist unzulässig und Sie können den Gutschein dann noch länger, nämlich bis zu 3 Jahre nach Erwerb, einlösen. Endet eine gültige Befristung während der Schließungszeit, sollten Sie bei Gutscheinaussteller nachfragen, ob der Gutschein um die Schließungszeit verlängert wird. Weigert sich der Händler, einen Gutschein einzulösen, haben Sie das Recht, den Wert des Gutscheins erstattet zu bekommen. Der Händler kann dann den entgangenen Gewinn abziehen. Nähere Informationen zu den Gutscheinen finden Sie hier.

 

Medien und Cyberangriffe

Fake-News: Wie erkenne ich Falschmeldungen zur Corona-Pandemie?

Parallel zur Verbreitung des Coronavirus kommt es verstärkt zur Verbreitung von Fake-News, die über soziale Medien und Whatsapp verbreitet werden. Erhalten Sie Nachrichten über soziale Medien oder WhatsApp, seien Sie bitte immer kritisch und überprüfen den Wahrheitsgehalt über offizielle Informationsangebote. Leiten Sie keine Informationen über soziale Netzwerke weiter, wenn Sie Zweifel an deren Richtigkeit haben!

Vorsicht gilt auch bei Heilversprechen. Immer wieder werden angebliche Wundermittel angeboten. So empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte "Zurückhaltung hinsichtlich jeder Art von homöopathischen Vorsorge- oder Therapie-Empfehlungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus". Das Projekt Faktencheck Gesundheitswerbung informiert darüber, was in der Werbung erlaubt ist. Dort können Sie auch Beispiele melden, die vermeintlich gegen Verbote verstoßen.

In digitalen Netzwerken gibt es eigens gekennzeichnete verifzierte Accounts. Bei Twitter und Instagram erkennt man sie an einem blauen Häkchen, etwa die Seite des Robert Koch-Instituts oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Verlässliche Informationen, Ansprechpartner und Verhaltenstipps liefern zudem offizielle Stellen von Städten, Gemeinden oder der Ärzteschaft. Deren Internetseiten helfen oft weiter, wenn Telefon-Hotlines überlastet sind.

Vertrauen Sie in Ihrem eigenen Interesse bitte den Aussagen aus seriösen Quellen wie zum Beispiel dem Robert Koch-Institut, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder den Ministerien. Seriöse Quellen finden Sie zum Beispiel hier:

Betrügerische Corona-E-Mails: Wie erkenne ich Cyberangriffe?

Beim sogenannten Cybercrime greifen Kriminelle gerne auf aktuelle Ereignisse zurück, um der verschickten Betrugs-E-Mail eine vermeintliche Seriosität zu verleihen und gegebenenfalls beim Empfänger leichter Druck aufzubauen. Dem Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW melden aufmerksame Verbraucher seit Beginn der Pandemie immer wieder E-Mails, die unter dem Deckmantel von Corona verschickt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass es im Laufe der nächsten Tage und Wochen mehr werden.

Letztlich sind aber auch "Corona-E-Mails" ganz normaler Cybercrime. Es gelten die Verhaltensweisen und Regeln wie bei allen anderen Mails. Hinterfragen Sie grundsätzlich jede E-Mail kritisch!

Bei unerwarteten E-Mails sollte Sie

  • niemals auf Links klicken,
  • keine Anhänge öffnen und
  • dem Absender nicht antworten.

Auf vermeintliche Tipps, wie man sein Geld retten oder eine tolle Rendite in Corona-Zeiten erzielen kann, sollten Sie besser gar nicht reagieren.

Auch bei vermeintlichen Newslettern, für die Sie sich eintragen lassen können, um schnell aktuelle Informationen zu Corona zu bekommen, sollten Sie vorsichtig und zurückhaltend sein. Reagieren Sie keinesfalls auf E-Mails, die Sie zur Preisgabe sensibler persönlicher Daten auffordern oder zur Öffnung von Dateien verleiten sollen. Details, wie man bei Phishing-Versuchen reagieren soll, finden sich hier.

Hier sehen Sie ein Beispiel für eine betrügerische Phishing-Mail:
Beispiel einer Phishing-Mail

 

Datenschutz

Restaurants, Friseure und weitere Dienstleister fragen nach meinen Daten – was hat es damit auf sich?

Bund und Länder beschließen regelmäßig Maßnahmen, um auf die aktuelle Infektionslage zu reagieren. Verbraucher können dann teils wieder unter bestimmten Voraussetzungen am Wirtschaftsleben teilnehmen.

An Orten wie Gaststätten, Friseurbetrieben oder in Handwerksbetrieben treffen vergleichsweise viele Menschen aufeinander. Dies erhöht auch das Risiko, dass das Coronavirus auf die Kontakte übertragen wird. Falls jemand an COVID-19 erkrankt ist, der an einem solchen Ort war, sollten alle anderen, die sich dort ebenfalls aufgehalten haben, möglichst schnell informiert werden können und im Zweifel in häuslicher Quarantäne verweilen. So wollen die Behörden Krankheitsherde schnell erkennen und in den Griff bekommen können.

Mit Ihren Daten, die Sie beim Besuch hinterlassen, können die Behörden deutlich schneller und sicherer nachvollziehen, wer alles da war, und Kontakt zu Ihnen aufnehmen. Darum gehört es in bestimmten Geschäften und Betrieben zum Hygiene-Konzept, die Kunden nach Ihren Daten zu fragen. Anders dürften manche Betriebe derzeit gar nicht öffnen. Hintergrund sind die Corona-Verordnungen der Länder. Mehr zur Kontaktdatenerfassung lesen Sie hier.

Wichtig für die Verfolgung von möglichen Ansteckungswegen können zum Beispiel sein:

  • Ihr Name
  • Datum und Uhrzeit Ihres Besuchs
  • Ihre Telefonnummer, E-Mail-Adresse und/oder Anschrift

Im Sinne des Datenschutzes müssen die Betriebe dabei aber auf einige Dinge aufpassen. Was zum Beispiel geregelt sein muss:

  • Die Daten dürfen nicht für andere als die genannten Zwecke verwendet werden. Sie dürfen dadurch also zum Beispiel keine Werbung erhalten.
  • Die Daten dürfen nicht länger als notwendig gespeichert werden. Wann die Daten gelöscht werden, regelt jedes Bundesland für sich. In der Regel dürfen Daten aber nicht länger als einen Monat aufbewahrt werden. Im besten Fall sollten Sie sogar darüber informiert werden, wann genau die Daten wieder gelöscht werden.
  • Unbefugte dürfen die Daten nicht zu sehen bekommen. Es geht also zum Beispiel nicht, dass sich jeder Kunde in eine große Liste einträgt und die Daten vorheriger Besucher dort sieht. Die Daten sollten im Betrieb grundsätzlich sicher aufbewahrt werden.
  • Es dürfen nicht mehr als die notwendigen Daten erfasst werden. Fragt man Sie zum Beispiel auch nach Ihrem Alter, Familienstand etc., sollten Sie skeptisch werden.
  • Sie sollten die Möglichkeit haben, die Daten nachträglich zu korrigieren sowie zu einem späteren Zeitpunkt anzufragen, ob etwas und was genau dann noch über Sie gespeichert ist.
  • Sie müssen klar darüber informiert werden, was warum und unter welchen Bedingungen gespeichert wird.
Die Telekom gibt Handy-Bewegungsdaten an das Robert Koch Institut – muss ich mir nun Sorgen machen?

Die Deutsche Telekom hat dem Robert Koch-Institut (RKI) zu Beginn der Corona-Pandemie aggregierte anonymisierte Bewegungsdaten seiner Kunden zur Verfügung gestellt. Dadurch sollen Bewegungsströme der Bevölkerung in Deutschland sichtbar gemacht und Rückschlüsse über die Ausbreitung des Coronavirus gezogen werden können.

Betroffene Handynutzer müssen sich jedoch keine Sorgen machen. Die Bereitstellung der Daten an das Robert Koch-Institut ist mit der Aufsichtsbehörde abgestimmt und datenschutzrechtlich vertretbar. Die Daten fallen an, wenn das Handy eingeschaltet ist und Kontakt zu einer Funkzelle hat, über die sich das Mobiltelefon im Mobilfunknetz anmeldet. Das ist die Voraussetzung, um telefonieren oder Nachrichten senden zu können. Die Telekom erklärt die Technik in diesem Beitrag auf ihrer Internetseite.

Die Dichte der Funkmasten ist sehr unterschiedlich, insbesondere in ländlichen Gegenden ist die Ortung sehr ungenau. Außerdem sind die weitergegebenen Bewegungsdaten mehrerer Handynutzer so zusammengefasst, dass lediglich grobe Bewegungsströme in der Bevölkerung sichtbar werden. Ein Rückschluss auf einzelne Personen wird somit weitestgehend ausgeschlossen.

Die sichtbar gewordenen Bewegungsströme kann man dann miteinander vergleichen, also etwa wie sich die Menschen an einem Tag bewegen, verglichen mit dem darauf folgenden Tag. Dadurch kann man erkennen, ob die Bevölkerung die Vorgaben und Empfehlungen zur Eindämmung der Pandemie befolgt.

Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat darüber informiert, dass der Datenschutz bestimmten Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus nicht entgegensteht. In der Datenschutzkonferenz versammeln sich die Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder. In ihren Hinweisen geben sie Informationen zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch Arbeitgeber und Dienstherren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Was bezwecken die Apps "Corona-Datenspende" und "Corona-Warn"?

Seit Mitte Juni 2020 gibt es die "Corona-Warn-App" der Bundesregierung. Damit sollen Infektionsketten früher durchbrochen werden, weil Menschen anonym gewarnt werden, wenn sie Kontakt zu anderen hatten, die sich mit COVID-19 infiziert haben. Dazu finden Sie umfangreiche Fragen und Antworten in diesem Artikel.

Schon etwas früher hatte das Robert Koch-Institut (RKI) eine App entwickeln lassen und Besitzer von Smartwatches und Fitnessgeräten darum gebeten, diese auf dem Smartphone zu installieren und mit Fitnessgeräten zu verbinden. So wollte das Institut ergänzende Erkenntnisse über die Verbreitung des Coronavirus erlangen. Die App heißt "Corona-Datenspende". Das RKI erhoffte sich davon eine Übersicht darüber, wo und wie schnell sich die Krankheit COVID-19 ausbreitet. Wichtig zu wissen: Die Nutzung beider Apps ist freiwillig.

Die App "Corona-Datenspende" gibt es zum Download für iOS und Android. Es kommt außerdem darauf an, dass sie auch Daten aus externen Geräten (Fitness-Armbänder und Smartwatches) nutzt, die mit dem Smartphone verbunden sind. Außerdem sollen Sie nach der Installation unter anderem Ihre Postleitzahl angeben. Mehr über die App beschreibt das RKI auf dieser Internetseite.

Wofür das RKI die Daten aus der App nach eigenen Angaben nutzen möchte:

  • Mit der App übermitteln Nutzer durchaus sensible Gesundheitsdaten, wie z.B. Puls, Körpertemperatur und Schlafverhalten an das RKI. Solche Vitaldaten ändern sich bei akuten Atemwegserkrankungen. Die App kann also Symptome erkennen und ermöglicht dem RKI zu erkennen, in welchen Postleitzahlengebieten wie viele Nutzer typische Anzeichen für eine Atemwegserkrankung zeigen.
  • Die Übermittlung erfolgt laut RKI pseudonymisiert. Was dort an Daten ankommt, soll sich durch das RKI also nicht mit persönlichen Informationen wie Name oder Anschrift verbinden lassen. Das RKI hätte also zwar einen Eindruck davon, dass jemand in Ihrem Postleitzahlengebiet womöglich krank ist – es könnte aber nicht auf Sie als konkrete Person schließen.
  • Auf Grundlage dieser Daten soll dann eine Karte aufzeigen, wo das Coronavirus regional verbreitet ist und ob getroffene Maßnahmen zur Bekämpfung die gewünschte Wirkung entfalten.

Was die App nicht bietet:

  • Die App kann die Krankheit COVID-19 nicht nachweisen, betont das RKI, und ersetzt keinen Test.
  • Nutzer werden auch nicht gewarnt, dass sie erkrankt sein könnten.
  • Es handelt sich nicht um eine Tracing-App. Sie dient nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Sie erhalten also auch keine Warnung, wenn ein anderer App-Nutzer, der möglicherweise erkrankt ist, in Ihrer Nähe war.

 

Geld, Geldanlage und Geldprobleme

Corona-Folgen an der Börse: Aktien schnell verkaufen?

Die Angst vor dem Coronavirus wirkte sich im Frühjahr 2020 auch auf die  Finanzmärkte aus und verursachte einen starken Kurssturz. Trotz der späteren Erholung sind viele Anleger entsprechend verunsichert und überlegen, Wertpapiere zu verkaufen. Die Verbraucherzentralen raten jedoch: Bewahren Sie die Ruhe und verkaufen Sie nicht hektisch. Langfristige, strategische Planungen sollten Sie nicht aufgrund temporärer Ereginisse in Frage stellen und übereilt Entscheidungen treffen, die sich später als nachteilig erweisen. Gerade Aktienfonds-Sparpläne mit dem Ziel der  Altersvorsorge sollten einfach weiterlaufen. Bei einem ausreichend langen Anlagehorizont - bei Aktienfonds sollten dies mindestens 10 Jahre sein - profitieren Sie sogar von den fallenden Kursen.

Fiktives Rechenbeispiel: Wer pro Monat 100 Euro spart, konnte vor kurzem bei einem Kurs von 40 Euro monatlich 2,5 Anteile kaufen. Wenn der Kurs jetzt auf 25 Euro gefallen ist, bekommt man monatlich 4 Anteile. Wenn sich die Kurse zu einem späteren Zeitpunkt erholen, profitiert man davon, insgesamt mehr Anteile zu besitzen. Achtung: Eine solche Kurserholung kann Jahre dauern. Die Zeit muss man haben.

Bei Einzelaktien kann eine Prüfung und gegebenenfalls eine Umschichtung sinnvoll sein.

Mehr Informationen zu Corona-Folgen an der Börse finden Sie hier in einem eigenen Beitrag.

Geldanlage: Wie können Sie sich vor finanziellen Verlusten durch Corona schützen?

Grundsätzlich sind bei allen Geldanlagen, die mit Risiken verbunden sind, Verluste möglich. Daher ist es vor einer Geldanlage zentral, genau zu prüfen, welche Risiken Sie eingehen können und wollen. Meiden Sie als Privatanleger Produkte, bei denen ein Totalverlustrisiko möglich ist. Neben dieser individuellen Risikopräferenz ist aber auch die Laufzeit der Geldanlage ein wichtiger Faktor. Wer sein Geld länger anlegt kann, ist in der Lage, schlechte Phasen an der Börse besser aussitzen zu können.

Der beste Schutz des eigenen Vermögens bleibt eine breite Streuung über verschiedene Produktklassen hinweg. Dazu können Tagesgeld/Festgeld, Investmentfonds, Sachwerte etc. gehören.

Wie kann Geld zu Corona-Zeiten am besten angelegt werden?

Wer gerade nach Anlagemöglichkeiten für sein Geld sucht, ist oft ratlos: Die Niedrigzinsphase macht sichere Geldanlagen seit vielen Jahren wenig attraktiv, jetzt sorgt Corona für sich stark bewegende Kurse an der Börse. Ist daher gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, seinen Einstieg an der Börse zu wagen?

Für diese Entscheidung gibt es jedoch keine universelle Antwort. Auch Börsenweisheiten helfen hier kaum weiter. Soll man "kaufen, wenn die Kanonen donnern" oder "nicht in ein fallendes Messer greifen"?

Letztlich hängt es von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont - dieser sollte mindestens 10 Jahre betragen - ab, ob und wann Sie diesen Schritt wagen wollen. Den perfekten Zeitpunkt für einen Börsen-Einstieg gibt es nicht, Entwicklungen sind nicht planbar.

Meine Bankfiliale ist geschlossen – was kann ich tun?

Viele Banken hatten insbesondere im Frühjahr 2020 wegen Corona einen Teil ihrer Filialen geschlossen. Derzeit ist dies höchsten noch im Einzelfall ein Problem. Informieren Sie sich daher vor einem geplanten Besuch, welche Corona-Schutzmaßnahmen in den Räumlichkeiten gelten und ob Ihre Filiale oder andere Filialen in der Nähe aktuell uneingeschränkt geöffnet haben. Als Alternative sind Überweisungen und andere Finanzdienstleistungen via Online-Banking, per E-Mail oder telefonisch möglich.

Wer dringend Bargeld benötigt, kann neben Geldautomaten vielfach auch die Kassen an Supermärkten oder Tankstellen nutzen. Wer seine Bargeldbestände schonen oder Kontakte reduzieren möchte, kann zum Beispiel mit Karte zahlen.  Einige Geschäfte und Supermärkte bevorzugen dies derzeit ohnehin.

Wenn das Geld nun knapp wird: Welche Zahlungen haben Vorrang? Was gilt für Miete, Kredite, Versicherungen, Energieversorgung und den Telefonanschluss?

Wenn das Geld nicht mehr für alle Zahlungen reicht, müssen Sie genau überlegen, welche Rechnungen noch bezahlt werden. Erstellen Sie eine Liste der offenen Zahlungen und wählen daraus diejenigen aus, die zur Sicherung Ihrer existenziellen Lebensbedürfnisse notwendig ist. Lassen Sie sich nicht von Gläubiger beeinflussen, die besonders drängen, sondern entscheiden Sie nach objektiven Kriterien, was für Sie im Moment wichtig ist. Das sind insbesondere die Miete, Energiekosten, Telefon sowie Lebensmittel und notwendige Medikamente, aber auch Unterhaltsleistungen.

Verbraucher, die aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie bestimmten Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können, hat von April bis Juni 2020 ein von Bundestag und Bundesrat beschlossenes Gesetz Erleichterung verschafft. Es galt für Darlehen (also: Kredite) und Pflichtversicherungen, die Wohnungsmiete sowie für Verträge für Grundversorgung wie Strom, Gas, Wasser, Telefon oder Internet. Die Regelung ist jedoch zum 30. Juni 2020 ausgelaufen, Verbraucher können sich also nicht mehr darauf berufen.

Wichtig für alle, die den Zahlungsaufschub in Anspruch genommen haben: Die Zahlungsverpflichtungen bleiben natürlich und müssen jetzt nachgeholt werden. Bei Verbraucherdarlehen hat sich allerdings – soweit Sie keine anderslautende individuelle Vereinbarung getroffen haben – durch den Zahlungsaufschub der gesamte Kredit um die Zeit der Stundung verlängert, so dass es für Verbraucher zu keinen Doppelbelastungen bei der Wiederaufnahme der Ratenzahlungen kommen sollte.

Kontaktieren Sie dazu Ihren Anbieter, Versorger, Vermieter oder Ihre Bank. Erkundigen Sie sich außerdem nach staatlichen Hilfen wie Wohngeld oder SGB II-Aufstockungsleistungen und beantragen Sie diese so früh wie möglich, da im Moment auch bei den Ämtern mit Wartezeiten und eingeschränkten Bearbeitungen gerechnet werden muss.

Ausführliche Informationen zum Umgang mit Zahlungsschwierigkeiten sowie anderen Möglichkeiten, nun Ausgaben einzusparen, haben wir in einem separaten Artikel zusammengefasst. Weiterführende FAQ finden Sie beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

 

Freizeit und Sport

Finden noch Veranstaltungen statt?

In vielen Fällen wird der Besuch von Veranstaltungen erneut eingeschränkt. Grundlage sind meist die Regelungen des jeweiligen Bundeslands bzw. der zuständigen Kommune. Aber auch unabhängig davon werden einige Veranstaltungen pauschal abgesagt - so finden in einigen Bundesländern auch 2021 keine Weihnachtsmärkte statt. Veranstaltungen mit mehreren tausenden Teilnehmer:innen dürfen nur noch unter Auflagen, wie z.B. beschränkte Teilnehmerzahl oder 3G bzw. 2G Regeln stattfinden.

Falls Konzerte, Fußballspiele und andere Veranstaltungen wegen des Coronavirus abgesagt werden, bekommen Sie Ihr Geld zurück. Ihre Rechte bei abgesagten Veranstaltungen lesen Sie in diesem Artikel.

Werden über die zuletzt geltenden 3G-Regeln für den Einlass zu einer Veranstaltung aufgrund einer behördlichen Regelung 2G-Regeln eingeführt, müssen Sie Folgendes beachten:

Sind Sie nicht geimpft oder genesen, dann darf der Anbieter die Leistung nicht erbringen. Es handelt sich dann um einen Fall der so genannten rechtlichen Unmöglichkeit (§ 275 BGB). Das hat grundsätzlich zur Folge, dass der Anbieter von seiner Leistungspflicht frei wird und Sie auch nicht bezahlen müssen, sondern vom Vertrag zurücktreten können (§ 326 Abs.1, Abs.5 BGB).

Aber was ist, wenn Sie sich nicht impfen lassen können, entweder aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund Ihres Alters? Ist dies dann ein Umstand, für den Sie weit überwiegend verantwortlich sind?  Die Verbraucherzentralen sind der Ansicht, dass die  Verantwortlichkeit im Sinne des § 326 Abs.2 BGB dann nicht bei Ihnen liegt.  Die Folge ist, dass Sie demnach durchaus einen Anspruch auf Rücktritt oder Kündigung der Verträge haben können.

In den Fällen, in denen Sie sich impfen lassen könnten aber nicht möchten, ist die Bewertung deutlich schwieriger. Bislang gibt es noch keine gerichtlichen Entscheidungen, die sich mit dieser Frage auseinander gesetzt haben. Es könnte also sein,  dass für Gerichte das „nicht Impfen lassen“ ein Umstand ist, den Sie weit überwiegend zu verantworten haben und Rücktritts- oder Kündigungsrechte somit ausscheiden.

Auf der anderen Seite gibt es Argumente, die gegen eine derartige Risikoverteilung sprechen. So stellt sich zum Beispiel die Frage, ob Sie vertraglich dazu verpflichtet werden, sich impfen zu lassen, solange es keine gesetzliche Impfpflicht gibt.

Sie sollten sich daher zunächst beim Anbieter erkundigen, inwieweit eine Rückgabe oder Verschiebung der Tickets möglich ist. Viele Veranstalter bieten hierzu flexible Lösungen an.

 

Hilfe und Beratung


Wichtige Rufnummern: Wo bekommen Sie telefonische Hilfe?

Wichtige Rufnummern für Menschen ohne Kontakte:

  • Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 222
  • Bereitschaftsdienst für ärztliche Hilfe: 116 117
  • Weißer Ring: 116 006
  • Nummer gegen Kummer: 116 111
  • Sucht & Drogen Hotline: 01805/313 031
  • Seniorentelefon: 0800/47 08 090
  • Muslimische Seelsorge: 030/44 35 09 821

Gerade in der aktuellen Lage können viele alleinstehende Senioren von Einsamkeit betroffen sein, da soziale Kontakte weitgehend vermieden werden sollen. Wer reden möchte, kann täglich von 8 bis 22 Uhr die kostenfreie Telefonnummer von Silbernetz anrufen: 0800/4 70 80 90.


Hilfe bei Verbraucherfragen: Berät die Verbraucherzentrale weiterhin?

Die Verbraucherzentralen der 16 Bundesländer sind mit rund 200 Beratungsstellen bundesweit zu erreichen. Bei uns bekommen Sie aktuelle, verlässliche Informationen und unabhängige Beratung. Bitte beachten Sie allerdings, dass Beratungsstellen aufgrund der aktuellen Situation für den Publikumsverkehr vorübergehend geschlossen sein können. Wenden Sie sich daher bitte zunächst telefonisch oder per E-Mail an die Verbraucherzentralen. Alle Beratungsangebote der Verbraucherzentralen in den Bundesländern finden Sie hier.

 

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