Heizen und Lüften

Stand: 23. Oktober 2023

Hier erklären wir:

Warum Heizen und Lüften wichtig ist.
Informationen in Leichter Sprache

Die Verbraucherzentrale wünscht sich,
dass alle Menschen die Informationen auf der Internet-Seite gut verstehen können.
Deswegen gibt es die Informationen jetzt auch in Leichter Sprache.

Dieser Text ist eine Zusammenfassung von einem längeren Text.
Das heißt: Es gibt noch weitere Informationen zu diesem Thema.
Den längeren Text können Sie hier lesen: Heizen und Lüften
Der längere Text ist nicht in Leichter Sprache geschrieben

Das ist wichtig

  • Lüften Sie regelmäßig.

Dann ist in den Räumen frische Luft.

Die frische Luft ist gut

  • für die Menschen.
  • für die Haustiere.
  • für die Pflanzen.
  • für die Räume.

Denn so vermeiden Sie Schimmel.
Schimmel ist schlecht für die Gesundheit.

Am besten ist

  • Stoß-Lüften und Fenster kippen
     

Stoß-Lüften bedeutet:
Sie machen die Fenster ganz auf.
Dann kann viel frische Luft in den Raum.
Am besten Sie machen das mehrmals täglich.
Sie bekommen auch mit einem gekippten Fenster frische Luft in den Raum.
Es dauert nur länger.

  • Quer-Lüften
     

Quer-Lüften bedeutet:
Sie öffnen mehrere Fenster in einem Raum.
Oder in unterschiedlichen Räumen.
Dann kann die Luft gut in den Raum hinein.
Und auch gut aus dem Raum hinaus.

  • Lüften im Bad und in der Küche
     

Das Lüften ist auch wichtig im Bad und in der Küche.
Weil dort viel Feuchtigkeit in der Luft ist.

Zum Beispiel wegen dem Duschen oder dem Kochen.


Durch die feuchte Luft kann Schimmel entstehen.
Durch das Lüften geht die Feuchtigkeit in der Luft weg.

Wenn Sie richtig lüften und heizen, vermeiden Sie Schimmel.
Das geht aber nur, wenn das Haus in einem guten Zustand ist.

Guter Zustand heißt hier:

  • Das Haus ist gut gebaut und dicht.
  • Beim Bau von dem Haus wurde auch auf das Thema Energie und Dämmung geachtet.

Warum ist es wichtig zu heizen und zu lüften?

Durch Feuchtigkeit in der Luft kann Schimmel kommen.
Die Feuchtigkeit in der Luft kommt zum Beispiel

  • von Menschen.
  • von draußen.
  • wenn die Hauswand oder das Dach kaputt ist.


Sie müssen immer auf die Temperatur und 
die Feuchte im Raum gleichzeitig achten.

Sind Sie den ganzen Tag in einer Wohnung oder in einem Raum,
müssen Sie mehr lüften.
Sind Sie wenig zu Hause, müssen Sie weniger lüften.

Lüften ist auch gut aus anderen Gründen.

Zum Beispiel:

Frische Luft macht Sie wieder wach.
Und Sie können sich besser konzentrieren.
Ungesunde Luft wird durch das Lüften weniger.
Ungesunde Luft kommt zum Beispiel durch Schadstoffe.

Schadstoffe sind manchmal in

  • Stoffen.
  • Möbeln.
  • Bodenbelägen.
  • und anderen Sachen in der Wohnung.

Worauf müssen Sie beim Heizen achten?

Kühle Räume müssen Sie oft lüften:
Wenn die Räume genutzt werden und dabei automatisch Feuchtigkeit entsteht.

Denn:
In kalten Räumen kann die Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen.
Die Wände werden dann leichter feucht und es kann Schimmel wachsen.

Wenn Sie also Räume wenig heizen:

Sorgen Sie dafür,
dass Sie oft lüften und es trocken bleibt.
Es soll auch keine warme Luft aus einem feuchten Raum in einen kühlen Raum strömen.

Zum Beispiel:

Wenn Sie vom warmen Badezimmer in den kalten Flur lüften.
Die Luft im Bad ist sehr feucht:
Kommt die feuchte Luft in den kalten Flur,
werden die Wände im Flur schnell feucht.
Deshalb immer durch das Fenster lüften.
Lassen Sie die Tür zwischen dem warmen und dem kalten Raum zu.

Wichtig ist auch:

Die Fläche vor der Heizung muss frei bleiben.
Stellen Sie keine Möbel vor die Heizung.

Wenn Möbel vor der Heizung stehen,
kann die Wärme schlechter in den Raum.

Haben Sie Fragen zum Thema Heizen und Lüften?

Bei Fragen helfen Ihnen die Mitarbeiter von der Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherzentrale gibt es überall in Deutschland.

Hier finden Sie die Adresse von der Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe:

https://www.verbraucherzentrale.de/beratung

Wann ist das Wohn-Klima gut?

Wohn-Klima bedeutet:

Eine gute Mischung aus Temperatur und Feuchtigkeit in der Luft.
Die Temperatur und die Feuchtigkeit können Sie messen.
Das geht mit einem Thermo-Hygrometer.
Das spricht man so: Termo- Hü-gro-meter
Das können Sie im Baumarkt kaufen.

Eine gute Temperatur ist zwischen 18 und 22 Grad.


Eine gute Feuchtigkeit in der Luft ist im Winter unter 50 Prozent.

Wenn das Gerät weniger als 30 Prozent anzeigt,
ist das nicht gut für die Gesundheit.
Die Luft ist dann sehr trocken und reizt die Schleimhäute.
Wenn die Luftfeuchte sehr hoch ist, kann das den Schimmel fördern.

Wichtig ist, wie die Luftfeuchtigkeit an der Wand ist.
Bei 80 Prozent und mehr Luftfeuchte direkt an einer Wand,
ist die Schimmel-Gefahr besonders hoch.
Messen Sie deshalb mit dem Hygrometer immer nahe an den Wänden.
Wenn die Luftfeuchtigkeit dort höher ist als 50 Prozent: Lüften Sie öfter.

Wichtig:

Das Messen von der Feuchtigkeit in der Luft ist wichtig.

Weil:
Sie können die Feuchtigkeit nicht immer sehen.
Manchmal ist die Wand trocken.
Aber die Feuchtigkeit in der Luft ist schon hoch.
Erst wenn die Feuchtigkeit ganz hoch ist,
kann man Wasser an den Wänden sehen.

Worauf sollte ich beim Lüften achten?

Die Regeln sind für jeden ein bisschen anders.
Weil es so viele Sachen zu beachten gibt.
Und weil jedes Haus anders ist.

Wohn-Räume müssen täglich gelüftet werden.


Die Dauer für das Lüften ist unterschiedlich.
Die Dauer für das Lüften ist auch von diesen Sachen abhängig:
  • Welche Raumtemperatur gefällt mir?
  • Wieviel Feuchtigkeit ist in der Luft?

Je mehr Feuchtigkeit in der Luft, desto mehr müssen Sie lüften.

  • Sind viele Schadstoffe in der Luft?

Je mehr Schadstoffe in der Luft sind, desto mehr müssen Sie lüften.

  • Wo steht das Haus?

In der Innenstadt muss anders gelüftet werden als auf dem Land.

Zum Beispiel:

In der Innenstadt soll man nicht lüften, wenn gerade viele Autos fahren.
Dann sind viele Abgase in der Luft.

  • Wie viele Fenster gibt es im Raum?
  • Welche Jahreszeit ist es?

Aber es gibt Regeln, die für alle gut sind:

Sorgen Sie für frische Luft.

Wichtig:

Wenn viele Menschen in einem Haus oder einer Wohnung wohnen,
muss öfter gelüftet werden.

So lange sollten Sie lüften:

Wenn es kalt ist: 3 bis 5 Minuten.
Wenn es warm ist: 10 bis 20 Minuten.
Am besten lüften Sie 3 bis 4 Mal am Tag.

Mindestens aber sollten Sie 2 Mal am Tag lüften:
Morgens und abends.

Dazwischen können Sie gerade im Bad das Fenster auch mal ein paar Stunden kippen.
Dann geht auch die Feuchtigkeit aus den Hand-Tüchern und den Wänden raus.
Das ist wichtig, damit die Wohnung trocken bleibt.

Das Lüften im Schlafzimmer ist wichtig.

Vor allem nach dem Schlafen.
Denn über Nacht kommt viel Feuchtigkeit in die Luft.
Das passiert, wenn die Menschen ausatmen.
Lüften Sie am besten direkt nach dem Aufstehen das Schlafzimmer.
Auch das richtige Heizen im Schlafzimmer ist wichtig:

Aber: Im Schlafzimmer sollte es nicht zu warm sein.
Dann kann man nicht gut schlafen.
Am besten sind mindestens 16 Grad.

Wichtig ist:

Heizen und Lüften gehören zusammen.
Nur wenn beide Sachen richtig gemacht werden,
können Sie Schimmel vermeiden.

Gut ist auch: Das Fenster in der Nacht zu kippen.

Wann kann eine Lüftungs-Anlage helfen?

Manchmal reicht das Stoß-Lüften durch das Fenster nicht aus.

Zum Beispiel im Bad.

Weil nach dem Baden und Duschen die Feuchtigkeit sehr hoch ist.
Und weil viel Feuchtigkeit in den Wänden und den Hand-Tüchern gespeichert ist.

Dann kann eine Lüftungs-Anlage helfen.



Eine Lüftungs-Anlage ist ein elektrisches Gerät.
Das Gerät hilft, dass die Feuchtigkeit aus der Luft geht.

Sie können aber auch das Fenster im Bad kippen.
Solange bis die Luftfeuchtigkeit deutlich weniger als 50 Prozent ist.
Dabei kann die Heizung auf 2 bis 3 stehen.
Dann geht das Trocknen schneller.

Eine Lüftungs-Anlage kann auch im Schlafzimmer für frische Luft sorgen.
Im Schlafzimmer hat die Luft nämlich viel Feuchtigkeit.
Weil die Menschen nachts viel Feuchtigkeit ausatmen.

Das kann auch helfen:
Das Fenster im Schlafzimmer nachts kippen.

Dann ist eine Lüftungs-Anlage zum Beispiel gut:

  • Sie haben wenig Zeit zum Lüften
  • Sie können die Fenster nicht öffnen.

Zum Beispiel: 

  • Weil es einen Schutz vor Einbrechern am Fenster gibt.
  • Draußen sind viele Schadstoffe oder Pollen.

Dann kommen die Schadstoffe und Pollen beim Lüften
ohne Lüftungs-Anlage in den Raum.

Besonderheiten bei den Räumen und Wohnungen

Bei manchen Räumen ist das Lüften schwierig.

Zum Beispiel: Bei Wohnungen im Souterrain oder am Hang.

Souterrain sind Wohnungen auf der Höhe von dem Keller.
Das spricht man so: Su-ter-rä

Im Sommer ist es bei diesen Wohnungen so:
Die Räume sind kühl.
Beim Lüften kommt warme Luft in den Raum.
Dann kühlt die warme Luft an den kalten Wänden ab.
So kommt viel Feuchtigkeit in den Raum.
Das ist nicht gut, weil dann Schimmel kommen kann.

Das kann helfen:

  • Lüften Sie morgens.
    Dann ist die Luft draußen noch kühl.
  • Dämmen Sie die Kellerwände.

Das Kompetenz-Zentrum Leichte Sprache


hat den Text im Jahr 2023 in Leichte Sprache übersetzt.

Dudweilerstraße 72
66 111 Saarbrücken
0 681 93 62 15 05
www.leicht-sprechen.de

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Die Prüf-Gruppe von der Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen

Die Bilder sind von:
© Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V.
Der Zeichner ist Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

Ausnahme:

Das Europäische Zeichen für Leichte Sprache:


© Europäisches Logo für einfaches Lesen:
Inclusion Europe.
Weitere Informationen finden Sie hier:
www.leicht-lesbar.eu

Wir schreiben in dem Text nur die männliche Form.
Zum Beispiel: Berater.
Weil das leichter zu lesen ist.
Gemeint sind aber immer auch alle Menschen.

Aufgepasst: Liegt die relative Luftfeuchte in der Mitte eines Raumes bei 50 Prozent, kann sie an kalten Oberflächen wie ungedämmten Außenwänden oder an sogenannten Wärmebrücken trotzdem zu hoch sein.

Hintergrundwissen: Relative und absolute Luftfeuchte – was geschieht beim Lüften?

Luft kann je nach Temperatur eine unterschiedliche Menge Wasser aufnehmen ‒ und zwar umso mehr, je wärmer sie ist:

Bei 0 Grad Celsius kann ein Kubikmeter Luft maximal knapp fünf Gramm Wasser aufnehmen. Die relative Luftfeuchte (der Wert, den das Hygrometer anzeigt) beträgt dann 100 Prozent (siehe Nummer 1 auf der Abbildung oben). Bei 20 Grad passt in die gleiche Menge Luft mehr als die dreifache Wassermenge, nämlich gut 17 Gramm pro Kubikmeter (siehe Nummer 2 auf der Abbildung oben).

Achtung: Nur mit der Temperaturangabe (in Grad Celsius) kann aus der Messung der relativen Luftfeuchte (in Prozent) ermittelt werden, wie viel absolute Feuchte (Wasserdampf Gramm pro Kubikmeter) in der Luft vorhanden ist.

Beispiel: Wird durch Lüften kalte Außenluft (0 Grad) mit vier Gramm Wasser pro Kubikmeter (entspricht 90 Prozent relative Luftfeuchte) in einem beheizten Raum auf 20 Grad erwärmt, liegt die relative Luftfeuchtigkeit nur bei einem Wert von etwa 30 Prozent. Dann kann die Luft wieder neue Feuchtigkeit aufnehmen, die beim nächsten Lüften erneut nach draußen gebracht werden kann (siehe Nummer 3 auf der Abbildung oben).

Kühlt warme Luft an Fenstern, Spiegeln oder in kalten Raumecken ab, so steigt die relative Luftfeuchte an diesen Stellen an. Steigt sie auf 100 Prozent, ist Kondenswasser sichtbar.

Um Schimmel vorzubeugen, müssen Sie verhindern, dass sich feuchte Luft an kalten Oberflächen in Ihrer Wohnung so stark abkühlt, dass die relative Luftfeuchte dort auf mehr als 70 Prozent ansteigt. Dafür ist es zum einen wichtig, kalte Oberflächen in der Wohnung warm zu halten. Das gelingt, wenn Heizungsluft sich überall ausbreiten kann. Deshalb stellen Sie kalte Außenwände oder die Heizkörper nie mit Möbeln zu. Zum anderen müssen Sie dafür sorgen, dass die Luft in den Räumen nicht zu feucht wird. Dies erreichen Sie durch regelmäßiges Lüften.

Worauf sollte ich beim Lüften achten?

Wie oft und wie lange täglich gelüftet werden muss, um Schimmel und Bauschäden sowie "dicke Luft" durch Innenraumschadstoffe zu vermeiden, hängt von verschiedenen Faktoren ab: 

  • von den eigenen Wünschen,
  • wie stark die Raumluft mit Feuchtigkeit, Gerüchen und Schadstoffen belastet ist,
  • wie gut das Gebäude gedämmt und wie luftdicht die Gebäudekonstruktion ausgeführt ist,
  • von der Lage des Gebäudes, zum Beispiel freistehend auf dem Land oder in der Innenstadt,
  • vom Zuschnitt der Wohnung und der Orientierung der Fenster (Querlüften möglich?),
  • von der Jahreszeit und dem Außenklima (Wind und Wetter).

Daher ist es kaum möglich, allgemeine Empfehlungen für alle Wohnverhältnisse zu geben. Es gibt jedoch ein paar Grundregeln.

Die wichtigsten Lüftungs-Regeln im Überblick

1. Sorgen Sie für frische Luft durch regelmäßiges Stoß- oder Querlüften

Je mehr Personen sich im Haushalt befinden und je aktiver sie sind, desto öfter muss täglich gelüftet werden: kurz durch ein oder mehrere weit geöffnete Fenster (Stoßlüften) oder quer durch die Wohnung (Querlüften). Das sorgt schnell für frische Luft. Im Winter bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind reichen drei bis fünf Minuten. Im Frühjahr oder Herbst kann der komplette Luftaustausch zehn bis 20 Minuten dauern. Aus hygienischen Gründen sollte mindestens drei bis vier Mal pro Tag die Luft komplett ausgetauscht werden. Wenn Sie den ganzen Tag abwesend sind, ist es wichtig, zumindest morgens und abends zu lüften.

2. Vertreiben Sie die Feuchtigkeit sofort nach dem Duschen, Baden, Kochen oder Schlafen

Feuchte Luft sollten Sie sofort nach dem Baden, Duschen und Kochen durch weit geöffnete Fenster raus lüften. Auch das Schlafzimmer sollten Sie gleich nach dem Aufstehen gut durchlüften und anschließend tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad Celsius beheizen. Je höher die Luftfeuchtigkeit und je niedriger die Raumtemperatur, umso größer ist das Schimmelrisiko. Doch Heizen und Lüften sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen immer zusammen betrachtet werden.

Wie niedrig die Luftfeuchtigkeit sein sollte, hängt vom Bauzustand und der Außentemperatur ab: In einem gut gedämmten Gebäude bereitet ein Wert von rund 60 Prozent in der Wohnung für einige Zeit vielleicht keine Probleme, bei schlechter Gebäudedämmung können an kalten Tagen schon 40 Prozent an den Wärmebrücken und in Raumecken zu viel sein. Liegt die Luftfeuchtigkeit längere Zeit über 50 Prozent, sollte gelüftet werden – spätestens aber dann, wenn die Fensterscheiben von innen beschlagen!

Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Behalten Sie die Luftfeuchtigkeit im Blick – entweder mit einem Thermo-Hygrometer oder per App in Verbindung mit einer Smart-Home-Lösung. So können Sie schnell prüfen, wie trocken oder feucht die Raumluft wird. Analoge und digitale Thermo-Hygrometer gibt es kostengünstig im Baumarkt zu kaufen. Auch CO₂-Messgeräte ("CO₂-Ampeln") zeigen zusätzlich die Raumtemperatur und relative Luftfeuchte an.

3. Kombinieren Sie richtig: je nach Bedarf die richtige Lüftungsweise finden

Manchmal reicht mehrmaliges Öffnen des Fensters nicht aus, um die in Handtüchern, Bettdecken oder Oberflächen von Wänden und Möbeln gespeicherte Feuchtigkeit wieder loszuwerden. Ein gleichmäßiger Luftaustausch nach dem Stoßlüften sorgt dafür, dass diese Feuchtigkeit nach und nach entweicht. Das kann eine Lüftungsanlage wie zum Beispiel eine Abluftanlage im Bad übernehmen.

Alternativ können Sie die Fenster für einige Zeit kippen (Spalt-/Kipplüftung), bis die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 50 Prozent gesunken ist. Stellen Sie die Heizung dabei auf kleine Stufe, um die Luft zu erwärmen. So nimmt diese mehr Feuchtigkeit auf und mit nach draußen. Auch im Schlafzimmer kann nachts ein gekipptes Fenster oder eine Lüftungsanlage für gute Luft sorgen, insbesondere dann, wenn mehrere Personen in einem Raum schlafen. Pro Nacht gibt ein Mensch bis zu einem halben Liter Wasser ab. Das ist in etwa so viel wie bei einem Mal Duschen. Ein weiterer Vorteil: Die CO₂-Belastung steigt nicht so hoch, dass beim Aufwachen Kopfschmerzen drohen.

Ein sogenannter "natürlicher Luftwechsel" über die Fensterlüftung funktioniert allerdings nur, wenn

  • der Grundriss der Wohnung ein Querlüften ermöglicht,
    (zum Beispiel durch zwei gegenüberliegende Fenster)
  • das Wetter es zulässt (zum Beispiel durch Temperaturdifferenz oder Wind)
  • oder sich die Lage des Gebäudes dazu eignet (keine windgeschützte Innenhoflage, kein Erdgeschoss im Innenstadtbereich).

Andernfalls kann nur eine Lüftungsanlage helfen.

Besonderheit: Wohnungen im Souterrain oder Räume am Hang

Die Außenwände von Wohnräumen im Souterrain oder am Hang werden im Sommer durch das umgebende Erdreich gekühlt, vor allem, wenn die Außenwände nicht gedämmt sind. Das ist zwar bei heißen Außentemperaturen angenehm, aber aufgrund der hohen Temperaturunterschiede zwischen Außen- und Innenraumluft kann das beim Lüften im Sommer zu Problemen führen. Oft wird in Souterrainwohnungen im Sommer auch nur kurz gelüftet, damit der Raum schön kühl bleibt.

In beiden Fällen bleiben aber die Wandoberflächen kalt und die warme Außenluft, die meist mehr Wasserdampf enthält als die Innenluft, kühlt an der Wandoberfläche ab und erhöht dort lokal die Feuchtigkeit. Dadurch kann Schimmel entstehen.

In einigen Fällen hilft es, wenn Sie diese Räume nicht tagsüber bei hohen Außentemperaturen, sondern nur in den kühleren Morgen- oder Abendstunden lüften. Doch aus der Innenraumluft kann nur dann durch Lüften Feuchtigkeit abgeführt und die Luft trockener werden, wenn die absolute Luftfeuchte (Wasserdampfgehalt in g/m³) in der Außenluft niedriger ist als im Innenraum.

Beim Lüften von Räumen im Souterrain können spezielle Lüftungsgeräte helfen, die selbständig das Innen- und Außenklima abgleichen und nur dann anspringen, wenn mit der Außenluft auch getrocknet werden kann.

Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Schimmel:

  • Erwärmen der Wandoberflächen: Mit einer intensiven Lüftung bei hohen Außentemperaturen wird es zwar zunächst feuchter, aber die Wandoberflächen können sich so erwärmen und das Raumklima verbessert sich.
  • Eine Dämmung der Kelleraußenwände spart nicht nur Heizenergie im Winter, sondern sorgt dauerhaft für wärmere Wandoberflächen und somit ein geringeres Schimmelrisiko in Souterrainwohnungen – auch im Sommer!
  • Einsatz eines Kondensationstrockners zur Luftentfeuchtung, wenn dessen Stromverbrauch möglichst niedrig ist.
  • Nutzung von Solarenergie: Ein oder mehrere Heizkörper, die mit überschüssiger Solarwärme betrieben werden, können Wohnungen aber auch Lager- oder Abstellräume im Keller im Sommer trocken halten.

Jeder bewohnte Raum sollte beheizt werden können – das gilt auch für einzelne Wohnräume im Souterrain oder Keller.

Achtung: Feuchte Wände im Kellergeschoss oder Souterrain können auch durch eine fehlende oder schadhafte Abdichtung der Außenwände die ans Erdreich grenzen verursacht werden. Bei starker Feuchtigkeit oder größeren Schimmelproblemen sollte daher immer auch die äußere Abdichtung von sachverständigen Fachleuten überprüft werden.

Wann kann mich eine Lüftungsanlage unterstützen?

Eine Lüftungsanlage sorgt – je nach Bedarf und Einstellung – für einen gleichmäßigen und kontrollierten Luftaustausch. So kann an allen freien Wänden im Raum warme und trockene Luft vorbeiziehen und Feuchtigkeit abgeführt werden. Diese Technik kann eine sinnvolle Investition und Unterstützung sein, insbesondere, wenn

  • die Zeit oder die Gelegenheit zum Lüften fehlt,
  • die Fenster zum Lärm- oder Einbruchschutz nur selten geöffnet werden können,
  • Schadstoffe und Pollen von außen aus der Frischluft gefiltert werden sollen
  • oder die Gebäudehülle nach der Erneuerung der Fenster oder der Sanierung des Daches wesentlich luftdichter geworden ist.

Lüftungsanlagen reduzieren Schadstoffe und Feuchtigkeit in der Raumluft, schützen vor Schimmelbefall und können mit einer Wärmerückgewinnung beim Energiesparen helfen.

Worauf sollte ich beim Heizen achten?

1. Heizen Sie alle Räume auf mindestens 16 bis 18 Grad oder wärmer

In der Heizperiode sollten Sie alle Wohn- und Schlafräume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad heizen, auch wenn einige nur selten genutzt werden. Bei einem schlechten Bauzustand ist oft eine höhere Temperatur erforderlich, um das Schimmelrisiko niedrig zu halten.

Versuchen Sie nicht, die ganze Wohnung nur mit einzelnen Heizkörpern zu beheizen. Temperaturunterschiede von mehr als 5 Grad zwischen Räumen innerhalb der Wohnung können schnell zu einem Schimmelproblem führen, zum Beispiel wenn warme, feuchte Luft aus einem Wohnraum in kühlere Räume gelangt. Daher sollten Sie zwischen unterschiedlich stark beheizten Räumen in der Wohnung die Türen schließen.

2. Lassen Sie Räume nicht auskühlen: Fenster nach dem Lüften wieder schließen

Vergessen Sie in der kalten Jahreszeit nicht, nach dem Lüften die Fenster wieder zu schließen und den Raum anschließend wieder zu beheizen. Beim Dauerlüften geht viel Wärmeenergie verloren und die Wände im Raum kühlen ab. Dann dauert es lange, bis der Raum wieder warm wird.

3. Nutzen Sie Heizungsluft effektiv: Heizkörper und kalte Wände nicht zustellen

Stellen Sie keine Möbel direkt vor Heizkörper oder kalte Außenwände, damit die Heizungsluft sich ungehindert ausbreiten und kalte Wandoberflächen erwärmen kann. Dies gilt insbesondere in schlecht gedämmten Gebäuden, wie zum Beispiel in unsanierten Altbauten.

Die Verbraucherzentralen beraten bei Fragen zum Heizen und Lüften

Bei Fragen zu den Themen Heizen, Lüften, Feuchtigkeit und Schimmel bieten die Verbraucherzentralen bundesweit verschiedene Beratungen an – auch bei Ihnen zu Hause. Wenden Sie sich am besten an Ihre nächstgelegene Beratungsstelle.

Wichtige Infos über Schimmel zum Nachhören

Im Podcast der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erfahren Sie, was Schimmel verursacht und wie man Schimmelbildung in Wohnräumen vermeiden kann, bzw. wie man ihn wieder wegbekommt.

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