Beim Staubsauger-Kauf auf niedrige Wattzahl achten

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Wer einen neuen Staubsauger kaufen möchte, kann sich derzeit nicht auf die Energieeffizienzklassen verlassen. Denn Staubsauger, die neu auf den Markt kommen, brauchen seit Anfang 2019 kein Label. Energiebewusste können sich an der Wattzahl und unabhängigen Verbrauchertests orientieren.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Staubsauger gilt das Energielabel seit Anfang 2019 nach einem Urteil des Gerichts der Europäischen Union nicht mehr.
  • Wer Energie sparen möchte, kann auf eine niedrige Wattzahl und unabhängige Produkttests achten.
  • Da der Stromverbrauch insgesamt niedrig ist, lohnt es sich nicht, alte Staubsauger auszutauschen.
Eine Katze steht neben einem herunter geworfenen Blumentopf, während jemand staubsaugt
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Welche Kriterien beim Kauf eine Rolle spielen

Wer in Deutschland einen neuen Staubsauger kaufen möchte, kann unter rund 1000 verschiedenen Modellen wählen. Aber was ist Ihnen bei der Auswahl wichtig? Ist es der Preis, mit Beutel oder ohne, mit Kabel oder Akku, Saugleistung, Lautstärke, Energieverbrauch, Gewicht, oder ob das Gerät für Allergiker geeignet ist? Ein weiteres Kriterium kann die praktische Handhabung sein, also wie gut der Staubsauger beispielsweise in Ecken kommt, ob er leichtgängig fährt oder sogar von alleine saugt.

Eine gute Orientierung für die Kaufentscheidung bieten unabhängige Testergebnisse wie die von der Stiftung Warentest. Detaillierte Informationen zur Saugqualität und weitere Testergebnisse finden Sie auch unter www.ecotopten.de.

Wattzahl gibt Auskunft über Stromkosten

Seit Anfang 2019 haben die Effizienzklassen der EU als Gradmesser für den Energieverbrauch von Staubsaugern vorerst ausgedient. Seitdem dürfen Händler Staubsauger nicht mehr mit dem Label bewerben. Geräte, die neu auf den Markt kommen, brauchen den zuvor EU-weit vorgeschriebenen Nachweis zum Energieverbrauch nicht mehr.

rechtlicher Hintergrund zu den Effizienzklassen

Grundlage dafür ist ein Urteil des Gerichts der Europäischen Union. Es hat festgestellt, dass die bisherige Prüfmethode zur Bestimmung der Energieeffizienz nicht den Alltagsgebrauch abbildete. Denn es waren nur Tests mit leeren Staubsaugerbeuteln vorgesehen.

Geklagt hatte ein Hersteller von Staubsaugern, weil er sich benachteiligt fühlte. Denn seine Geräte funktionieren ganz ohne Staubbeutel und waren deshalb in eine ungünstige Effizienzklasse eingeordnet worden. Das Gericht erklärte daraufhin die Energielabel-Verordnung für Staubsauger für nichtig. Die EU-Kommission prüft nun, wie sie weiter verfahren wird.

Von der Entscheidung des Gerichts ist allerdings nur die Verordnung zum Energielabel betroffen. Die EU-Regeln zur Energieeffizienz werden durch das Gerichtsurteil nicht in Frage gestellt. So gilt die Ökodesign-Verordnung weiterhin. Sie verhindert, dass stark energieverbrauchende Geräte wieder auf den Markt gebracht werden dürfen.

Wer einen neuen Staubsauger kaufen will, kann nun die Herstellerangaben zur Leistung des Gerätes, also die Wattzahl, als Vergleichsmaßstab heranziehen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Wattzahl, desto geringer ist der Stromverbrauch.

Die sparsamsten Staubsauger haben etwa 400 Watt. Sie verbrauchen bei 52 Stunden Betriebszeit im Jahr (1 Stunde pro Woche) nicht mehr als 21 Kilowattstunden (kWh). Das macht etwas mehr als 5 Euro Stromkosten im Jahr aus.

Weniger effiziente Sauger mit einer Wattzahl von bis zu 900 Watt können im Jahr 43 kWh verbrauchen und somit Stromkosten von ca. 11 Euro verursachen.

Bei den Berechnungen wurden die durchschnittlichen Arbeitspreise von zur Zeit 26 Cent pro Kilowattstunde Strom zu Grunde gelegt, ein Grundpreis wurde nicht berücksichtigt. Eine Übersicht der Energiepreise in NRW können Sie unserem Tool entnehmen.

So richtig viel können Sie mit einem besonders sparsamen Staubsauger also nicht sparen. Deshalb lohnt es sich auch nicht, alte, noch funktionierende Staubsauger auszutauschen - selbst wenn sie noch 1600 Watt haben.

Ebenfalls wichtig: Die Wattzahl sagt nicht automatisch etwas über die Saugleistung und Reinigungskraft eines Gerätes aus.

Dezibel-Angabe: Wie leise ist der Staubsauger?

Staubsauger können erheblichen Lärm verursachen. Achten Sie beim Kauf auf ein möglichst leises Gerät. Der Geräuschpegel wird in Dezibel angegeben. Jede Zunahme des Schalls um etwa 10 Dezibel empfinden wir als Verdoppelung der Lautstärke.

Der Geräuschpegel von Staubsaugern liegt bei 70 bis 90 Dezibel, sehr leise Staubsauger erreichen derzeit weniger als 65 Dezibel.

Kabel oder Akku?

Überlegen Sie, einen Akku-Staubsauger zu kaufen, weil Sie dann das lästige Kabel nicht hinter sich herziehen müssen? Dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf die Ergebnisse der Stiftung Warentest werfen. Demnach überzeugen nicht alle getesteten Modelle bei der Saugleistung. Hinzu kommt, dass einige Geräte viel Staub gleich wieder auspusten und die Staubbox häufig nur umständlich zu reinigen ist. Außerdem sind die Akkusauger recht laut (80 Dezibel), und der Akku nicht lange reicht, so dass Sie den Sauger häufig aufladen müssen.

Sie benötigen zwar weniger Strom als herkömmliche Bodenstaubsauger, sind aber in der Reinigungsqualität vielfach (noch) nicht mit guten Bodenstaubsaugern zu vergleichen.

Fazit: Geeignet sind die Akkusauger nur fürs schnelle Saugen zwischendurch und für Haustierbesitzer. Denn die Kabellosen mit einer rotierenden Bürste punkten, wenn es darum geht, Tierhaare von Teppichen zu entfernen.

Staubfilter als Schutz für Allergiker

Für Hand- und Bodenstaubsauger sind Mehrfachfilter in Form eines doppellagigen Papierbeutels für die groben Schmutzteile Standard. Die meisten Staubbeutelpackungen beinhalten Motorschutz- und einen oder mehrere Abluftfilter. Diese Mikrofilter können mit Hilfe der elektrostatischen Aufladung Feinstaub besonders gut zurückhalten.

Falls Sie auf Hausstaub allergisch reagieren, achten Sie darauf, dass das Gerät einen HEPA- oder einen ULPA-Filter besitzt. Diese speziellen Abluftfilter halten mehr als 99 Prozent aller Teilchen bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometern zurück (das menschliche Haar hat einen Durchmesser von ca. 50 Mikrometern). Kleinste Teilchen wie Pollen, Bakterien und Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, die für die Hausstauballergie verantwortlich sind, halten diese Filter zurück.

Eine meist vorhandene Filterwechselanzeige signalisiert Ihnen, wann Sie den Staubbeutel austauschen sollten.

Bürstsauger sind Spezialisten für Haushalte mit Tieren

Bürstsauger besitzen eine eingebaute rotierende Bürste, die den Schmutz aus den Fasern kämmt. Sie eignen sich besonders für Wohnungen mit Haustieren, die Haare verlieren. Falls Sie unter allergischen Beschwerden leiden, achten Sie auf einen HEPA-Filter.

Auch Bürstsauger werden mittlerweile mit einem Staubbehälter statt eines Staubbeutels angeboten.

Achten Sie auf das Gewicht, denn Bürstsauger sind schwerer als Bodenstaubsauger mit Schlitten.

Saugroboter: praktisch, aber teuer

Auch die besten automatisch/per App betriebenen Saugroboter können bei der Staubaufnahme nicht mit einem guten Bodenstaubsauger mithalten. Es geht eher darum, sichtbaren Schmutz oder Tierhaare zu entfernen.

Sie eignen sich vor allem für glatte Böden und Räume mit wenig Einrichtung, denn sie müssen sich ja regelmäßig selber durch die Zimmer navigieren und Hindernisse sind für sie nicht immer leicht zu überwinden.

Ihre Leistung und ihr Strombedarf sind eher gering, auch wenn sie das ganze Jahr im Stand-by-Modus bleiben und dazu gedacht sind, fast täglich im Einsatz zu sein. Achten Sie bei der Auswahl trotzdem auf den Verbrauch, auf die Saugleistung und die Lautstärke. Die Preisunterschiede sind erheblich. Im Vergleich zu Staubsaugern sind Staubsaugroboter sehr viel teurer.

Testergebnisse finden Sie ebenfalls bei der Stiftung Warentest.