Unter Berücksichtigung der gültigen Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sind alle Beratungsstellen weiterhin telefonisch erreichbar und organisieren eine Beratung für Sie. (HRO 0381 / 208 70 50, SN 0385 / 591 81 10 und NB 0395 / 568 34 10). Nutzen Sie auch den Weg über unsere sichere E-Mail-Beratung.

Lebens- und Rentenversicherungen: Mit Widerspruch hartnäckig bleiben

Stand:

Versicherer setzten sich über Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) hinweg und lehnen die Rückabwicklung alter Verträge ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • BGH-Urteile besagen, Kunden können älteren, bereits gekündigten Verträgen immer noch widersprechen.
  • Der Widerspruch kann erkleckliche Nachzahlungen des Versicherers bringen.
  • Versicherer weisen Kunden ab. Sie stützen sich unter anderem darauf, dass die Entscheidungen des BGH nicht auf ihre Verträge zuträfen.
  • Unser Rat deshalb: Nicht abwimmeln lassen.
Off

Wenn Sie zwischen 1995 und 2007 eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, können Sie dem Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen noch immer widersprechen - und zwar selbst dann, wenn Sie ihn zuvor bereits gekündigt hatten. Das hatte der Bundesgerichtshof bereits 2014 entschieden (Az. IV ZR 76/11) und dieses Urteil 2015 noch präzisiert (Az. IV ZR 384/14).

Beide Urteile sind für Sie besonders dann interessant, wenn Sie sich frühzeitig von ihrer Versicherungspolice getrennt haben und daher nur einen geringen Teil der eingezahlten Beiträge zurückerhalten haben. Ein nachträglicher Widerspruch kann Ihnen in diesem Fall erhebliche Nachzahlungen bringen.

Voraussetzung für den Widerspruch ist, dass Sie fehlerhaft oder nicht ausreichend über den Vertrag informiert wurden. Dies ist der Fall, wenn die Widerspruchsbelehrung nicht korrekt war. Auch wenn Sie die dazugehörigen Versicherungsbedingungen oder die Verbraucherinformation nicht erhalten haben, ist der Widerspruch möglich.

Einige Versicherer lehnen den Widerspruch jedoch mit unterschiedlichsten, nicht zutreffenden Argumenten ab. Dem Hamburger Marktwächter-Team, zuständig für Versicherungen, lagen entsprechende Briefe unter anderem von Ergo, Generali und Provinzial vor. Möglicherweise haben auch weitere Versicherungsgesellschaften ähnliche Schreiben verschickt.

Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht abweisen – und holen Sie sich unabhängigen Rat bei Ihrer Verbraucherzentrale vor Ort.