Bildungsprämie: 500 Euro für Weiterbildungen in der Pflegezeit

Sie wollen nach der Pflegezeit wieder beruflich durchstarten? Mit der Bildungsprämie bekommen Sie bis zu 500 Euro für eine berufsbezogene Weiterbildung vom Staat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für berufliche Weiterbildungen in der Pflegezeit können Sie Unterstützung vom Staat bekommen.
  • Mit dem Gutschein der Bildungsprämie übernimmt der Bund die Hälfte Ihrer Weiterbildungskosten – bis zu 500 Euro.
  • Wir erklären, wie und unter welchen Voraussetzungen Sie das Geld für Ihre berufliche Weiterbildung bekommen.
Weiterbildung Vortrag
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Ein Wiedereinstieg nach der Pflegezeit kann eine echte Herausforderung sein. Wer zur Pflege von Angehörigen seine Arbeitszeit reduziert hat oder aus dem Beruf ausgestiegen ist, kann seine Rückkehr jedoch gut vorbereiten: Fachliche Weiterbildungen können das berufliche Comeback erleichtern. Denn mit dem passenden Weiterbildungsangebot bleiben Sie inhaltlich auf dem neuesten Stand und können sich persönlich weiterentwickeln. Das ist in jedem Alter sinnvoll.

Damit Weiterbildungen für pflegende Angehörige nicht an den Kosten scheitern, hilft der Staat. Hier setzt die so genannte „Bildungsprämie“ an.

Um auch finanzschwächeren Personen zu ermöglichen, fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben, fördert der Staat mit der Bildungsprämie berufsbezogene Weiterbildungen. Berufsbezogen bedeutet, dass die ausgewählte Veranstaltung für Ihre aktuelle oder eine geplante neue Tätigkeit relevant ist. Wenn Sie selbst aktiv werden, übernimmt der Staat dann mit einem Prämiengutschein die Hälfte Ihrer Veranstaltungsgebühren - bis maximal 500 Euro.

Bildungsprämie über die Pflegezeit hinaus

Die Bildungsprämie von bis zu 500 Euro für eine berufsbezogene Weiterbildung steht Ihnen nicht nur während der Pflegezeit zu. Sie sind auch förderberechtigt, wenn Sie sich in Elternzeit oder Mutterschutz befinden sowie wenn Sie ein geringes Einkommen haben.

So bekommen Sie Geld für Ihre Weiterbildung

Um von der Bildungsprämie zu profitieren, benötigen Sie einen so genannten Prämiengutschein. Diesen erhalten Sie in einer der rund 500 Beratungsstellen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Beratung ist kostenlos, Sie müssen lediglich Ihren gültigen Personalausweis, einen Beschäftigungsnachweis (z.B. Ihren Arbeitsvertrag oder eine Gehaltsabrechnung) sowie einen Nachweis über Ihr zu versteuerndes Einkommen ( z.B. Ihren Einkommenssteuerbescheid) mitbringen.

Nach dem Beratungsgespräch können Sie sich mit dem Prämiengutschein zu Ihrer gewünschten Weiterbildung anmelden. Sie zahlen dann nur Ihren Eigenanteil. Vorsicht: Weiterbildungsanbieter sind nicht dazu verpflichtet, Prämiengutscheine anzunehmen. Informieren Sie sich deswegen vor Ihrer Anmeldung, ob das Programm Bildungsprämie von Ihrem Anbieter akzeptiert wird.

Bedingungen für den Prämiengutschein

  • Arbeitszeit
    Sie sind in Pflege- oder Elternzeit oder arbeiten mindestens 15 Stunden pro Woche.
  • Einkommen
    Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen liegt unter 20.000 Euro und übersteigt, wenn Sie verheiratet sind, mit Ihrem Ehepartner zusammen nicht 40.000 Euro. Hinweis: Sie finden Ihr zu versteuerndes Einkommen auf Ihrem letzten Steuerbescheid.
  • Relevanz
    Der Prämiengutschein kann für eine Weiterbildung genutzt werden, die Sie beruflich weiterbringt und die relevant für Ihre aktuelle oder eine geplante neue Stelle ist.
  • Zeitrahmen
    Pro Kalenderjahr können Sie einen Prämiengutschein erhalten. Der Prämiengutschein gilt für die Dauer von sechs Monaten. Innerhalb dieser Zeit muss die Weiterbildung also beginnen.

Pflegezeit und Familienpflegezeit

Sie haben mehrere Möglichkeiten, eine Auszeit zu nehmen, um Angehörige pflegen zu können:

Durch die „Pflegezeit“ haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich bis zu sechs Monate von der Arbeit ganz oder teilweise freistellen zu lassen. Voraussetzung ist eine Betriebsgröße von mindestens 15 Beschäftigten und, dass die Arbeitsreduzierung spätestens zehn Tage vor Beginn angekündigt wird.

Bei der „Familienpflegezeit“ ist es in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten möglich, die Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf 15 Stunden pro Woche zu reduzieren. Auch dies muss rechtzeitig, spätestens acht Wochen vor Beginn, angekündigt werden.
In der Familienpflegezeit ist mit einer Arbeitszeit von 15 Stunden pro Woche eine wesentliche Bedingung der Bildungsprämie erfüllt.

Mehr Informationen zur Vereinbarkeit von Vereinbarkeit von Pflege und Beruf finden Sie hier.

Mehr Informationen zur Bildungsprämie und den konkreten Förderbedingungen der Bildungsprämie bekommen Sie unter www.bildungspraemie.info und unter der kostenfreien Hotline 0800 26 23 000 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.