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Vogelgrippe: Auswirkung auf Eier-Kennzeichnung

Stand:

In einigen Geflügelbetrieben ist das Vogelgrippevirus bei Puten, Legehennen und Enten nachgewiesen worden. Deshalb haben einige Bundesländer eine Stallpflicht in bestimmten Regionen angeordnet. Das hat auch Konsequenzen für die Kennzeichnung von Freilandeiern.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den ersten Nutztierbeständen ist das Grippevirus nachgewiesen worden. Sperrbezirke sowie Beobachtungsgebiete sind um die betroffenen Betriebe eingerichtet.
  • In einigen Bundesländern gilt jetzt eine behördlich angeordnete Aufstallungspflicht.
  • Eier von Legehennen, die 16 Wochen lang keinen Auslauf im Freien nutzen durften, dürfen nicht mehr als Freilandeier verkauft werden, sondern müssen als Bodenhaltungseier deklariert werden.
  • Eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus auf Menschen über Lebensmittel gilt als unwahrscheinlich.
Dutzende Puten stehen gedrängt in einem Stall.
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Die Einschleppung des Geflügelgrippe-Virus erfolgt auch diesmal über Zugvögel. Nachdem in mehreren Bundesländern das Virus bei Wildvögeln im Herbst 2020 nachgewiesen wurde, sind Vogelgrippefälle auch in Nutztierbeständen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern, NRW und Thüringen aufgetreten.

Alle Tiere der Betriebe wurden getötet und jeweils ein Sperrbezirk im Radius von 3 Kilometern sowie ein Beobachtungsgebiet im Radius von 10 Kilometern eingerichtet. Im Sperrbezirk gilt jetzt eine Stallpflicht und im gesamten Beobachtungsgebiet (inklusive Sperrbezirk) können weder Eier, frisches Fleisch noch Geflügel aus den Betrieben verkauft werden.

Als erstes Bundesland hat das Land Schleswig-Holstein im November eine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Weitere Bundesländer folgten: Mecklenburg-Vorpommern (für einige Landkreise), Sachsen (einige Landkreise) sowie Niedersachsen und Bayern (jeweils für einige Gebiete).

Auch in NRW ist in acht Geflügelbetrieben das Vogelgrippevirus nachgewiesen worden. Das Landwirtschaftsministerium NRW hat für die gesamten Regierungsbezirke Detmold, Arnsberg und Münster eine Aufstallungspflicht angeordnet. Durch diese Stallpflichten soll verhindert werden, dass weitere Nutztiere mit dem Vogelgrippevirus infiziert werden.

Kennzeichnungsregelungen für Eier während einer Aufstallungspflicht

Nach europäischem Recht ist festgelegt, dass Eier von Legehennen, die nach behördlicher Anordnung 16 Wochen lang nicht mehr einen Auslauf im Freie nutzen durften, dann auch nicht mehr als Freilandeier verkauft werden dürfen. Die Eier müssen dann als Bodenhaltungseier deklariert werden. Um die Landwirte (die nun nichts dafür können, dass sie ihre Legehennen nicht nach draußen lassen dürfen) zu unterstützen, hat der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft sich mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf eine weitere Verwendung von Freilandverpackungen geeinigt. Danach können nach Überschreitung der 16-Wochen-Frist auch weiterhin Freilandpackungen benutzt werden, wenn die Eier auf dem Ei im Erzeugercode als Bodenhaltungseier gekennzeichnet sind, und wenn auf der Verpackung ein Zusatzetikett angebracht wird mit dem Wortlaut "Vorübergehend zum Schutz unserer Legehennen – Eier aus Bodenhaltung mit Wintergarten". Des Weiteren müssen alle Hinweise auf eine Freilandhaltung unkenntlich gemacht werden.

Ein Beispiel für so gekennzeichnete Eier:

Auf einem Eierkarton steht, dass Eier aus Bodenhaltung mit Wintergarten stammen.

Verbraucher bezahlen dann aus "Solidarität" mit den Landwirten weiterhin den etwas höheren Preis für eine Freilandhaltung, bekommen aber übergangsweise Eier aus Bodenhaltung mit Wintergarten. Ein Wintergarten für Legehennen ist ein nicht isolierter Außenscharrraum des Hühnerstalles mit massiver Überdachung, fester Bodenplatte und vogelsicherer Seitenbegrenzung.

Die ersten Eierpackungen mit dieser Kennzeichnung sind bereits im Handel. Dabei handelt es sich um Eier aus den Niederlanden, da auch dort schon seit Ende letzten Jahres eine Aufstallungspflicht gilt.

Bio-Eier dürfen auch während einer längeren Aufstallungspflicht als Bio-Eier vermarktet werden. Grund hierfür ist, dass für Bio-Eier neben dem Auslauf noch weitere Kriterien erfüllt sein müssen, wie z.B.: mehr Platz und Einstreu im Stall und ökologische Futtermittel.

Geflügelhalter sollten ihre Tiere von Wildvögeln fernhalten

Um zu verhindern, dass sich das Vogelgrippevirus auf weitere Geflügelmast- und Legehennenbetriebe ausweitet, sollten jetzt Nutz- und Heimtiere von Futter- und Wasserstellen, an denen sich Wildvögel aufhalten, unbedingt ferngehalten werden.

Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner, Puten und Enten befällt. Eine Übertragung auf den Menschen durch den Verzehr von Eiern, Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten wird von Experten als unwahrscheinlich bewertet.

Der Virus H5N8 war im Winter 2016/17 mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen und löste damals die bislang größte Vogelgrippe-Krankheitswelle in Deutschland und Europa aus. In deren Folge gab es eine wochenlange großflächige Stallpflicht für Geflügel in einigen Regionen Deutschlands.