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Corona: Welchen Schutz gibt es für Mund und Nase?

Stand:

FFP2-Masken und medizinische Masken (sogenannte OP-Masken) verringern Infektionsmöglichkeiten mit dem Coronavirus. Die Schutzwirkungen der einzelnen Masken sind dabei unterschiedlich. Wir erklären, was man beim Tragen von Masken beachten sollte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In ganz Deutschland gilt in bestimmten Bereichen die Pflicht zum Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken.
  • FFP2-Masken haben eine hohe Filterwirkung und schützen auch den Träger und sein Umfeld vor einer Ansteckung.
  • Wichtig ist es auch bei Tragen einer Maske die Abstands, -Hygiene- und Lüftungsgebote einzuhalten.
Eine Frau zieht sich eine FFP2-Maske auf.
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Bundesweite Maskenpflicht

Während der Corona-Pandemie haben die Bundesländer das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Teilen des öffentlichen Raums zur Pflicht gemacht. Als wichtiger Teil der sogenannten AHA-Regeln soll so die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro. In einzelnen Bundesländern werden auch höhere Beträge fällig.

Eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken gilt unter anderem für

  • den öffentlichen Nahverkehr
  • den Einzelhandel
  • Gottesdienste
  • Arbeitsplätze, an denen Mindestabstände nicht eingehalten und bestimmte andere Schutzmaßnahmen nicht ergriffen werden können (zur Verfügung stellen soll sie hier der Arbeitgeber)

An diesen Orten ist das Tragen von Masken mit Kennzeichnung FFP2, KN95 / N95 oder von OP-Masken Pflicht.

Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund- und Nasenbedeckung tragen können, sind von der Pflicht ausgenommen. Der Umstand, dass keine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden kann, ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen – beispielsweise durch eine entsprechende aussagekräftige ärztliche Bescheinigung.

Wo müssen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel und in anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht für Kinder ab dem Schuleintritt.

Informieren Sie sich am besten auf der Internetseite Ihres Bundeslandes oder Ihrer Gemeinde, welche Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung gelten.

Neben der Maskenpflicht gelten weiterhin die grundlegenden Regeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, gründlich die Hände zu waschen (nach jeder Berührung von Flächen und Gegenständen außerhalb der eigenen vier Wände) und in ein Einweg-Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen. Ausführlicher lesen Sie die Empfehlungen in diesem Artikel.


Alle Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie auf dieser Übersichtsseite zum Thema.


Was sind FFP2-Masken?

FFP2-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken und wurden ursprünglich als Staubschutzmasken konzipiert. Die englische Abkürzung steht für "filtering face piece". Filtermasken werden nach ihrer Durchlässigkeit für kleine Teilchen wie Staub oder Viren in drei Klassen eingeteilt: Es gibt FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken, wobei hier die Zahl für die unterschiedliche Filterleistung steht:

  • FFP1-Masken filtern 80 Prozent der Schadstoffe in der Atemluft
  • FFP2-Masken filtern 95 Prozent der Schadstoffe und Aerosole
  • FFP3-Masken filtern bis zu 99 Prozent der Schadstoffe und Aerosole

Detailliertere Infos zu unterschiedlichen Masken bieten zum Beispiel die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege.

FFP2-Masken dienen auch dem Eigenschutz des Trägers. Sie filtern mehr und auch kleinere Partikel und bieten daher mehr Schutz für den Träger.

Ihre Schutzfunktion ist europaweit durch die Norm DIN EN 149:2009-08 normiert. Entsprechend dieser Norm müssen die FFP2-Masken 95 Prozent der Partikel abfiltern. In der Maske befindet sich eine spezielle Filterschicht, welche elektrostatisch aufgeladen ist. Es werden auch die deutlich kleineren, aber gefährlichen Aerosol-Tröpfchen aus der Ein- und Ausatemluft entfernt.

Wie erkenne ich eine FFP2-Maske?

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, sollten Sie auf folgende Kennzeichnungen achten:

  • FFP2-Masken müssen ein CE-Kennzeichen haben.
  • Sie müssen eine 4-stellige Nummer vorweisen, die Rückschluss auf die zugelassene Prüfstelle gibt. Angegebene Prüfnummern können in der sogenannten NANDO-Datenbank auf der Website der EU-Kommission überprüft werden. In Deutschland gibt es aktuell folgende zugelassenen Prüfstellen: 0044 (TÜV Nord), 0121 und 0418 (DGUV), 0158 (DEKRA) und 0757 (ift Rosenheim).
  • Neben der Klasse (z.B. FFP2) folgt eine Leerstelle und entweder der Zusatz »NR« für non reusable, d.h. nicht wiederverwendbar (laut Arbeitsschutz nur für den Einsatz in einer Arbeitsschicht zugelassen), der Zusatz »R« für reusable, dh. wiederverwendbar oder der Zusatz »D«, der für Dolomitstaubtest bestanden steht.
  • Die Nummer und das Jahr der Veröffentlichung der Europäischen Norm müssen auf der Maske angegeben sein.
  • Auf der Maske soll ein Herstellername oder eine Marke abgedruckt sein.
  • Auf der Verpackung konformer Masken stehen die Angaben und die Anschrift des Herstellers oder des Unternehmens, das die Maske in Verkehr bringt.

Zudem sollte Ihnen beim Kauf der Maske eine Bedienungs- oder Gebrauchsanleitung mitgegeben werden. Fehlen diese genannten Kennzeichnungselemente, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Maske nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Im Februar 2021 hat die Stiftung Warentest ein Testergebnis für zehn FFP2-Masken veröffentlicht. Die Filterwirkung war bei allen Masken hoch, bei drei Masken bekommt man aber vergleichsweise schlecht Luft und manche Masken saßen nicht bei allen Probanden dicht.

An wen wende ich mich mit Beschwerden über falsche Kennzeichnung?

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, die nicht den oben genannten Anforderungen entsprechen oder Sie aus anderen Gründen den Verdacht haben, dass die Masken nicht den geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen, können Sie sich an die Bezirksregierung Ihres Wohnorts oder die in Ihrem Bundesland zuständige Behörde wenden.

Beispiel für eine richtig gekennzeichnete FFP2 Maske:

Herstellerangabe
Typ/Modellnummer
EN 149:2001+A1:2009
FFP2 NR - CE 0000

Ungültige CE-Kennzeichnungen 
Die folgenden Institute sind zum Beispiel keine zugelassene Zertifizierungsstellen für Atemschutzmasken:

  • CE 1282 - ECM (Ente Certificazione Macchine)
  • CE 2703 - ICR Polska
  • CE 2037 - CELAB
  • CE 0865 - ISET Srl Unipersonale
  • CE 1299 - TSU Slovakia (Technicky skusobny ustav Piestany)
  • CE 2468 - Zavod za ispitivanje kvalitete d.o.o.
  • CE 2466 - Zavod za ispitivanje kvalitete robe d.o.o.

Verschiedene stark filternde Masken

Neben den FFP2-Masken gibt es noch weitere stark filternde Masken, die eine andere Bezeichnung tragen: KN95- und N95-Masken.

Die KN95-Masken stammen aus China, N95-Masken werden in den USA zugelassen. Zertifizierungs- oder Zulassungsanforderungen für Atemschutzmasken können in den verschiedenen Ländern leichte Unterschiede aufweisen. Aufgrund ähnlicher Anforderungen haben die Schutzklassen für Atemschutzmasken mit der Bezeichnung KN95 und N95 eine ähnliche Filterwirkung und bieten damit einen vergleichbaren Schutz.

Seit dem 1. Oktober 2020 dürfen die KN95-Masken ohne EU-Zertifizierung nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Nur wer eine Sondererlaubnis der zuständigen Marktüberwachungsbehörde aus der Zeit vor dem 1. Oktober vorweisen kann, darf seinen bereits in der EU befindlichen Bestand noch abverkaufen. Auch dürfen auf den KN95-Masken keine CE-Kennzeichen angebracht sein, um eine Verwechslung mit den echten FFP2-Masken auszuschließen.

Eine Kopie dieser Bestätigung bzw. ein Zertifikat ist an alle Käufer der Masken beizufügen.

Apotheken dürfen auch Masken mit der Kennung KN95 aus China abgeben, sofern diese über das erforderliche Zertifikat verfügen und damit in Deutschland verkehrsfähig sind. KN95-Masken ohne eine entsprechende Bestätigung dürfen nicht als persönliche Schutzausrüstung abgegeben werden. Äußerlich ist nicht erkennbar, ob eine KN95-Maske qualitativ einer FFP2-Schutzmaske entspricht oder nicht. Dies lässt sich nur der schriftlichen Bestätigung der Überwachungsbehörde entnehmen, die der abgebenden Apotheke vorliegt.

Was muss ich beim Tragen von FFP2-Masken beachten?

Auch FFP2-Masken bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Wichtig ist daher, auch bei Tragen einer FFP2 -Maske die Abstands-, Hygiene- und Lüftungsgebote einzuhalten.

Wichtig: Der Schutzeffekt einer FFP2-Maske ist nur gegeben, wenn sie richtig und dicht anliegend getragen wird. Eine richtig angelegte FFP2-Maske schließt dicht am Gesicht ab, so dass sie beim Einatmen wie auch beim Ausatmen effektiv die Luft filtert. Problematisch ist das allerdings für Bartträger, da hier die Maske unter Umständen nicht dicht abschließt.

Das dichtere Material erhöht den Atemwiderstand. Gemäß der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kann die Tragedauer bei leichter körperlicher Arbeit bis mehr als 100 Minuten betragen, wegen situations- und personenbezogener Faktoren können aber keine verbindlichen Vorgaben gemacht werden.

Wann zahlt die Krankenkasse für FFP-Masken?

In Ausnahmefällen übernehmen gesetzliche Krankenkassen für hoch gefährdete Risikogruppen (wie etwa nach einer Organtransplantation und/oder bei bestehender Immunschwäche) nach ärztlicher Verordnung die Kosten für FFP2- oder FFP3-Masken. Dies gilt auch im Rahmen der Pflegeversicherung zum Schutz der pflegebedürftigen Person. Fragen Sie bei Ihrer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach, ob eine Kostenübernahme möglich ist.

Privatversicherte sollten bei Ihrer privaten Krankenversicherung nachfragen, ob auch hier in besonderen Krankheitsfällen eine Kostenübernahme möglich ist.

Kann man FFP2-Masken wiederverwenden?

FFP2-Masken werden in der Regel im Gesundheitswesen in Bereichen mit einem erhöhten Infektionsrisiko eingesetzt. FFP2-Masken sollten an sich nicht mehrfach verwendet werden, da es sich in der Regel um Einmalprodukte handelt, was auch am Aufdruck NR für "non-reusable", nicht wiederverwendbar, erkennbar ist. FFP2-Masken sind für den Arbeitsschutz gemacht und halten in der Gesamtsumme mindestens acht Stunden. Man kann die Zeit beim Tragen auch aufaddieren - etwa wenn man sie nur beim Busfahren und beim Einkaufen trägt.

Allerdings können Viren auf den Masken mehrere Tage infektiös sein.

Die Fachhochschule (FH) Münster hat, gefördert vom Bundesamt für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte, zusammen mit Expert:innen aus Virologie, Mikrobiologie, Hygiene und weiteren Fachbereichen die Wiederverwendbarkeit und Möglichkeiten zur Desinfektion von FFP2-Masken untersucht.

Sie fanden heraus, dass wohl unter bestimmten Bedingungen eine Reinigung und Wiederverwendung der Masken möglich ist. Die FH Münster forscht an weiteren Methoden zur Aufbereitung. Die Broschüre der FH Münster zur Wiederverwendbarkeit steht zum Download zur Verfügung und wird regelmäßig aktualisiert.

Wie ist es mit OP-Masken?

Viele Menschen tragen inzwischen sogenannte OP- oder medizinische Gesichtsmasken. Mit einer Zulassung nach DIN EN 14683 gilt dieser Maskentyp als medizinische Gesichtsmaske. Sie bestehen aus speziellen Kunststoffen und sind mehrschichtig aufgebaut. Sie schützen Menschen in der nahen Umgebung vor Tröpfchen, die der Maskenträger etwa beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase abgibt.

Sie verringern die Geschwindigkeit und Distanz, mit der sich auch sogenannte Aerosole nach vorn ausbreiten. Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte und wurden für den Fremdschutz entwickelt. Sie schützen vor allem das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen des Mundschutzträgers.

Allerdings können medizinische Gesichtsmasken bei festem Sitz auch den Träger der Maske schützen. Medizinische Gesichtsmasken sind zum Einmalgebrauch vorgesehen.