Rechtliche Ansprüche der Kreditnehmer

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Informationen zu Widerruf, vorzeitiger Ablösung, mangelhaften Produkten

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Ist ein Widerruf vom Kreditvertrag möglich?

Ein Verbraucherkreditvertrag kann grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden.

Auch bei einer echten "Null-Prozent-Finanzierung" gibt es seit dem 21.03.2016 nun ein gesetzliches Widerrufsrecht, wenn die vereinbarte Kreditsumme mindestens 200 Euro beträgt.

Im Falle des Widerrufs ist der Kreditnehmer auch an den Kaufvertrag nicht mehr gebunden, wenn beide Verträge ein verbundenes Geschäft darstellen. Dies ist bei "Null-Prozent-Finanzierungen" regelmäßig der Fall.

Welche Rechte habe ich bei mangelhaften Produkten?

Weist der finanzierte Kaufgegenstand während der Laufzeit der Ratenzahlung Mängel oder Defekte auf oder bestand der Fehler bereits zu Anfang, müssen dennoch zunächst die Raten weiter gezahlt werden. Denn Kauf- und Kreditvertrag sind separate Verträge. Im Hinblick auf die gesetzlichen Gewährleistungsrechte, etwa Nachbesserung oder Nacherfüllung, muss sich der Käufer grundsätzlich mit dem Händler auseinandersetzen. Bei Finanzierungsgeschäften gibt es allerdings eine Besonderheit:


Sowohl bei "Null-Prozent-Finanzierungen" mit einem Kreditbetrag von mindestens 200 Euro, als auch bei entgeltlichen Verbraucherdarlehen, die mit dem Kaufvertrag zu einem Geschäft verbunden sind,  gilt Folgendes: Kann der Verbraucher aus dem Kaufvertrag Nacherfüllung verlangen und schlägt diese fehl, kann er deswegen die Rückzahlung des Darlehens bis zu der Höhe verweigern, in der eine Minderung des Kaufpreises gerechtfertigt ist. Über eine Zahlungsverweigerung wegen Minderung sollte man das Kreditinstitut unbedingt informieren.


Kann der Kredit vorzeitig abgelöst werden?

Die "Null-Prozent-Finanzierung" kann jederzeit zurückgezahlt werden. Da kein Zinssatz vereinbart ist, darf das Kreditinstitut in diesem Fall keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Auch die Berechnung von Ablöse- oder sonstigen Bearbeitungsgebühren ist aus Sicht der Verbraucherzentrale unzulässig.

Was geschieht, wenn Raten nicht planmäßig gezahlt werden?

Bei einem Vertrag für einen kostenlosen Kredit, der vor dem 21. März 2016 abgeschlossen wurde, kann die Bank bei drohender Verschlechterung der Vermögenslage des Kreditnehmers, durch die die Rückzahlung des Kredites gefährdet werden kann, fristlos kündigen. Bei Ratenverzug bzw. nach Kündigung des Kredites kann der Kreditgeber auch bei einer bis dahin zinslosen Finanzierung Verzugszinsen und ggf. weitere anfallende Verzugskosten berechnen.

Für Verträge, die ab dem 21. März 2016 abgeschlossen wurden, gilt für die Kündigung wegen Ratenverzuges: Die Bank kann wegen Ratenrückständen nur kündigen, wenn der Verbraucher mit mindestens zwei aufeinander folgenden Raten ganz oder teilweise in Verzug ist. Gleichzeitig muss der Rückstand dabei aber einen prozentualen Mindestbetrag erreichen, abhängig von der Vertragslaufzeit.