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Riskante Pflanzen in Nahrungsergänzungen

Pressemitteilung vom
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Klartext-Nahrungsergaenzung.de der Verbraucherzentralen stark gefragt

Fragen an Klartext Nahrungsergänzung der Verbraucherzentralen zu Produkten mit einem Mix aus Pflanzenstoffen zeigen: Die Mittel sind der neue Renner und es besteht erheblicher Informationsbedarf dazu. Häufig stehen den vollmundigen Werbeversprechen der Anbieter Sicherheitsbedenken und riskante Zutaten gegenüber. „Klare gesetzliche Regelungen sind hier längst überfällig“, so Simone Goetz von der Verbraucherzentrale MV. Nahrungsergänzungsmittel müssen nicht zugelassen werden, ehe sie auf den Markt kommen. Seit Jahren fehlt eine europäische Bewertung der Sicherheit von Pflanzenstoffen. Auch eine gezielte Überwachung dieser Produkte ist nötig.

Rein pflanzlich heißt nicht immer harmlos

Über zwei Millionen Ratsuchende nutzten den Internetauftritt der Verbraucherzentralen seit dem Start im Januar 2017. „Die Auswertung von rund 1000 Anfragen und Beschwerden zeigen uns: Verbraucher brauchen dringend Informationen zu den teilweise willkürlich zusammengemixten Cocktails aus Pflanzenstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und diversen sonstigen Stoffen“, so Simone Goetz. Auch wenn viele der Produkte ganz „natürlich“ daherkommen: Pflanzen und zum Teil hochkonzentrierte Pflanzenauszüge können durchaus gesundheitsschädlich wirken. Zu vielen, teils exotischen, Pflanzen wie Kudzuwurzel, Schlafbeere oder Maca fehlen eindeutige Informationen zur Sicherheit. Manche Inhaltsstoffe können sich zum Beispiel negativ auf den Hormonstoffwechsel oder den Blutdruck auswirken. Auch sind Wechselwirkungen von Pflanzenstoffen mit Medikamenten möglich. Unklar bleibt zudem wie der Mix aus verschiedenen Pflanzenauszügen, Algen, Pilzen und sonstigen zugesetzten Stoffen miteinander reagiert. Gingko-Präparate können beispielsweise die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten beeinflussen.

Direktvertrieb und Internethandel: Ständiges Ärgernis

Vollmundige, aber meist unhaltbare Gesundheitsversprechen und riskante Zutaten häufen sich insbesondere bei Produkten, die in Online-Shops oder im Direktvertrieb angeboten werden. Auch das zeigen die Verbraucherbeschwerden sowie die vielen Warnungen und Untersuchungen der Verbraucherzentralen und Behörden zu Nahrungsergänzungen mit gefährlichen, zum Teil illegalen Zutaten wie Ephedrakraut. 

Die Verbraucherzentralen mahnen bei Gesetzgebung und Überwachungsbehörden dringenden Handlungsbedarf für die Sicherheit, Kennzeichnung und den Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln an.

Hintergrundinformationen:

Faktenblatt Zwei Jahre Klartext-Nahrungsergänzung.de

Positionspapier der Verbraucherzentralen und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zu Klartext-Nahrungsergänzung

www.klartext-nahrungsergaenzung.de
 

Für weitere Informationen:
Simone Goetz, Projekt Lebensmittel und Ernährung

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.