Unter Berücksichtigung der gültigen Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sind alle Beratungsstellen weiterhin erreichbar und organisieren eine Beratung für Sie. (Rostock 0381 / 208 70 50 , Schwerin 0385 / 591 81 10 oder Neubrandenburg 0395 / 568 34 10). Nutzen Sie auch den Weg über unsere sichere Online-Beratung.

Schluss mit unerwünschter Werbung

Pressemitteilung vom
Voller Breifkasten
Off

Die europäische Woche der Abfallvermeidung steht dieses Jahr unter dem Motto “ Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!“ Großes Einsparpotential hat unerwünschte Werbung, die Verbraucher täglich in ihren Briefkästen finden.

Verbraucher:innen erhalten Briefkasten-Werbung in Form von persönlich adressierter Werbung, sogenannten Posthauswurfsendungen, nicht adressierter Werbung, kostenlosen Werbeblättern, Werbebeilagen in Tageszeitungen und politischer Werbung von Parteien. Die meiste Werbung sind der nicht adressierten Werbung und den kostenlosen Zeitungen zuzurechnen. Nach einer aktuellen Erhebung der Universität Gießen kommen im Jahr schätzungsweise zwischen 1,3 und 1,83 Millionen Tonnen Papier für unadressierte Werbung zusammen – das sind bis zu zehn Prozent des gesamten deutschen Papierkonsums. Jedoch möchten nur 17 % der Bürger:innen gerne Briefkastenwerbung erhalten, während 76 % sie ablehnen.

Briefkastenwerbung, nur wenn gewünscht: Opt-In statt Opt-out
Viele Verbraucher haben einen Aufkleber "Bitte keine Werbung", der soll den Einwurf nicht adressierter Werbung verhindern, wird aber häufig von Zusteller:innen ignoriert. Lokale Werbeblätter mit redaktionellen Anteilen können nur ausgeschlossen werden, wenn auch: "Keine kostenlosen Zeitungen" zusätzlich vermerkt ist. Eine Umkehr des bestehenden Systems vom derzeitigen Opt-Out-Modell zum Opt-In-Modell kann Abhilfe schaffen. Das heißt, nur der bekommt noch Werbung, der einen „Werbung, ja Bitte“-Aufkleber auf seinem Briefkasten hat. Die gesetzliche Umstellung würde die Postwurfsendung oder gratis Zeitung also nicht abschaffen, es wäre jedoch gewährleistet, dass nur noch jene Verbraucher:innen Werbung erhalten, die das auch tatsächlich wüschen.

Abfallvermeidung ist Klima- und Umweltschutz
Rund 65 % der Deutschen werfen einen Teil oder alle direktverteilten Prospekte gleich weg. Das bedeutet, es wird sehr viel Papier für Werbeprospekte verschwendet, für deren Herstellung viel Holz, Wasser, Chemikalien und Energie benötigt werden. Werbung, die unerwünscht ist und nicht gelesen wird, ist somit nicht nur vermeidbarer Müll, sondern spart Ressourcen und Energie. Allein in Amsterdam, wo das Opt-In Modell bereits 2018 eingeführt wurde, konnten somit bereits 6000 Tonnen Papier jährlich eingespart werden. 

Die Initiative „Letzte Werbung“ hat ein Einsparpotential von mehreren 100 000 Tonnen Papier bei einer Systemumstellung für Deutschland berechnet.

Durch Briefkasten-Aufkleber gegen Werbung und Gratiszeitungen tragen Verbraucher schon jetzt dazu bei, unnötigen Papiermüll zu vermeiden, etwa eine halbe Million Tonnen schätzt die Initiative.

Wo Verbraucher Unterstützung bekommen:

  • Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern bietet Verbraucher:innen kostenfreie Aufkleber für Briefkästen an. Diese sind am 26.11. von 10 bis 16 Uhr am Infostand „Verbraucher stärken im Quartier“ im Rostocker Klenow Tor erhältlich. Die Aufkleber werden auch versandt, wenn Sie einen ausreichend frankierten und adressierten Rückumschlag an ihre Beratungsstelle der Verbraucherzentrale M-V senden.
  • Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale informiert der Artikel „Werbung per Post: So wehren Sie sich gegen unerwünschte Werbebriefe“ über die Rechtslage und erklärt Möglichkeiten, sich gegen unerwünschte Werbung zur Wehr zu setzen.

 

Für weitere Informationen:
Wiebke Cornelius, Leiterin Fachbereich Recht

 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.