Verbraucher stärken im Quartier Rostock

Pressemitteilung vom
Unterstützung für Bewohner:innen in Rostock Groß Klein
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Unterstützung für Bewohner: innen in Rostock Groß Klein

  • Bundesweites Projekt „Verbraucher stärken im Quartier“ unterstützt Menschen in strukturschwachen Stadtteilen
  • Gefördert wird das Modellprogramm im Rahmen der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt – Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier" durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)
  • Ziel ist die Stärkung von Kompetenzen im Konsumalltag und des Selbsthilfepotentials

 

Untergeschobene Handyverträge, hohe Energiekosten, steigende Lebensmittelpreise – für Menschen, die ohnehin wenig Geld zur Verfügung haben, ist der Konsumalltag oft eine besondere Herausforderung. In Rostock Groß Klein sind im Rahmen des bundesweiten Projekts „Verbraucher stärken im Quartier“ seit Juli 2020 zwei Mitarbeiter im Modell-Quartier aktiv. Sie informieren und unterstützen die Menschen vor Ort und geben den Verbraucherinnen und Verbrauchern konkrete Hilfestellung bei verbraucherrechtlichen Fragen.

Die Verbraucherzentralen der Länder und der Verbraucherzentrale Bundesverband bieten mit dem Bundesprojekt niedrigschwellige Unterstützungsangebote in Stadtquartieren an. Sie gehen gezielt auf Verbraucher:innen zu, die von den Verbraucherzentralen bisher nicht erreicht werden. Gründe hierfür können sprachliche oder kulturelle Barrieren, eingeschränkte Mobilität, geringe Kenntnisse rechtlicher Handlungsmöglichkeiten, unzureichende Kompetenz bei der Nutzung moderner Informationstechniken oder auch fehlendes Wissen zu Hilfs- und Unterstützungsstrukturen sein. 

Die Menschen im herausfordernden Verbraucheralltag stärken

„Die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise stellen Verbraucher:innen vor große Probleme. Die Menschen in den Quartieren sind davon in besonderer Weise betroffen. Sie sind mehr denn je auf die zugehende und niedrigschwellige Hilfe angewiesen, die wir mit dem Projekt bieten. Mit der aufsuchenden Arbeit unserer Quartiers-Mitarbeiter zeigen wir den Menschen hier, dass sie nicht allein sind.“, sagt Teresa Nauber, Geschäftsbereichsleiterin Kommunikation des Verbraucherzentrale Bundesverbands e.V.

In Rostock Groß Klein informiert das Team der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern zu Verbraucherthemen und hilft bei akuten Problemen zum Beispiel Stromsperren oder Schuldenfallen. Seit dem Start 2020 konnten im Quartier mehr als 1000 Verbaucher:innen geholfen werden. Das Quartiersbüro im Klenow Tor wird von den Menschen vor Ort sehr gut angenommen, was auch das hohe Aufkommen an Laufkundschaft außerhalb der Sprechzeiten zeigt. Verbraucher: innen wenden sich zumeist mit Fragen rund um das Thema Finanzen an die Quartiers-Mitarbeiter. Aber auch Fragen zu den Themen Vertragsrecht und digitale Angebote treten vermehrt auf.

Frau Wiebke Cornelius, Vorständin der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e. V. betont: „Direkt vor Ort zu sein und immer ein offenes Ohr für die Menschen im Quartier haben, ist ein wichtiges Merkmal unserer Arbeit. Wir stärken die Verbraucher: innen durch Aufklärung, gezielte Informationen und helfen ihnen dabei ihre Rechte zu kennen und wahrzunehmen. Besonders jetzt in der aktuell schwierigen Zeit“.

„Das Projekt ist heute wichtiger denn je. Denn gerade in Zeiten der Energiepreissteigerungen können viele sozial schwache Haushalte in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Eine Folge dieser Entwicklungen können Energiesperren sein, durch die die betroffenen Haushalte von elementaren Bestandteilen der Daseinsvorsorge abgeschnitten werden. Dies gilt es unbedingt zu verhindern. Was, wo und wie getan werden kann, oder wo man weiterführende Hilfe erlangen kann, erfahren diejenigen Verbraucher, die am meisten der Beratung und Unterstützung brauchen, vor Ort. Daher ist das Bundesprojekt „Verbraucher stärken im Quartier“ in der aktuellen Situation eine gute Sache.“, so Jacqueline Bernhardt, Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Vernetzung mit anderen sozialen Akteur: innen und Einrichtungen vor Ort ist eine wichtige Säule in der Quartiersarbeit und dient auch dem Auf- und Ausbau einer Verweisstruktur im lokalen Hilfs- und Unterstützungssystem. Gemeinsam mit den Netzwerkpartner:innen können passgenaue Lösungen für die verschiedenen Problemlagen der Quartiers-Bewohner: innen gefunden werden.

Hierzu ergänzt Helga Springeneer, Abteilungsleiterin für Verbraucherschutz, Verbraucherrechtsdurchsetzung und digitale Verbraucherthemen im BMUV: „Zu einer attraktiven Infrastruktur eines Quartiers gehört auch, dass die Menschen Zugang zu Information und Beratung zu ihren alltäglichen Verbraucheranliegen haben. Das Projekt will den Menschen in Rostock Groß Klein diesen Zugang so einfach und so bedarfsgerecht wie möglich gestalten. Sie müssen nicht erst einen Beratungstermin vereinbaren oder eine Beratungsstelle aktiv aufsuchen. Die gut vernetzten Projektmitarbeiter: innen stehen an den Knotenpunkten des Quartiers mit Rat und Tat zur Seite.“

Das Bundeskabinett hat im Jahr 2016 die ressortübergreifende Strategie „Soziale Stadt – Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier" beschlossen mit dem Ziel, in den Gebieten des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ (ehemals „Soziale Stadt“) sozial-integrative Projekte zu unterstützen, um einen Beitrag zur Stabilisierung in den Quartieren zu leisten. Für die bundesweiten Modellprogramme stellte das Bundesbauressort von 2017 bis 2020 jährlich 10 Millionen Euro bereit. 

Im Modellprogramm „Verbraucher stärken im Quartier” steht die aufsuchende Verbraucherarbeit in Quartieren im Focus, in denen der Bedarf besonders groß ist. Durch niedrigschwellige Angebote der Verbraucherzentralen sollen nachhaltige Hilfsstrukturen geschaffen werden. Dort, wo Verbraucher/-innen aufgrund ihrer Lebensumstände und ihres geringen Einkommens besonders verletzlich sind, etabliert das Programm neue Aufklärungsmöglichkeiten und geht auf die Menschen zu. Das Modellprogramm wird mit 16,2 Mio. EUR durch den Bund finanziert.

„Mit diesem Programm werden Menschen unterstützt, die es im Alltag am dringendsten benötigen. Gerade die niedrigschwellige und aufsuchende Verbraucherarbeit konnte in den unterschiedlichen Quartieren und Kiezen bereits vielen Menschen helfen. Die Verbraucherzentrale hat hier eine wichtige und sehr engagierte Arbeit geleistet. Ein großer Dank geht an das Team hier in Rostock. Anlässlich unserer heutigen Zwischenbilanz kann ich nur sagen: Dieses Team hier in Rostock-Groß Klein hat bereits viel getan, um den Menschen im Quartier ein besseres Leben zu ermöglichen und sie in ihrem oftmals schwierigen Alltag zu unterstützen.“, so Sören Bartol, Staatssekretär im BMWSB.

Für die Menschen vor Ort in Rostock Groß Klein

Ein wichtiger Teil der Arbeit der Quartiers-Mitarbeiter Ronny Cammin und Mathias Krämer ist neben der Aufklärung auch die Prävention, zum Beispiel in Bildungseinheiten oder Infoständen im Quartier. 

„Sie geben aber auch Hilfestellung im Einzelfall. Montags von 13 bis 16 Uhr im Börgerhus (Gerüstbauerring 28, 18109 Rostock) und donnerstags von 10 bis 15 Uhr im Klenow Tor (Albrecht-Tischbein-Straße 48, 18109 Rostock) bietet das Quartiers-Team eine offene Sprechstunde an.“

Weitere Informationen zur Arbeit im Quartier Rostock Groß Klein gibt es unter: Miteinander im Quartier | Verbraucher stärken in Rostock (miteinander-im-quartier.de)

Für weitere Informationen  
Wiebke Cornelius | Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. 
Jana Eitner  | Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

 

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