Das Finanzierungskonzept

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Wer ein Scheitern der Baufinanzierung oder gar die Zwangsversteigerung vermeiden will, sollte schon vor der Kauf- oder Bauentscheidung mit spitzem Bleistift rechnen und ein mit ausreichend Reserven versehenes Finanzierungskonzept erstellen.

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Mit dem Erwerb des Eigenheims wagen Sie einen Schritt, der Ihr Leben über Jahrzehnte hinweg beeinflussen wird – insbesondere in finanzieller Hinsicht. Beim Erstellen des Finanzierungskonzeptes sollten Sie daher nicht nur Ihre aktuelle Situation betrachten, sondern auch verschiedene Zukunftsszenarien mit einbeziehen.

Dabei sollten die nachfolgenden Fragen schlüssig beantwortet werden können:

  • Können die Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notargebühren) sowie mindestens 10 % des Kaufpreises aus Eigenkapital finanziert werden?
  • Kann bei niedriger Eigenkapitalquote eine höher als üblich ausfallende Anfangstilgung verkraftet werden, damit über zusätzliche Tilgung möglichst schnell die höhere Darlehenssumme verringert wird?
  • Kann die Einbindung eines zuteilungsreifen Bauspardarlehens die Zinsbelastung senken oder ist es sinnvoller, sich nur das Guthaben auszahlen zu lassen und auf das Darlehen zu verzichten?
  • Lässt sich die Kreditrate auch dann noch problemlos verkraften, wenn aufgrund eines unfreiwilligen Jobwechsels oder einer Krankheit das Einkommen sinkt?
  • Wie entwickelt sich die Finanzlage, wenn sich ein weiteres Kind ankündigt und damit das Einkommen eines Ehepartners vorübergehend ausfällt?
  • Ist umgekehrt zu erwarten, dass das Familieneinkommen steigt, weil einer der Ehepartner nach der Erziehungspause wieder in den Job zurückkehrt?
  • Zeichnet es sich ab, dass in den kommenden Jahren Kinder finanzielle Unterstützung brauchen, beispielsweise wegen eines Studiums?

All diese Faktoren zeigen, dass das ideale Finanzierungskonzept Kalkulationssicherheit mit Flexibilität verbinden muss.

Sinnvoll ist in aller Regel der Einsatz eines Hypothekendarlehens mit zehn- oder fünfzehnjähriger Zinsbindung, das jedoch ausreichende Sondertilgungskontingente von wenigstens jährlich fünf Prozent der Darlehenssumme bietet. Gut ist es auch, wenn während der vereinbarten Zinsbindungsfrist die Kreditrate verändert werden kann – beispielsweise in Form eines erhöhten Tilgungsanteils, wenn nach der Rückkehr aus der Erziehungspause das Familieneinkommen in einigen Jahren steigt. Diese Möglichkeit des Ratenwechsels bieten viele Kreditinstitute mittlerweile ohne Aufpreis an – je nach Institut kann der Kreditnehmer die Höhe des Tilgungssatzes während der Zinsbindung mindestens zweimal ändern und zwischen ein und fünf Prozent der Kreditsumme neu festlegen.