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Lebensmittelkennzeichnung verbessern

Stand:
Verbraucher:innen können bislang Prozessqualitäten bei der Lebensmittelproduktion nicht anhand der Kennzeichnung nachvollziehen. Viele Vertrauenseigenschaften unterliegen nur freiwilligen Kennzeichnungssystemen.
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Vor welchem Problem stehen die Verbraucher:innen?

Aussagefähige und verlässliche Kennzeichnungen für Lebensmittel sind für Verbraucher:innen essentiell. Dabei stehen vor allem Eigenschaften wie Regionalität, Tierwohlgerechtigkeit, vegetarisch/vegan, fair gehandelt u.a. im Fokus. Für alle diese Produkteigenschaften gibt es derzeit keine verlässlichen Angaben. Im Gegenteil, bei entsprechender Bewerbung durch die Hersteller und Händler besteht vielmehr ein hohes Irreführungspotential.

Viele Verbraucher:innen in Mecklenburg-Vorpommern wünschen sich regional erzeugte Lebensmittel. Die jetzigen gesetzlichen Vorgaben zur Herkunftskennzeichnung geben nur ungenügend über die Herkunft der verarbeiteten Rohstoffe Auskunft. Beim Fleischeinkauf fehlen Verbraucher:innen Informationen über die Tierhaltung. Derzeit vorhandene Label sind mit Ausnahme der Bio-Kennzeichnung wenig bekannt. Und: Gerade einmal dreizehn Prozent* des Fleisch-Angebots in Supermärkten und Discountern stammen aus Haltungsformen mit deutlich mehr Tierschutz.

Das fordert die Verbraucherzentrale:

  • Mecklenburg-Vorpommern sollte eine Initiative „Verlässliche Lebensmittelkennzeichnung" starten, mit dem expliziten Ziel, dass gesetzliche Kennzeichnungssysteme für Produkteigenschaften wie Regionalität, klimafreundlich und vegetarisch/vegan nach dem Vorbild der Öko-Kennzeichnung etabliert werden.
  • Darüber hinaus braucht es ein aussagekräftiges Tierwohllabel. Mit Unterstützung des Landes muss das  staatliche Tierwohlkennzeichen für Schweine zügig bundesweit eingeführt und auf alle Nutztierarten ausgeweitet werden. Mittelfristiges Ziel muss eine EU-weite verbindliche Tierwohlkennzeichnung sein.
  • Sollten Lebensmittelpreise durch höhere Standards steigen, müssen Verbraucher:innen sicher sein können, dass der Mehrpreis auch tatsächlich zu mehr Tierwohl, Klimafreundlichkeit oder Nachhaltigkeit entlang der Lebensmittelkette führt.

 

*Verbraucherzentralen: Marktcheck der Verbraucherzentralen zur Kennzeichnung „Haltungsform“, Stand November 2020