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Dreiste Abzocke mit Telefonerotik

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Verbraucherzentrale warnt vor dubiosen Zahlungsaufforderungen.

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Dreist abkassieren wollen etliche Firmen wegen angeblich in Anspruch genommener Telefonerotik. Die Verbraucherzentrale rät: auf keinen Fall zahlen, der Zahlungsaufforderung widersprechen und sich nicht von Mahnungen und Inkassoschreiben verunsichern lassen.

In der Vergangenheit haben die Verbraucherzentralen bereits vor den Firmen TRC Telemedia, MB Direct Phone Ltd. bzw. Czech Media Factoring, Kaver Plus oder Euro Solutions s.r.o. gewarnt. Verschickt wurden Rechnungen in Höhe von 75 bis 90 Euro. Gleich 135 Euro wollte Anfang 2017 die Firma OBL aus dem tschechischen Králův Dvůr überwiesen bekommen. Die Firma "Factor" verfiel gar auf die Idee, 90 Euro in bar an eine Postfach-Adresse zu verlangen.

Wer nicht zahlt, wird mit Mahnungen traktiert. Behauptung immer: Vom Telefonanschluss der betroffenen Verbraucher sei durch Anwahl bestimmter Festnetznummern eine Telefonsexdienstleistung in Anspruch genommen worden. Nicht wenige Verbraucher werden aus Angst oder Scham die vermeintliche Forderung beglichen haben.

Eine Verpflichtung, zu zahlen, besteht nur, wenn tatsächlich eine kostenpflichtige Leistung bestellt oder vereinbart war. Die Firma muss nachweisen, dass ein rechtsgültiger Vertrag über den geforderten Preis abgeschlossen wurde.

Grundsätzlich reagieren sollten Verbraucher, wenn ihnen ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird. Gegen diesen kann innerhalb von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden. Der von einem Anbieter behauptete Zahlungsanspruch wird dann in einem gerichtlichen Verfahren geklärt. Den Verbraucherzentralen ist allerdings bislang noch kein Fall bekannt geworden, in dem die Petersberger "Unternehmen" einmal ihre Drohung wahr gemacht und die angeblichen "Schulden" per Mahnbescheid oder Klage gerichtlich durchgesetzt hätten.