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Wissen nützt – Wissen schützt

Anruf in Abwesenheit: Nicht zurückrufen!

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ping-Anrufe aus dem Ausland: Es klingelt kurz und das Handy zeigt einen verpassten Anruf. Gehen Sie nicht ran und rufen Sie nicht zurück!
  • Falls Sie doch versehentlich angerufen haben, können Sie in einer Liste der Bundesnetzagentur prüfen, ob Sie für den Anruf zahlen müssen.
  • Die Bundesnetzagentur verpflichtet nun zusätzlich die Netzbetreiber zu Ansagen, bevor eine teure Verbindung aufgebaut wird.
Auf einem Smartphone-Display ist der Hinweis "Entgangener Anruf" zu sehen.
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Das Handy klingelt oft nur kurz und zeigt anschließend einen Anruf in Abwesenheit an. Oder man schafft es, ran zu gehen und hört nichts. Auf dem Display ist eine ausländische Nummer zu sehen, die zum Beispiel mit +216 (Tunesien) oder +257 (Burundi) beginnt. Solche "Ping-Calls" können teuer werden – bis zu drei Euro pro Minute.

Die Zahl solcher Lockanrufe hat in Deutschland drastisch zugenommen: Im Oktober 2017 gingen bei der Bundesnetzagentur rund 30.000 Beschwerden ein – doppelt so viele wie von Januar bis September, teilt die Behörde mit. Sie reagiert und verpflichtet nun die Telefonnetzbetreiber, Warnhinweise vor bestimmten Ländervorwahlen zu schalten. Wählt man eine Nummer in einem der 22 Länder und die des weltweiten mobilen Satellitendienstes (z. B. auf Schiffen), soll es zunächst eine Ansage geben. Die soll darüber informieren, dass das Gespräch teuer werden kann. Legt der Anrufer während der Ansage auf, sollen laut Bundesnetzagentur keine Kosten entstehen. Bis zum 15. Januar 2018 müssen die Netzbetreiber die Anordnung umgesetzt haben.

Verursacher verdienen an Telefonkosten mit

Hinter den "Ping-Calls" stecken in der Regel Computer, die angerufenen Nummern stammen laut Polizei Sachsen von Adresshändlern oder werden nach dem Zufallsprinzip angewählt. Vermutlich wollen die Verwender zum einen feststellen, ob die Nummern aktiv genutzt werden. Zum anderen könnte dahinter die Absicht stecken, die Neugierde der Angerufenen zu wecken und zu einem teuren Rückruf zu animieren. Die Verursacher verdienen an den hohen Telefongebühren mit, erklärt die Bundesnetzagentur.

Die Ansagen sollen für folgende Länder (Vorwahlen) geschaltet werden: Burundi (00257), Tschad (00235), Serbien (00381), Seychellen (00248), Tunesien (00216), Elfenbeinküste (00225), Guinea (00224), Sudan (00249), Marokko (00212), Tansania (00255), Benin (00229), Mali (00223), Uganda (00256), Madagaskar (00261), Albanien (00355), Bosnien-Herzegowina (00387), Somalia (00252), Liberia (00231), Malediven (00960), Jemen (00967), Mazedonien (00389), Sierra Leone (00232), Global Mobile Satellite System (00881).

Unsere Tipps:

  • Gehen Sie bei ausländischen Nummern nicht ans Handy, wenn Sie keinen Anruf aus dem Ausland erwarten.
  • Rufen Sie unbekannte Rufnummern nicht zurück.
  • Sperren Sie die Rufnummer, damit Sie davon keine Anrufe und SMS mehr erhalten. Eine Garantie dafür, dass Sie dann Ruhe haben, gibt es allerdings nicht. Denn die Anrufer können ihre Nummern leicht wechseln. Und Achtung: Durch die Sperre wird nicht verhindert, dass Sie die Nummer weiterhin zu hohen Kosten anrufen können.
  • Auf der Maßnahmenliste der Bundesnetzagentur können Sie prüfen, ob bereits ein "Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung" vorliegt. In dem Fall müssen Sie die angefallenen Kosten auf Ihrer Telefonrechnung nicht zahlen. Falls die Nummer nicht aufgeführt ist, können Sie sie bei der Bundesnetzagentur melden.