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Online-Patientenverfügung: Teurer ist nicht immer besser

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wir haben elf kostenpflichtige Online-Angebote zu Patientenverfügungen untersucht. Die meisten stimmen mit kostenlos erhältlichen Textbausteinen des Bundesjustizministeriums überein.
  • Bei einigen Angeboten gibt es wortreiche Erweiterungen dieser Vorlagen – da können zu Ihrer Patientenverfügung sogar Missverständnisse aufkommen.
  • Unseren Ratgeber mit ausführlichen Erläuterungen, Textbausteinen und Checklisten gibt es inzwischen in der 19. Auflage.
Nahaufnahme einer Patientenverfügung
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Kostenpflichtige Online-Patientenverfügungen versprechen eine schnelle, professionelle Erstellung individuell passender Unterlagen. Dabei reichen die Preise von 10 bis 140 Euro und die Bandbreite der Angebote vom reinen Download der Formulare bis hin zum persönlichen Kontakt mit Experten. Wir haben das Geschäftsmodell unter die Lupe genommen und festgestellt: Teurer ist nicht immer besser.

Mit einer Patientenverfügung legen Sie Ihren Willen für den Fall fest, dass Sie medizinisch behandelt werden müssen, aber einmal nicht mehr selbst darüber entscheiden können. Knackpunkt dabei: Sie müssen möglichst konkrete Angaben festhalten und viele verschiedene, häufig auftretende medizinische Behandlungssituationen berücksichtigen.

Die meisten bieten Textbausteine des Bundesjustizministeriums

Mit kostenpflichtigen Online-Angeboten können Sie solche Wünsche durchaus wirksam festlegen. Allerdings haben wir kaum ein Argument dafür finden können, dass diese kostenpflichtigen Angebote besser abschneiden als gängige Vordrucke, die Sie sich von Ministerien besorgen, aus dem Internet kostenfrei zum Ausfüllen herunterladen oder im Buchhandel kaufen können.

In einem Test von elf kostenpflichtigen Online-Angeboten haben wir festgestellt, dass die meisten online angebotenen Patientenverfügungen mit den kostenlos erhältlichen Textbausteinen des Bundesjustizministeriums sogar übereinstimmen.

In Ruhe entscheiden und möglichst konkret formulieren

Kritisch sind Angebote zu betrachten, die eine Optimierung erprobter Patientenverfügungsmuster versprechen. Wir konnten uns von einem Mehrwert solcher Angebote nicht überzeugen. Im ungünstigsten Fall können wortreiche Erweiterungen gängiger Formulierungen sogar Zweifel aufwerfen, wenn die Breite der Formulierungen als Unsicherheit des Verfassers interpretiert wird. Dann wäre der höhere Preis für eine solche Version schlecht investiert.

Als bedenklich bewerten wir zudem Stil und Inhalt zahlreicher Werbetexte. Häufig schüren diese die Angst, der Medizin ohne die beworbene Patientenverfügung hilflos ausgesetzt zu sein. Dabei ist gerade ein kühler Kopf bei der Erstellung einer Patientenverfügung die beste Garantie für eine nachvollziehbare Bekundung des eigenen Willens.

Unseren Ratgeber "Patientenverfügung" gibt es inzwischen in der 19. Auflage. Hier finden Sie ausführliche Informationen, bewährte Textbausteine und Checklisten für Ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen. Wir bieten außerdem ein Infoblatt mit wichtigen Punkten rund um Patientenverfügungen.