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Impfungen gegen Corona: wichtige Fragen und Antworten

Stand:

Es gibt erste zugelassene Impfstoffe gegen Corona. Aber wer erhält sie, wer zahlt dafür, wo wird es Impfzentren geben, welche Risiken sind mit der Impfung verbunden...? Wir geben Antworten auf wichtige Fragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Inzwischen sind drei Corona-Impfstoffe für einen Einsatz in Deutschland freigegeben worden: von Biontech/Pfizer, Moderna und von Astrazeneca.
  • Für die Impfung gibt es eine bestimmte Reihenfolge. Zuerst sind unter anderem Menschen ab 80 sowie diejenigen in stationären (Pflege-)Einrichtungen und das dortige Personal dran.
  • Bis das Coronavirus gestoppt werden kann, müssten wohl Millionen Deutsche geimpft werden. Eine Kraftanstrengung, die noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
Impfspritze wird an einen Oberarm gehalten
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Verschiedene Impfdosen sind für Deutschland zugelassen und eine Corona-Impfung hat kurz nach Weihnachten begonnen. Damit kommen aber auch Fragen auf: Wie wird der Impfstoff verteilt, wer bekommt ihn zuerst, wie gut schützt er, gibt es Nebenwirkungen …? Zu einigen wichtigen Fragen geben wir hier Antworten. Den Artikel halten wir stets aktuell – denn die Lage verändert sich immer wieder.

Wie weit sind die Impfstoffe und wie werden sie für Deutschland zugelassen?

Zuständig dafür, einen Impfstoff und die Studien der Hersteller zu prüfen, ist zunächst die europäische Arzneimittelbehörde EMA. Diese Behörde gibt der Europäischen Kommission eine Empfehlung, ob ein Impfstoff zugelassen werden kann. In Deutschland wiederum prüft dann das Paul-Ehrlich-Institut jede Charge.

Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie von Moderna und Astrazeneca sind für die EU-Länder zugelassen worden. Die ersten rund 4 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs sind in Deutschland außerdem am 22. Dezember 2020 vom Paul-Ehrlich-Institut freigegeben worden. Seitdem wird geimpft. In der Regel wird die Impfung in zwei Dosen innerhalb einiger Wochen verabreicht.

Die großen Mengen Impfstoffe, von denen in Medienberichten viel zu lesen ist, sichert sich Deutschland auf europäischem Wege. Zwischen der EU und den Herstellern wurden bereits Verträge abgeschlossen und Deutschland wiederum teilt sich die zugesicherten Dosen dann mit den anderen EU-Staaten. Dabei geht es allein auf unserem Kontinent um die Verteilung Hunderter Millionen Impfdosen.

In welcher Reihenfolge wird geimpft? Wer entscheidet das?

In der aktuellen Corona-Impfverordnung (der Link führt zur Version vom 8. Februar 2021) ist die Reihenfolge, in der die Impfungen erfolgen sollen, geregelt. Hier ist festgelegt, wer zuerst geimpft werden soll. Da zu Beginn der Impfkampagne noch nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht, um allen Anspruchsberechtigten gleichzeitig ein Impfangebot zu machen, muss priorisiert werden.

Da der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland bislang nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen wurde, ist im Februar 2021 die Coronavirus-Impfverordnung neu gefasst worden. Es gelten nun leicht geänderte Regelungen zur Reihenfolge der Impfungen. Mit dem Impfststoff von Astrazeneca sollen demnach vorrangig Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren geimpft werden und mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna alle ab 65 Jahren entsprechend der vorgegebenen Impfreihenfolge.

Nach der angepassten Impfverordnung werden mehr Personen in der Gruppe mit zweiter Priorität (Personen mit hoher Priorität) eingestuft.

Höchste Priorität haben:

  • alle Menschen ab 80
  • Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder dort tätig sind
  • Personen, die in ambulanten Pflegediensten Ältere oder Pflegebedürftige betreuen
  • Personen, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, bei Rettungsdiensten oder in den Impfzentren arbeiten
  • Mitarbeiter von medizinischen Einrichtungen, die besonders gefährdete Menschen behandeln, z.B. Onkologie oder Transplantationsmedizin

Zur zweiten Kategorie mit hoher Priorität zählen:

  • alle Menschen ab 70
  • Menschen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht: Personen mit Trisomie 21; Personen nach Organtransplantation; Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression); Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt; Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung; Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%); Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung; Personen mit chronischer Nierenerkrankung; Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40)
  • eine enge Kontaktperson von solchen pflegebedürftigen Personen, die über 70 Jahre alt sind, Trisomie 21 oder eine geistige Behinderung (bzw. Demenz) oder nach einer Organtransplantation ein hohes Infektionsrisiko haben
  • eine Kontaktperson von Schwangeren
  • Menschen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege geistig oder psychisch behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Menschen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbarem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sowie Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Menschen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind
  • Menschen, die z.B. in. in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften untergebracht oder dort tätig sind
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind

Zur dritten Gruppe mit erhöhter Priorität gehören:

  • alle Menschen ab 60
  • Menschen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht: Dazu gehören Patienten mit Immundefizienz, HIV-Infizierte, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologische Erkrankungen, einer Krebserkrankung; Patienten mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie; Patienten mit zerebrovaskulären Erkrankungen, Schlaganfall oder einer anderen chronischen neurologischen Erkrankung; Patienten mit Asthma bronchiale, chronisch entzündlicher Darmerkrankung; Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c < 58 mmol/mol oder < 7,5%); Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 30)
  • bis zu zwei enge Kontaktpersonen von einer nicht in einer Einrichtung lebenden pflegebedürftigen Person (> 60 Jahre und/oder einer der obigen Erkrankungen)
  • Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz, sowie dem Lebensmitteleinzelhandel
  • Personen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte in Schulen tätig sind (ausgenommen Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen; siehe zweithöchste Priorität)
  • Menschen in prekären Arbeitsbedingungen, wie etwa Saisonarbeiter

Neu ist außerdem, dass Menschen mit einer Erkrankung, die in der Impfverordnung nicht genannt wird, eine hohe oder erhöhte Priorität haben können (Prioritätsgruppen zwei und drei), wenn mindestens ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer COVID-Infektion besteht. Dazu ist ein Attest erforderlich. Diese Bescheinigung dürfen ausschließlich berechtigte Einrichtungen ausstellen, die von den obersten Landesgesundheitsbehörden und den von ihnen bestimmten Stellen hiermit beauftragt wurden.

Im Anschluss können alle anderen Menschen geimpft werden. Man geht davon aus, dass die Impfungen dann auch in den Hausarztpraxen stattfinden können.

Anspruchsberechtigt sind generell alle, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben oder sich hier längerfristig oder regelmäßig aufhalten. Aber auch diejenigen, die in bestimmten Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen arbeiten, aber nicht in Deutschland wohnen.

Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina sowie die Ständige Impfkommission hatten sich mit der Frage beschäftigt, wie Impfstoffe gegen Corona möglichst effektiv und möglichst gerecht verteilt werden können. Ihre Empfehlung, an der sich die Impfverordnung in vielen Punkten orientiert: Zuerst sollen Menschen mit Vorerkrankungen (z.B. der Lungen oder der Bronchien) geimpft werden, sowie Ältere und Beschäftigte in besonders wichtigen Berufen - etwa Ärzte, Pfleger, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher.

Atteste für Personen mit Vorerkrankungen

Jüngere Menschen in den Priorisierungsgruppen zwei und drei mit Vorerkrankungen, die nicht schon wegen ihres Alters (über 70 Jahre bzw. über 60 Jahre) impfberechtigt sind, benötigen ein ärztliches Zeugnis zur Vorlage im Impfzentrum. Der Arzt muss auf dem Attest keine Details angeben. Eine formlose Bescheinigung, dass eine Erkrankung, dass eine Erkrankung für hohe bzw. erhöhte Priorität vorliegt, reicht aus.

Konkretisierung bei den Folge- und Auffrischimpfungen

Folge- und Auffrischimpfungen müssen mit dem gleichen Impfstoff erfolgen wie die Erstimpfung. Der von der Ständigen Impfkommission empfohlene Abstand zwischen Erst- und Folgeimpfung beträgt

  • beim Impfstoff von Biontech/Pfizer drei bis sechs Wochen
  • beim Impfstoff von Moderna vier bis sechs Wochen
  • beim Impfstoff von Astrazeneca neun bis zwölf Wochen

Gibt es Risiken, die mit einer Impfung gegen Corona verbunden sind?

Die Studien zeigen bei den bisherigen Impfstoff-Kandidaten keine größeren Gefahren an. Leichte Nebenwirkungen sind bei Impfungen nichts Ungewöhnliches (z.B. Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Müdigkeit und eine schmerzende Schwellung an der Einstichstelle). Meist ist das ein gutes Zeichen - das Immunsystem reagiert auf den Impfstoff. Achten Sie allerdings darauf, dass die Symptome nicht zu stark ausfallen und schnell wieder abklingen. Falls das nicht der Fall ist: Nehmen Sie Kontakt zu einem Arzt auf.

Dass es in seltenen Fällen zu schwereren Nebenwirkungen kommt, lässt sich bei Impfstoffen nicht ganz ausschließen. In sehr seltenen Fällen ist es zu allergischen Reaktionen gekommen. Auch das ist für Impfstoffe nicht ungewöhnlich - und Mediziner können darauf reagieren. Wissen Sie von Allergien bei sich, sollten Sie das vor der Impfung ansprechen.

Nebenwirkungen können Sie übrigens auch über ein Portal des Paul-Ehrlich-Instituts melden, damit die Behörden das prüfen können: https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html. Achtung: Eine solche Meldung ersetzt keinen Kontakt zu einem Arzt, wenn es Ihnen schlecht geht!

Private Versicherungsunternehmen werben mit Unfallversicherungen, die gesundheitliche Folgen von Corona-Impfungen finanziell abfedern sollen. Aber: Ein Versicherungstarif nur gegen Corona-Impfschäden ist in der Regel nicht ratsam. Hier spielen Versicherungen mit den Ängsten der Menschen. Mehr lesen Sie in unserem Artikel zu dem Thema.

Kostet mich die Impfung etwas?

In Deutschland sollen die Impfstoffe für Verbraucher kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Aufbau und Organisation von Impfzentren übernehmen sowohl Bund und Länder als auch die gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen.

Wie funktioniert das mit den geplanten Impfzentren? Was ist, wenn ich nicht selbst hin komme?

Die Impfzentren werden von den Bundesländern eingerichtet, um mehr Menschen in kürzerer Zeit impfen zu können. Impfzentren sind außerdem notwendig, weil einige der Wirkstoffe bei bis zu minus 70 Grad gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie sich dagegen teils nur wenige Tage. Mit der aktuellen Infrastruktur und den notwendigen Mengen geht das nicht beim Hausarzt.

Zuständig für die rund 440 Impfzentren sind die Bundesländer. Sie haben in der Regel pro Landkreis beziehungsweise kreisfreier Stadt ein Impfzentrum errichtet. Ausnahmen sind Großstädte: Dort kann es auch mehr als ein Zentrum geben.

Für den Weg zum Impfzentrum kann z.B. ein Taxi genommen werden. Möglichkeiten, die Kosten dafür zu erstattet bekommen, erläutern wir in diesem Artikel. Ebenfalls im Einsatz sind mobile Teams. Sie sollen bewegungseingeschränkte Menschen in Betreuungseinrichtungen oder auch zu Hause aufsuchen, um sie zu impfen. Später soll auch in Arztpraxen geimpft werden.

Wie werden Termine für eine Impfung vergeben?

Für eine Impfung in einem Impfzentrum werden Sie einen Termin brauchen. Wie das genau ablaufen soll, kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Geplant sind telefonische sowie digitale Anmeldesysteme. Bundesländer bereiten Hotlines, Internetseiten und/oder Apps vor. Einige planen, Bürger per Brief zur Impfung einzuladen.

  • Ihr Alter können Sie mit Personalausweis oder Pass nachweisen.
  • Gehören Sie zu einer Risikogruppe und können bereits geimpft werden, wird eventuell ein Attest von Ihrem Arzt notwendig sein.
  • Gehören Sie zu einer bestimmten Berufsgruppe, die mit Priorität geimpft werden kann, wird es vermutlich Bescheinigungen vom Arbeitgeber geben.

Die Bundesländer geben Auskunft dazu, wie bei ihnen Termine vergeben werden sollen (und beantworten oft weitere Fragen zur Impfung). Hier finden Sie zu den entsprechenden Seiten:

Wie wirksam wird der Impfschutz sein? Gibt es dennoch ein Risiko, zu erkranken?

Die bisherigen Impfstoff-Kandidaten haben nach den Angaben der Hersteller in den Studien eine hohe Wirksamkeit gezeigt. Biontech und Moderna geben an, dass nach einer Doppelimpfung rund 95 Prozent einen Schutz hatten. Der vom Pharmakonzern Astrazeneca entwickelte Impfstoff lag - je nach Verabreichung und Dosierung - bei einer Effektivität von 90 beziehungsweise 62 Prozent.

Für Impfstoffe sind diese vorläufigen Studienergebnisse sehr gute Werte. Der Berliner Virologe Christian Drosten sprach im NDR-Podcast von sehr guten Nachrichten. "Diese Impfstoffe sind alle überraschend gut effizient."

Es ist außerdem nicht klar, ob die Impfungen "nur" vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen oder ob die Mehrzahl der Geimpften auch andere nicht mehr ansteckt. Im Zweifel erleichtert die Impfung dem Körper zwar den Kampf gegen das Virus, man kann aber durchaus eine Zeit lang ansteckend für andere sein.

Bei allen Impfstoffen, die bisher im Gespräch sind, braucht es zwei Impfungen, um den vollen Schutz aufzubauen. Nach drei bzw. vier Wochen muss dann eine zweite Impfung erfolgen. Das ist bei vielen herkömmlichen Impfungen ebenfalls so.

Wie wirkt ein mRNA-Impfstoff?

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Sie basieren auf einem neuen Mechanismus. Das Präparat enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Körperzellen nutzen die genetische Information zum Bau des Erregerbestandteils. Anschließend erkennt das menschliche Immunsystem den fremden Erregerbestandteil und baut eine schützende Immunantwort auf.

Ziel der Impfung auf diese Art ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

RNA-Impfstoffe könnten das Erbgut von Menschen weder ändern noch falsche Immunantworten hervorrufen, so Experten. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts, Thomas Mertens, erklärt: "Der Impfstoff wird zwar mit gentechnischen Methoden hergestellt, aber beim Geimpften findet keine Änderung des Genoms statt - und das kann man sich auch kaum vorstellen."

Der Impfstoff wird in der Regel in einen Muskel im Oberarm gespritzt. Vorteile: Die Stelle ist gut zu erreichen. Und der Wirkstoff bleibt für einige Stunden im Muskel, wodurch der Körper Zeit hat, ihn zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wie lange hält der Impfschutz?

Das ist unklar, denn es gibt noch keine Langzeitstudien. Es gilt als unwahrscheinlich, dass eine Impfung gegen Corona ein ganzes Leben lang schützt. Es könnte eher sein, dass man sie wie bei der Grippe-Schutzimpfung regelmäßig wiederholen muss.

Auch eine überstandene Covid-19-Erkrankung schützt wohl nicht auf Dauer vor einer erneuten Infektion.

Wann werden wir in Deutschland flächendeckend geimpft haben?

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) rechnet damit, dass eine Immunisierung von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung notwendig ist, um die Verbreitung von Corona aufzuhalten (wobei wohl auch diejenigen eine gewisse Immunität entwickeln können, welche die Krankheit bereits durchgestanden haben).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten. Erst dann könne sich das Virus nicht mehr gut verbreiten.

Ob Hersteller, Impfzentren und mobile Teams die enormen Anzahlen von Impfungen täglich leisten und auf Dauer durchhalten können, kann man heute nicht absehen. Laut dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission wäre ein Tempo von 100.000 Impfungen täglich eine Herausforderung und auch dann bis Ende 2021 wohl noch nicht vollständig geimpft. Deutschland wird mit seinen 83 Millionen Einwohnern auch mit zugelassenen Impfstoffen noch länger mit Corona zu tun haben.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Gesundheitsminister Jens Spahn und Justizministerin Christine Lambrecht sagen bisher stets, dass es keine Impfpflicht in Deutschland geben soll.

Selbst wenn einmal darüber nachgedacht werden sollte, gehen Juristen davon aus, dass das nur auf Basis schwerwiegender Gründe und bei einer sehr genau bestimmten Personengruppe stattfinden darf. Eine theoretische Möglichkeit sind also z.B. Personen, die im ständigen Kontakt mit Hochrisikogruppen sind.

Kann ich mir einen Impfstoff aussuchen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Anfang Januar öffentlich "im Moment und auch absehbar" auf längere Zeit ausgeschlossen. Es gebe vorerst keine Wahlfreiheit, welcher von verschiedenen Impfstoffen verabreicht wird. Ein Grund seien die derzeit knappen Impfdosen.

Können Anbieter für Zutritt / Dienstleistungen einen Impfnachweis verlangen?

Die Fluglinie Qantas hat im November die Überlegung öffentlich gemacht, nur noch geimpfte Personen an Bord zu nehmen. Es kann durchaus sein, dass Länder Einreisebedingungen so gestalten, dass Sie dort Impfungen vorweisen müssen.

Für den deutschen Staat, also z.B. für Behörden, gilt ein allgemeines Diskriminierungsverbot. Für private Anbieter von Waren und Dienstleistungen aber ist es auch bei uns denkbar, dass diese bestimmte Vorgaben machen und eine Teilnahme an einen Impfnachweis knüpfen. So etwas hat es bisher noch nicht gegeben – und juristisch ist es mindestens aus Datenschutzgründen heikel. Unserer Ansicht nach kann es nicht sein, dass man z.B. seinen Impfausweis vorlegen muss, in dem auch weitere, sensible Daten stehen.

Es wird außerdem sehr darauf ankommen, ob die Maßnahme im konkreten Fall verhältnismäßig ist. Wichtig wäre zum Beispiel, ob Geimpfte für andere nicht mehr ansteckend sind. Bislang ist das noch nicht klar.

Einige Rechtspolitiker haben sich außerdem im Dezember 2020 geäußert und ein mögliches gesetzliches Verbot von Sonderrechten für Menschen mit Corona-Impfung angesprochen.

Unserer Ansicht nach müsste ein Anbieter die Bedingung schon vor dem Vertragsabschluss deutlich kenntlich machen. Wer z.B. Eintrittskarten bereits vor einer solchen Regelung gekauft hat, darf nicht nachträglich ausgeschlossen werden.

Vorsicht vor Betrug

Unangemeldete Corona-Tests an der Haustür oder Impfstoffe zum selber kaufen? Innenministerium und Polizei NRW warnen vor solchen und weiteren Betrugsmaschen. Die Polizei gibt folgende Tipps gegen Betrug:

  • Lassen Sie sich bei einem angeblichen Impfstoffverkäufer nicht auf ein längeres Gespräch am Telefon ein, sondern legen Sie sofort auf.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe. Bei akuter Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.
  • Melden Sie solche Vorfälle Ihrer Polizei. Eine Übersicht über die Internetwachen der Länder finden Sie hier.