Jedes Haus braucht irgendwann eine neue Heizung. Wärmepumpe statt Gas ist dabei eine gute Option: Sie schont das Klima und senkt langfristig Kostenrisiken. Die Anschaffung kostet jedoch viel Geld. Wer sich Angebote für Wärmepumpen einholt, stellt schnell fest, sie unterscheiden sich oft deutlich – bei Preisen ebenso wie bei den enthaltenen Leistungen. Worin die Preisunterschiede genau liegen, ist für Verbraucher:innen schwer zu erkennen und die Angebote sind häufig kaum vergleichbar. Mit einem neuen Beratungsangebot hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale dabei, Wärmepumpenangebote einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Neues Beratungsanbebot: Angebotsvergleich für Wärmepumpen
Seit Herbst 2024 berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale bundesweit Verbraucher:innen zu Angeboten für Wärmepumpen. Bei den Offerten der Fachunternehmen werden nicht nur die Preise verglichen, sondern auch die enthaltenen Leistungen bewertet, die für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpenheizung sinnvoll und notwendig sind.
Auswertungen zeigen: Beratungsbedarf
Über einen Zeitraum von rund 18 Monaten dokumentierte die Energieberatung der Verbraucherzentrale die Ergebnisse aus mehr als 2.000 Wärmepumpenangeboten.
„Erste Erfahrungen aus den Angebotsvergleichen machen deutlich, dass Wärmepumpenangebote für Verbraucherinnen und Verbraucher häufig schwer einzuordnen sind und beim Prüfen Unterstützung benötigen“, sagt Arian Freytag, Fachbereichsleiter von der Energieberatung der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Viele Leistungen und Fachbegriffe, die wichtige Eigenschaften der Wärmepumpe beschreiben, bleiben für Laien unverständlich. Auch die Angebotspreise unterschieden sich in einigen Fällen um bis zu 300 Prozent.
Die Auswertung der 2-28 seitigen Angebote zeigt zudem große Unterschiede bei den angebotenen Leistungen verschiedener Fachfirmen für das selbe Gebäude. „Bereits die vorgeschlagene Wärmeleistung fiel je nach Angebot sehr unterschiedlich aus – mit Abweichungen von mehr als das Doppelte“, berichtet Arian Freytag. „Dabei sollte die notwendige Leistung für ein Gebäude grundsätzlich nachvollziehbar berechnet werden und sich bei mehreren Angeboten in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Wird eine Wärmepumpe zu groß oder zu klein ausgelegt, kann das negative Folgen haben – etwa höhrere Kosten, eine stärkere Beanspruchung der Technik oder eine unzureichende Wärmeversorgung.“
Eine positive Entwicklung zeigte sich: „Erfreulich ist, dass sich die Effizienz moderner Wärmepumpen weiter verbessert“, sagt Freytag. „Die angebotenen Geräte verfügen heute vielfach über bessere Leistungsdaten als noch vor einigen Jahren.“
In der Mehrzahl der ausgewerteten Angebote ist der hydraulische Abgleich enthalten. Diese Maßnahme optimiert und verbessert die Wärmeverteilung im Haus und senkt den Energieverbrauch im Betrieb. Der Anteil der Angebote mit hydraulischem Abgleich nimmt erfreulicherweise zu. In einigen Angeboten blieb jedoch unklar, welche Leistungen Bestandteil des Angebotes sind und welche nicht. Weitere notwendige Arbeiten, die beim Einbau einer neuen Wärmepumpe in der Regel notwendig sind, sind allerdings nicht in allen Angeboten enthalten. Dazu zählen zum Beispiel ein Fundament für die Wärmepumpe oder der Umbau des Zählerplatzes für den Stromzähler. Fehlen diese Leistungen im Angebot, entstehen zusätzliche Kosten. Wer das nicht erkennt, muss mit mehreren Tausend Euro Mehrkosten rechnen.
Empfehlungen von der Energieberatung der Verbraucherzentrale
Verbraucher:innen sollten Angebote für Wärmepumpen sorgfältig prüfen. Wichtig ist, klar zu erkennen, welche Leistungen enthalten sind und welche fehlen. Sind notwendige Arbeiten der Heizungsfirma nicht Teil des Angebots, müssen andere Fachfirmen beauftragt werden. Das betrifft häufig Fundament- und Elektroarbeiten, und erhöht die Gesamtkosten.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale unterstützt dabei, Angebote zu verstehen und zu vergleichen. So lassen sich Kostenrisiken besser einschätzen und Fehlentscheidungen vermeiden.
Fragen zum Thema Angebotsvergleich für Wärmepumpen beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die Beratung findet per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Mehr Informationen zum Beratungsangebot gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/waermepumpen-angebote oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 sowie in unseren Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Kontakt
Arian Freytag,
Leiter Fachbereich Bauen|Wohnen|Energie
Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern
