Am 30. Mai wird jährlich von den Vereinten Nationen der internationale Tag der Kartoffel begangen. Er wurde ins Leben gerufen, um die weltweite Bedeutung der nährstoffreichen und ressourcenschonenden Knolle für die globale Ernährungssicherung zu würdigen. Immer mal wieder hört man in den Medien, dass man gekeimte Kartoffeln nicht mehr essen soll. „Grüne und stark keimende Kartoffeln sollte man tatsächlich nicht mehr essen, da sie giftiges Solanin enthalten“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.
Was ist Solanin?
Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen. Neben vielen ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltsstoffen können Kartoffeln Glykoalkaloide enthalten. Solanin ist ein häufig enthaltener Vertreter dieser Stoffgruppe. Er dient der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern. Der Verzehr von grünen oder keimenden Kartoffeln kann zu Vergiftungen durch die Glykoalkaloide führen.
Wie wirkt es im menschlichen Körper?
Leichte Vergiftungen äußern sich durch Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Bei schweren Vergiftungsfällen können zusätzlich Atem- und Bewusstseinsstörungen auftreten. In Einzelfällen führten die Vergiftungen auch bis zum Tod. Aus den letzten 100 Jahren sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nur wenige Vergiftungsfälle bekannt und dokumentiert. Aufgrund der unspezifischen Symptome könnte nach BfR- Angaben eine nicht unerhebliche Dunkelziffer bestehen.
Wie kann man die Aufnahme möglichst gering halten?
Kartoffeln lagert man am besten kühl, dunkel und trocken. Grüne Stellen und Sprossknospen, sogenannte „Augen“, sollten großzügig entfernt werden. Wenn man Kartoffeln mit Schale essen möchte, sollte man grundsätzlich nur unverletzte, frische Kartoffeln verwenden. Das BfR empfiehlt das Kochwasser von Kartoffeln nicht zu verwenden. Wenn Kartoffeln bitter schmecken, sollte man sie nicht verzehren.
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Antje Degner
Fachbereich Lebensmittel und Ernährung
Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V.