Das grüne Pulver liegt im Trend. Matcha-Tee, Matcha-Latte oder Matcha als Zutat in Smoothies, Superfood-Pulver, Eis, Schokolade oder Müsli. Dem grünen Pulver werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. „Doch man sollte vorsichtig sein, denn unter Umständen kann es sogar gesundheitsschädlich sein“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.
Was ist Matcha?
Bei Matcha (japanisch für "gemahlener Tee") handelt es sich um ein fein gemahlenes grünes Pulver. Es wird aus den grünen, unfermentierten Blättern der Teepflanze Camellia sinensis gewonnen. Die Teepflanzen wachsen nicht unter freiem Himmel, sondern werden mit Matten oder Ähnlichem beschattet. Durch die Beschattung wird in der Teepflanze die Produktion des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll angeregt, sodass die Teeblätter eine intensiv grüne Farbe erhalten. Nach der Ernte werden die Teeblätter getrocknet, von den Blattadern und Stängeln getrennt und zu feinem Pulver vermahlen. Aufgrund der aufwendigen Herstellungsmethode liegt der Preis deutlich höher als der von herkömmlichem Grün-Tee. Im Gegensatz zu grünem Tee wird das Matcha-Pulver mit heißem Wasser verrührt und dann mitverzehrt. Das Pulver wird außer zur Tee-Zubereitung auch zur Aromatisierung von Milchprodukten, Speiseeis, Süßwaren und anderen Lebensmitteln benutzt.
Fördert Matcha die Gesundheit?
Vielfach werden Matcha-Tee neben seiner anregenden Wirkung auch „Superfood-Eigenschaften“ nachgesagt. Angeblich sei er gut fürs Herz und wirke gegen Krebs, auch für einen gesunden Darm und geistige Leistungsfähigkeit soll er sorgen. „Es gibt für alle diese Wirkungen keine wissenschaftlich fundierten Belege. Derartige gesundheitsbezogene Angaben auf Produkten mit Matcha sind nicht zulässig“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Fest steht, dass in Matcha-Tee Koffein enthalten ist, das eine anregende und wachmachende Wirkung hat. Der Begriff Matcha ist lebensmittelrechtlich nicht geschützt. Somit ist nicht definiert, welche Eigenschaften und Herstellungsmerkmale Matcha erfüllen muss und wodurch er sich von herkömmlichem Grün-Tee unterscheidet.
Kann Matcha problematische Stoffe enthalten?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass in Matcha immer wieder Aluminium gefunden wurde. Die Teepflanzen können das Leichtmetall aus dem Boden aufnehmen. Hohe Mengen an Aluminium können langfristig der Gesundheit schaden, unter anderem dem Nervensystem und den Nieren. Auch Blei kann in Matcha enthalten sein. Da Matcha komplett verzehrt wird und nicht nur mit heißem Wasser übergossen wird, wie Grün-Tee, ist besondere Vorsicht geboten.
Fazit
„Gegen den gelegentlichen Genuss von Matcha-Tee spricht nichts. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man nicht mehr als ein Gramm Matcha-Pulver pro Tasse verwenden“, rät Antje Degner. Kinder sollten schon allein aufgrund des Koffeingehaltes gar keinen Matcha zu sich nehmen. Und bei den sogenannten Superfood-Produkten mit oft nur minimalen Matcha-Zusätzen, sollte man sich gut überlegen, ob sie es Einem wert sind, das viele Geld auszugeben. Wissenschaftlich nachgewiesene Wirkungen gibt es für Matcha nicht.
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Antje Degner
Fachbereich Lebensmittel und Ernährung