Was sind eigentlich Microgreens?

Pressemitteilung vom
Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern klärt auf
Kresse mit Erde

Der Frühling ist da und die Gartensaison hat begonnen. Wer keinen Garten hat, kann auch auf der Fensterbank einen „Minigarten“ anlegen. In letzter Zeit liest und hört man häufig von sogenannten Microgreens. Doch was genau ist das überhaupt? Und was sollte man beim Selbstzüchten beachten? „Oberstes Gebot ist eine gute Hygienepraxis und auch von falschen Gesundheitsversprechen sollte man sich nicht täuschen lassen“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. 

Off

Sind Sprossen und Microgreens das Gleiche? 

Beide werden aus Samen von Gemüse oder auch aus Samen von Getreidekörnern gezüchtet. Microgreens, sogenannte Grünkräuter oder auch Mikrogrün genannt, sind die nächste Wachstumsstufe von Sprossen. Sprossen wachsen als Hydrokultur in Wasser.  Das Mikrogrün wächst in Erde oder auf bestimmten Anzuchtmatten. Sprossen werden in der Regel nach zwei bis fünf Tagen geerntet. Man isst sie komplett mit Wurzel und Samen. Microgreens wachsen zwischen sieben und vierzehn Tagen, man schneidet sie fingerbreit über dem Boden ab und isst nur Stängel und Blätter.

Vorsicht vor falschen Gesundheitsversprechen! 

Sowohl Microgreens als auch Sprossen werden als Superfood beworben. Im Internet liest man, dass sie bis zu 40-mal mehr Nährstoffe enthalten sollen, als ausgewachsenes Gemüse. In einigen Online-Shops werden unrealistische Gesundheitsversprechen gemacht. Aussagen, die andeuten, dass Microgreens Krankheiten heilen, lindern oder vorbeugen können, sind generell verboten. Bei der Vermarktung von Microgreens sind Health Claims, sogenannte gesundheitsbezogene Angaben, streng durch die EU-Health-Claims-Verordnung geregelt.  

Ersetzen Microgreens den Verzehr von Gemüse? 

„Nein, sie können den Verzehr von Gemüse nicht vollständig ersetzen“, sagt Antje Degner. Sie sind zwar sehr nährstoffreich, enthalten oft mehr Vitamine als ausgewachsenes Gemüse, bieten jedoch deutlich weniger Ballaststoffe. Diese sind für Sättigung und Verdauung lebensnotwendig, weshalb Microgreens nur als gesunde Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung dienen können. 

Fazit 

Microgreens können eine Ergänzung und Bereicherung des Speiseplans sein. Die kleinen Powerpakete schmecken im Smoothie, auf dem Butterbrot oder auch im Salat. Wer Microgreens selber ziehen möchte, kann mit pflegeleichten Kandidaten wie Radieschen oder Rettich beginnen. Oberstes Gebot ist immer eine gute Hygiene. Die Samen sollten aus dem Fachhandel stammen. „Nachtschattengewächse, wie Tomaten, Paprika und Aubergine sind nicht geeignet, da sie giftiges Solanin enthalten“, sagt Antje Degner.
 

Kontakt
Antje Degner
Fachbereich Lebensmittel und Ernährung

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.