Zum Jahresbeginn sind die Vorsätze meist groß - gesünder Essen, bewusster einkaufen, abnehmen. „Eine Hilfestellung kann hier der Nutri-Score bieten, ein Allheilmittel ist er jedoch nicht“, sagt Antje Degner von Verbraucherzentrale MV. Am 31. Dezember 2025 endete die Übergangsfrist für die Neuberechnung des Nutri-Scores.
Was ist der Nutri-Score?
Der Nutri-Score ist eine fünfstufige Farbskala zur Nährwertkennzeichnung mit einem Farbverlauf von einem dunkelgrünen „A“ bis zu einem dunkelroten „E“. „A“ steht dabei für eine günstige Nährstoffbilanz und „E“ für eine eher ungünstige. Seit Anfang 2020 können Unternehmen das Label in Deutschland freiwillig verwenden.
Wie wird der Nutri-Score berechnet?
Um den Nutri-Score eines Lebensmittels zu berechnen, werden positive Inhaltsstoffe, wie Ballaststoffe, Eiweiße und Obst und negative, wie Fett, Zucker und Salz berücksichtigt. Für die verschiedenen Inhaltsstoffe gibt es Minus- bzw. Pluspunkte, die eine Gesamtpunktzahl ergeben, aus der wiederum die Bewertung auf der Skala von grün bis rot abgeleitet wird.
Was änderte sich bei der Berechnung des Nutri-Scores Endes 2023?
Die Anpassung betraf Milch, Milchgetränke und Pflanzendrinks. Durch die Neuberechnung wurden alle Lebensmittel, die man trinken kann, einheitlich in der Kategorie „Getränke“ bewertet. Neu war auch, dass das Verwenden von Süßungsmitteln in Getränken zu einer schlechteren Bewertung führt. Vorher wurde nur der Zuckergehalt berücksichtigt. „Die Neuberechnung ist am 31. Dezember 2023 in Kraft getreten. Es galt jedoch eine zweijährige Übergangsfrist, diese ist am 31. Dezember 2025 abgelaufen“, sagt Antje Degner. In der Zeit der Übergangsfrist konnte es passieren, dass man zwei gleiche Produkte mit unterschiedlichem Nutri-Scores im Supermarkt finden konnte, was natürlich zur Verbraucherverwirrung führen konnte.
Was sind die Grenzen des Nutri-Scores?
Der Nutri-Score ist nicht dazu gedacht, unverarbeitete Produkte, die aus nur einer Zutat bestehen, zu bewerten. Er ist kein umfassendes Bewertungssystem, da er nicht alle wertgebenden Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Vitamine und Mineralstoffe, berücksichtigt. Auch eventuell nachteilig wirkende Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker werden nicht einbezogen. „Wer genau wissen möchte, was in einem Lebensmittel steckt, dem hilft ein Blick in die Zutatenliste und in die Nährwerttabelle weiter“, rät Antje Degner.
Kontakt
Antje Degner
