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Heizkessel tauschen - so geht's Schritt für Schritt

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Ob Wärmepumpe, Solarthermie oder eine Pelletheizung: der Kesseltausch muss richtig geplant werden. Unsere Tipps helfen Ihnen bei der Umsetzung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Heizungstausch sollte frühzeitig geplant werden: bevor die Heizung kaputt geht!
  • Wichtiger Schritt: Den Zustand der alten Heizung bewerten. Durch Fördergelder lohnt sich ein Austausch auch früher!
  • Die richtige Heizung aussuchen: Das geht sowohl nach ökologischen als auch ökonomischen Kriterien. In jedem Falle sollte Ihre Entscheidung wohl überlegt sein, da Sie sich für etwa 20 Jahre festlegen.
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Heizung austauschen – in 5 Schritten richtig planen

Alte Heizkessel arbeiten meist ineffizient und verbrauchen häufig sehr viel Brennstoff. Eine Heizungsmodernisierung ist daher ökologisch und ökonomisch sinnvoll – in manchen Fällen sogar gesetzlich vorgeschrieben! Außerdem steigt mit dem Alter der Heizung auch das Risiko einer Störung oder eines kompletten Ausfalls.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt den Austausch von Öl- oder Gasheizkesseln, die älter als 30 Jahre sind. Diese Regelung gilt für Ein- und Zweifamilienhäuser bei einem Eigentümerwechsel seit 2002 und bei Mehrfamilienhäusern. Anlagen mit Austauschpflicht, verlieren ihren Anspruch auf Förderung für die Neuanschaffung.

Ab 2021 werden fossile Brennstoffe mit einer CO2-Abgabe belastet, so dass sich die Heizöl- oder Gasrechnung für durchschnittliche Einfamilien-Haushalte um rund 10 % verteuert. Bis 2025 steigt die Belastung auf 20 % der heutigen Brennstoffrechnung.

Es gibt also viele Gründe für eine Heizungssanierung. Damit der reibungslosen Heizungsmodernisierung nichts im Wege steht, hier die wichtigsten Tipps:

1. Ausgangssituation betrachten: Die Heizungsanlage checken (lassen)

Ist ein Austausch Ihrer Heizung notwendig? Eine erste Analyse Ihres Heizkessels kann hilfreich sein. Stellen Sie sich hierzu folgende Fragen:

  • Ist Ihre Heizung älter als 15 Jahre?
  • Sind in der letzten Zeit Störungen aufgetreten?
  • Heizen Sie noch mit einem Heizwertkessel, z.B. einem Konstanttemperatur-Heizkessel?
  • Ist die Leistung des Kessels angemessen?
  • Heizen Sie noch mit Öl?
  • Ist Ihr Jahresverbrauch gestiegen?
  • Fehlt eine witterungs- oder zeitgeführte Heizungsregelung?
  • Ist Ihr Heizungsraum wärmer als 22 Grad?


Informationen zu diesen Fragen finden Sie in Ihrem Schornsteinfegerprotokoll, dem Typenschild auf dem Heizkessel und der Abrechnung von Gas- oder Brennstofflieferung. Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit "Ja" beantworten müssen, kann ein Austausch Ihrer Heizung sinnvoll sein und sollte geplant werden. Denn je schlechter der Zustand Ihrer Heizung ist, desto mehr lohnt es sich auch finanziell für Sie: die hohen Investitionskosten zahlen sich durch geringere Verbrauchskosten meist aus und Sie sparen sich weitere mögliche Wartungs- und Reparaturkosten. Zudem bieten Land und Bund gerade attraktive Förderungen im Bereich Heizungssanierung.

Hilfe bei der Beurteilung des Zustands Ihrer Heizung kann eine unabhängige Energieberatung bieten.

2. Heizung richtig auswählen: Was ist wichtig?

Heute können Sie zwischen vielen verschiedenen Heizungssystemen und Energieträgern wählen. Ganz zentral bei Ihrer Entscheidung: Die neue Heizung sollte zu Ihren Bedürfnissen passen und den jetzigen sowie geplanten Sanierungszustand des Hauses berücksichtigen.

Bei der Planung helfen folgende Fragen:

  • Wollen Sie die neue Heizung nach ökonomischen oder ökologischen Gesichtspunkten auswählen?
  • Wollen Sie beim bisherigen Energieträger bleiben oder einen Wechsel vornehmen?
  • Wie ist der Sanierungszustand Ihres Hauses? Zum Beispiel der Fenster oder Fassade? Planen Sie hierbei in nächster Zeit eine Modernisierung?
  • Wie ist der Zustand der Heiztechnik insgesamt, beispielsweise der Leitungen und Heizflächen?
  • Haben Sie über den Einsatz erneuerbarer Energien nachgedacht?
  • Möchten Sie auch Sonnenenergie – für Strom oder Wärme – nutzen?
  • Läuft die Versorgung mit Warmwasser über die zentrale Heizung oder separat über einen Durchlauferhitzer?
  • Steht ein Lagerraum etwa für Holzpellets zur Verfügung?
  • Ist eine Bohrung oder das Verlegen von Erdkollektoren für eine Wärmepumpe auf dem Grundstück möglich?


Wenn Sie bei Ihrem bisherigen Energieträger Gas bleiben möchten, sind die Anschaffungskosten für eine neue Heizung in der Regel nicht so hoch und lohnen sich schon durch den Umstieg auf die effizientere Brennwerttechnik. Dieser Standard holt die maximale Wärme aus dem Brennstoff heraus, während der CO2-Ausstoß geringer wird. Allerdings wird der reine Austausch einer Gasheizung nicht gefördert – sondern erst, wenn erneuerbare Energien dazu kommen.

Ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien schützt die Umwelt und macht Sie etwas unabhängiger von knapper werdenden (fossilen) Brennstoffen und den steigenden Energiepreisen von Gas und Öl. Die Investitionskosten bei einer Wärmepumpe, Holzpelletheizung oder solarthermischen Anlage sind zwar auf den ersten Blick höher, rechnen sich aber meist durch Förderprogramme und zinsgünstige Darlehen.

Mit der schrittweisen Umstellung der Förderprogramme des Bundes (BAFA, KfW) fällt eine Förderung heizölbasierter Systeme weg. Ein Einbau von Heizöl-Kesseln soll ab 2026 im Regelfall verboten werden. Ausnahmen wird es geben.

Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile aller gängigen Heizsysteme. Nehmen Sie sich für Ihre Entscheidung Zeit und wägen Sie Vor- sowie Nachteile ab, auch mit Blick auf die steigenden CO2-Preise im Rahmen des Klimapakets. Denn die Heizung ist ein Invest für die nächsten 20 Jahre.

3. Heizungsaustausch planen und Angebote einholen: Worauf Sie achten sollten

Haben Sie sich für ein neues Heizsystem entschieden? Holen Sie bei Ihren Heizungsfachbetrieben vor Ort individuelle Angebote ein. Vergleichen Sie die Kosten und Leistungsangebote für die neue Heizung gut und wählen Sie einen seriösen Fachbetrieb für Ihre Heizungsmodernisierung.

Folgende Fragen sollten Sie mit Ihrem Heizungsinstallateur vor dem Austausch klären, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ein guter Betrieb sollte zu allen Fragen ausreichende Informationen geben können – ist das nicht der Fall, holen Sie weitere Angebote ein.

  • Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Kesseltausch?
  • Wie lange müssen Sie bis zur Installation der neuen Heizung warten?
  • Welche Erfahrungen hat der Betrieb mit dem gewünschten Heizsystem?
  • Wer entsorgt die alte Heizungsanlage?


Wir empfehlen die Angebote von einer unabhängigen Energieberatung prüfen zu lassen, insbesondere bei hohen Investitionen in neue Systeme – wie etwa einer Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe. Die Fachleute können die geplante Dimensionierung von Kesselleistung und Speicher überprüfen und Ihnen mögliche Maßnahmen zur Optimierung und Förderprogramme nennen. Entsprechende Beratungsangebote gibt es zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen.

4. Fördermittel und Zuschüsse in Anspruch nehmen

Erneuerbare Energien für Heizung und Warmwasser werden von der Bundesregierung sowohl in bestehenden Gebäuden als auch in Neubauten gefördert. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontolle (BAFA). Insbesondere mit dem Klimapaket der Bundesregierung wurden neue Förderkonditionen beschlossen.

So wurden die Förderprogramme von KfW und BAFA verbessert: Maßnahmen zur Heizungserneuerung werden nun mit bis zu 45 Prozent gefördert. Vor allem der Wechsel vom 
Energieträger Öl hin zu Gas und/oder erneuerbaren Energien wird durch eine zusätzliche Förderung attraktiver.

Neu ist auch die Möglichkeit, Maßnahmen zur energetischen Modernisierung – wie dem Heizkesseltausch – bei der Steuererklärung zu berücksichtigen. Maximal 40.000 Euro Zuschuss sind hier möglich, sofern die Nutzung von erneuerbaren Energien mitgedacht wird.

Die Förderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien ist immer vor Abschluss des Liefer- und/oder Leistungsvertrages (z.B. bei Ihrem Installateur) zu beantragen.

Informieren Sie sich daher frühzeitig über mögliche Förderprogramme, die damit verbundenen Bedingungen und lassen Sie sich unabhängig beraten. 

5. Heizung optimieren: Heizungspumpe, Heizkörper, Rohre und Co. aufeinander abstimmen

Die neue Heizung soll im ganzen Haus für Komfort sorgen und dabei wirtschaftlich arbeiten. Dafür ist es wichtig alle weiteren Heizungskomponenten unter die Lupe zu nehmen und die Heizung zu optimieren: Heizungspumpe, Heizungsrohre, Heizungsregelung, Heizkörper oder Thermostate.

Die Heizung sollte so gesteuert sein, dass sie sich nicht nur der Außentemperatur, sondern auch Ihren Bedürfnissen und persönlichen Tagesabläufen anpasst. Die meisten Heizungsanlagen sind standardmäßig "witterungsgeführt", sodass das System automatisch auf die Außentemperatur reagiert. Moderne Heizungen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, den Kessel mit dem Internet zu verbinden und die Heizung beispielsweise über Wettervorhersagen oder eine App von unterwegs steuern zu lassen.

Dämmen Sie außerdem Ihre Heizungsrohre und Armaturen im Heizungsraum – so vermeiden Sie unnötige Wärmeverluste und sparen Heizkosten.

In den meisten Häusern arbeiten noch alte Heizungspumpen – ein Umtausch lohnt sich: Bei einer neuen, elektronisch geregelten "Hocheffizienzpumpe" sparen Sie bis zu 130 € im Jahr.

Ihre Heizkörper sind unterschiedlich warm oder die Heizung erzeugt Störungsgeräusche? Lassen Sie – durch einen Heizungsfachbetrieb – einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dieser sorgt für eine behagliche und gleichmäßige Wärmeverteilung im ganzen Haus und Sie sparen zusätzliche Heizkosten. Außerdem sorgt der Abgleich für einen wirtschaftlich optimalen Betrieb von Brennwertkessel oder Wärmepumpe.

Und zu guter Letzt: Lassen Sie für einen dauerhaft störungsfreien Betrieb Ihre Heizung regelmäßig warten!