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UV-Behandlung kann für mehr Vitamin D in Lebensmitteln sorgen

Stand:

Mit UV-Licht behandelte Pilze, Bäckerhefe, Milch, Brot und Kleingebäck sind als neuartige Lebensmittel zugelassen und können zu einer besseren Vitamin-D-Versorgung beitragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Behandlung mit ultraviolettem Licht führt bei Pilzen, Bäckerhefe, Milch und Hefe-getriebenem Brot bzw. Kleingebäck zu deutlich erhöhten Vitamin-D2-Gehalten.
  • Die Produkte sind in der Regel zum Verzehr geeignet, mit Ausnahme von Säuglingen bis zu einem Alter von einem Jahr.
  • Eine Überdosierung von Vitamin D aufgrund der Behandlung ist nicht zu befürchten, solange die Produzenten die Höchstgehalte einhalten.
  • Bisher werden in Deutschland nur UV-behandelte Pilze und Bäckerhefe angeboten.
Braune Champignons geschnitten auf dem Tisch
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UV-Licht nutzt die Natur an vielen Stellen für nützliche Prozesse. Auch beim Menschen läuft die körpereigene Bildung von Vitamin D mithilfe der UV-Strahlung der Sonne ab: Eine Vorstufe des Vitamins wird bei Sonnenbestrahlung der Haut in Vitamin D umgewandelt. Der Einsatz von künstlichem UV-Licht ist bei der Herstellung einiger Lebensmittel inzwischen zugelassen – er soll für hochwertigere Produkte sorgen.

Champignons zum Beispiel wachsen in der gewerblichen Zucht meist im Dunkeln auf. Mit künstlichem UV-Licht kann dabei der Vorgang in der freien Natur nachgeahmt werden – und die Pilze enthalten deutlich mehr Vitamin D2 als sonst in der Zucht erreicht wird.

Da die Methode vergleichsweise neu ist, gelten UV-behandelte Produkte als so genanntes "Novel Food". Die Europäische Union hat sie für bestimmte Lebensmittel geprüft und freigegeben. Hersteller müssen festgelegte Grenzwerte einhalten.

Welche gesundheitlichen Risiken haben UV-behandelte Lebensmittel?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt in ihrer wissenschaftlichen Bewertung zu dem Schluss, dass UV-behandelte Lebensmittel ohne Risiko verzehrt werden können. Abgesehen vom deutlich höheren Vitamin-D-Gehalt komme es beispielsweise bei Milch zu keiner weiteren Änderung der Nährstoffzusammensetzung aufgrund der Behandlung.

Die EFSA sieht keinerlei Risiko einer Überdosierung von Vitamin D, solange die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte von den Herstellern eingehalten werden.

Wie läuft die UV-Behandlung ab?

Die Bestrahlung wird mit ultraviolettem Licht maximal 5 Sekunden durchgeführt. Der zulässige Wellenlängenbereich sowie die Strahlungsenergie sind dabei genau festgelegt.

Beim Brot bzw. Kleingebäck wird die Behandlung nach dem Backen durchgeführt, bei der Milch nach der Pasteurisierung. Die UV-Behandlung ist bei Pilzen nur für kommerziell angebaute Champignons (Agaricus bisporus) zugelassen.

Wofür wird die UV-Behandlung angewendet?

Die UV-Behandlung sorgt für einen erhöhten Gehalt an Vitamin D in Pilzen, Bäckerhefe, Milch, Brot und Kleingebäck.

Stiftung Warentest hat im Jahr 2019 die Vitamin-D-Gehalte von Pilzen aus verschiedenen Packungen analysiert und die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass im Vergleich zu gewöhnlichen Zuchtchampignons durchschnittlich 30-mal mehr Vitamin D2 in den UV-behandelten Pilzen enthalten war. Allerdings schwankten die Gehalte stark von Packung zu Packung.

Zuchtchampignons werden normalerweise im Dunkeln kultiviert und daher bilden sie kaum Vitamin D2 – im Gegensatz zu Pilzen, die bei Tageslicht wachsen. Mit der UV-Behandlung wird somit der Vorgang in der freien Natur nachgeahmt.

Weitere Informationen zum Thema Vitamin-D-Bedarf und gesundheitliche Wirkungen finden Sie in unserem Artikel zum Thema: Vitamin D-Produkte – Wann sind sie sinnvoll?