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Zum Schutz der Wälder: Papier sparen, Recyclingpapier nutzen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Durch Essen und Trinken "to go" und den Online-Handel wird Verpackungsmüll immer mehr
  • Was jeder einzelne gegen die Müllflut tun kann
  • Viele Recycling-Papier-Siegel halten nicht, was sie versprechen. Wir helfen mit einer Übersicht.
Ein Kipplader schüttet eine Menge Altpapier aus.
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Der Online-Handel boomt. Berge von Verpackungsmüll sind die Folge, nicht selten kommt das kleine Ersatzteil im riesigen Karton. Immer mehr Lebensmittel sind in einzelnen Portionen vorverpackt und Lebensmittel und Getränke "to go" gibt es an jeder Ecke. Die Folge: Papierverpackungen, die direkt bei uns Verbrauchern anfallen, sind in den letzten 25 Jahren um fast 70 % angestiegen. Wir verwenden doppelt so viele Pizzakartons wie noch im Jahr 2000 und trinken zweieinhalb mal so viel Coffee-to-go in Pappbechern.

Auch wenn wir weniger ausdrucken und mehr digital lesen, verbrauchen wir Deutschen immer noch 250 kg Papier pro Jahr und Kopf. Damit gehören wir weltweit zu den Spitzenreitern hinter Belgien und Luxemburg.

Wie viele Bäume werden für Papier gefällt?

Deutschland ist Europas größter Papierproduzent, es wird zwar viel Altpapier verwendet, aber kaum heimisches Holz. Das bedeutet, dass für unseren immensen Verbrauch Bäume in anderen Ländern gefällt und zu Zellstoff – dem Rohstoff für Papier – verarbeitet werden. Wir importieren große Mengen Zellstoff zur Papierherstellung aus Südamerika und Skandinavien. Ein Drittel kommt allein aus Brasilien, das heißt also: Je mehr Papier wir verbrauchen, desto mehr Bäume werden in Südamerika gefällt. Allein bei Hygienepapieren wie Klopapier, Kosmetiktüchern und Co. ist der Verbrauch in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 25 Prozent gestiegen.

Auch fertige Papierprodukte sind oftmals Importware. Fehlt ein Hinweis auf die Papierqualität, dann ist es leider für Verbraucher nicht erkennbar,  ob beispielsweise ein Buch Tropenholzfasern oder Fasern aus Raubbau enthält.

Selbst aktiv gegen die Müllflut

Wie kann ich echtes Recyclingpapier erkennen?

  • Garantiert umweltfreundlich hergestellt sind Produkte, die das vom Umweltbundesamt vergebene Zeichen "Blauer Engel"   tragen: Diese bestehen zu hundert Prozent aus Altpapier. Sie werden mit einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch sowie weniger Abwasserbelastung produziert als Papierprodukte aus Zellstoff. Auch schädliche Bleich-Chemikalien, optische Aufheller und andere Chemikalien dürfen nicht eingesetzt werden. Der "Blaue Engel" ist auf Bürobedarf, Kopierpapier, Schulheften, Collegeblöcken Toilettenpapier, Papiertaschentüchern, Küchentüchern und Tapeten zu finden.
  • Einige firmeneigene "Umweltzeichen" auf Papieren, die in Geschäften angeboten werden, versprechen ökologisch mehr, als sie halten. Schreibwaren mit den Logos "Aqua Pro Natura", "Weltpark Tropenwald" oder "paper by nature" sind keine Materialien, die aus Altpapier bestehen, sondern werden aus frischen Fasern hergestellt.
  • Holzfrei ist gar nicht holzfrei: Der Aufdruck "Holzfrei" besagt nur, dass keine holzhaltigen Bestandteile im Papier sind. Für diese Papiere werden garantiert nur frische Holzfasern genutzt.
  • Vorsicht ist immer angebracht bei Papieren, bei denen Hinweise auf den eingesetzten Rohstoff und das Bleichmittel fehlen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Papier aus frischem Zellstoff besteht, der aus Urwaldgebieten oder aus illegal geschlagenen Wäldern stammt. Außerdem kann das Papier mit chlorhaltigen Substanzen gebleicht worden sein.

Wie kann ich Verpackungen vermeiden?

Vermeiden Sie Kosmetika oder Zahnpasta (mit Umkartons oder lassen Sie die Verpackungen im Laden. Händler sind verpflichtet, diese Umverpackungen für Sie zu entsorgen ((link))und Sie setzen damit ein Zeichen, dass es sich um überflüssige Verpackungen handelt.

Wie kann ich Müll vermeiden?

  • Ein Online-Händler bietet Mehrweg-Boxen an? Dann kaufen Sie bewusst dort!
  • Wer kein Porzellan zur Grillparty schleppen will: Es gibt auch wiederverwerndbares Kunststoffgeschirr aus Polyproplyen (PP) oder Poyethlyen (PE).
  • Und auch beim Coffe-to-go gibt es immer mehr Pfandmodelle oder Cafés, die selbst mitgebrachte Mehrweg-Becher akzeptieren ((ist Coffee-to-go-again noch aktuell? ja

Wie stoppe ich Werbung in meinem Briefkasten

Gegen Reklamesendungen kann der Aufkleber "Keine Werbung einwerfen" helfen. Adressierte Werbung kann mit dem Vermerk "Annahme verweigert" zurückgeschickt werden. Oder man lässt sich in die so genannte "Robinson-Liste" eintragen.

Wie kann ich Papier sparen im Büro?

Menschen sind bequem, also macht man sich am besten das Papier sparen so bequem wie möglich - auch für die Kollegen. Indem man beispielsweise doppelseitigen Druck (duplex) als Standardeinstellung für den Drucker wählt.

Richtiges Sortieren von Altpapier: Papiertonne, Gelber Sack, Restmülltonne

Wer den eigenen Papierverbrauch reduziert, nur Produkte kauft, die zu hundert Prozent aus recyceltem Papier hergestellt sind, und zudem Altpapier für den Container sammelt, leistet gleich einen dreifach sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz. Damit möglichst viel Altpapier wieder verwertet werden kann, ist eine saubere und "richtige" Trennung wichtig.

Papierverpackungen gehören nur dann in die gelbe Tonne/den gelben Sack, wenn es sich um Verbundverpackungen, wie zum Beispiel Getränkekartons, handelt. Verbundverpackungen sind Papierverpackungen, die mit Kunststoff oder Kunststoff/Metall beschichtet sind. In die Altpapiersammlung hingegen gehören Papierverpackungen wie etwa Packpapier und Eierkartons.

Sammeln Sie möglichst sorgfältig, das erleichtert die Aufbereitung! Entfernen Sie Kunststoffhüllen, Klebestreifen und Aufkleber von Akten". Papiere sollten zudem frei von Schmutz sein.

In die Papiertonne oder den Papiercontainer gehören:

  • Zeitungen/Zeitschriften/Prospekte
  • Schachteln aus Papier, Pappe und Karton (keine Verbundverpackungen)
  • Lebensmittelkartons (keine Verbundverpackungen) wie Cornflakeskartons
  • Papiere, Kartons und Pappen aus Büros und Verwaltungen (möglichst ohne Klebestreifen und Adressaufkleber)
  • Schulmaterial aus Papier
  • Broschüren/Bücher/Kataloge
  • Briefumschläge - auch mit Fenster
  • Unbeschichtetes Geschenkpapier
  • Eierkartons
  • Geschenkkartons
  • Schuhkartons
  • Blumenpapier
  • Brötchentüte/Obstpapiertüte

In die gelbe Tonne/den gelben Sack gehören:

  • Saftkarton
  • Milchkarton
  • Suppentüten
  • alle Verbundverpackungen
  • Einweg-Pappbecher, zum Beispiel Coffee-to-go-Becher

In die Restmülltonne gehören:

  • alle verschmutzten Papiere
  • Hygienepapiere wie Papiertaschentücher, Küchenkrepp
  • Tapetenreste
  • Kohlepapiere, Blaupapier
  • Selbstdurchschreibepapiere
  • Quittungen, Kontoauszüge, Einkaufsbons, Automatenfahrkarten aus Thermopapier wegen der darin enthaltenen Chemikalien
  • Briefumschläge mit Noppenpolster
  • Papiere und Pappen, die mit Kleberesten verunreinigt sind
  • Fotopapier, alte Fotos
  • Beschichtetes Geschenkpapier (Folie)
  • Leder- oder Stoffeinband von Büchern