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Wissen nützt – Wissen schützt

Zum Schutz der Wälder: Papier sparen, Recyclingpapier nutzen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weniger Papier zu benutzen, ist der beste Wald- und Klimaschutz. Wir zeigen Möglichkeiten.
  • Viele Siegel halten nicht, was sie versprechen. Wir helfen mit einer Übersicht.
  • Altpapier ist nicht gleich Altpapier: Wir listen auf, was in die Papiertonne, den gelben Sack und die Restmülltonne gehört.
Ein Kipplader schüttet eine Menge Altpapier aus.
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Immenser Verbrauch

Deutschland ist zwar europaweit größter Hersteller von Papier, aber heimisches Holz wird relativ wenig zu Zellstoff bzw. Papier verarbeitet. Deutschland ist weltweit betrachtet der drittgrößte Importeur von Zellstoff; rund Dreiviertel davon werden eingeführt. Aus Südamerika wird inzwischen mehr Zellstoff importiert als aus Skandinavien. Brasilien ist mit Abstand unser Zellstofflieferant Nummer eins geworden, denn über ein Drittel des Jahresverbrauchs wird aus diesem Land importiert. Insgesamt liefern Brasilien, Uruguay und Chile zusammen 41 Prozent des hiesigen Bedarfs; aus Schweden, Finnland und Norwegen zusammen kommen 30 Prozent. Wie viel Holz für die Herstellung nötig ist, verdeutlicht ein Beispiel: Allein für die Produktion der in Deutschland verbrauchten grafischen Papiere müsste jährlich eine Fläche so groß wie die gesamte Waldfläche des Landes Baden-Württemberg gerodet werden.

Darüber hinaus importiert Deutschland große Mengen fertiger Papierprodukte. Für Verbraucher ist aufgrund fehlender Herkunftskennzeichnung nicht nachvollziehbar, aus welchen Regionen die angebotenen Papiere stammen. Unbeabsichtigt kaufen deshalb deutsche Verbraucher Papier, für das Bäume wertvoller Wälder gefällt wurden. So entdeckte der WWF in zahlreichen Kinderbüchern Tropenholzfasern. Wir informieren über:

Papier sparen

Weniger Papier zu benutzen, ist der beste Wald- und Klimaschutz. Das gilt nicht nur für den eigenen Verbrauch, sondern auch für die Papierflut in Briefkästen und Faxgeräten. Nachfolgend einige Tipps, wie sich der Verbraucher reduzieren lässt:

  • Gegen Reklamesendungen kann der Aufkleber "Keine Werbung einwerfen" helfen.
  • Adressierte Werbung kann mit dem Vermerk "Annahme verweigert" zurückgeschickt werden. Oder man lässt sich in die so genannte "Robinson-Liste" eintragen.
  • Werbung, die aus dem Telefax quillt, ist nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb untersagt. Es sei denn, Verbraucher haben um ein Angebot gebeten. Die Verbraucherzentralen können die Firma abmahnen und auffordern, solche Werbung künftig zu unterlassen.
  • Beim Kauf von Druckern oder Kopierern sollte auf die automatische Duplexfunktion geachtet werden, die doppelseitiges Kopieren / Drucken ermöglicht.
  • Fast in jedem Büro lassen sich unzählige Papierseiten sparen, wenn nicht jede Email ausgedruckt wird oder alle Ausdrucke zumindest doppelseitig oder als Buchdruck sogar vierseitig gedruckt werden.
  • Auf den Kaffee für unterwegs im Pappbecher verzichten, lieber den eignen Becher zum Befüllen mitnehmen. Alles zu diesem Thema.
  • Einseitig bedrucktes Papier kann als Schmierzettel benutzt werden.
  • Zeitungen und Zeitschriften können eventuell gemeinsam mit Mitbewohnern abonniert werden; Bücher können geliehen oder Secondhand gekauft bzw. verkauft werden.

"Echtes" Recyclingpapier kaufen

Papier kann aus Zellstoff, gewonnen aus frischen Holzfasern, oder aus Altpapier hergestellt werden. Recyclingpapier spart nicht nur den Rohstoff Holz ein, sondern auch gegenüber Papier aus frischen Fasern bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Was zugleich bedeutet, dass weniger Schadstoffe in Luft und Wasser gelangen. Die alten Vorurteile gegenüber Recyclingpapier sind übrigens längst widerlegt. So eignet sich das Papier einwandfrei für Drucker und Kopierer, liefert eine gute Bildqualität und hat eine Lebensdauer von mehreren 100 Jahren.

Wer sich in Schreibwarengeschäften oder Büromärkten auf die Suche nach Recyclingpapier für Drucker macht, stellt sich mancherorts einer echten Herausforderung. Umweltfreundlich hergestelltes Papier wird nur selten angeboten. Gebessert hat sich die Situation bei den Schulmaterialien - Heften, Blöcken und Co. - da haben Supermärkte inzwischen wieder ein passables Angebot in den Regalen.

Nach wie vor hält so manches bunte Siegel nicht das, was es verspricht. Denn Herstellerfirmen versuchen gern, sich mit selbst geschaffenen Labeln ein umweltfreundliches Image zu geben.

"Echtes" Recyclingpapier finden

  • Garantiert umweltfreundlich hergestellt sind Produkte, die das vom Umweltbundesamt vergebene Zeichen "Blauer Engel"  blauer Engel tragen: Diese bestehen zu hundert Prozent aus Altpapier. Sie werden mit einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch sowie weniger Abwasserbelastung produziert als Papierprodukte aus Zellstoff. Auch schädliche Bleich-Chemikalien, optische Aufheller und andere Chemikalien dürfen nicht eingesetzt werden.
  • Einige firmeneigene "Umweltzeichen" auf Papieren, die in Geschäften angeboten werden, versprechen ökologisch mehr, als sie halten. Schreibwaren mit den Logos "Aqua Pro Natura", "Weltpark Tropenwald" oder "paper by nature" sind keine Materialien, die aus Altpapier bestehen, sondern werden aus frischen Fasern hergestellt.
  • Holzfrei ist gar nicht holzfrei: Der Aufdruck "Holzfrei" besagt nur, dass keine holzhaltigen Bestandteile im Papier sind. Für diese Papiere werden garantiert nur frische Holzfasern genutzt.
  • Vorsicht ist immer angebracht bei Papieren, bei denen Hinweise auf den eingesetzten Rohstoff und das Bleichmittel fehlen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Papier aus frischem Zellstoff besteht, der aus Urwaldgebieten oder aus illegal geschlagenen Wäldern stammt. Außerdem kann das Papier mit chlorhaltigen Substanzen gebleicht worden sein.
  • Grundsätzlich gilt: Je weniger weiß ein Papier ist, desto geringer waren die Umweltbelastungen bei der Produktion!
  • Qualitativ und oft auch preislich stehen Recyclingpapiere den Frischfaservarianten in nichts nach. Nicht nur Hefte, auch Mal- und Zeichenpapier, Blöcke, Ringbucheinlagen sowie Notizzettel gibt’s im recycelten Angebot. Der "Blaue Engel" ist auch auf Toilettenpapier, Papiertaschentüchern, Küchentüchern und Tapeten zu finden.
  • Das Angebot an Recyclingpapier im Einzelhandel ist immer noch zu gering. Fragen Sie deshalb gezielt im Supermarkt nach und achten Sie auf zuverlässige Gütesiegel!
  • Für Schulhefte aus Recyclingpapier sind Sammelbestellungen beim örtlichen Einzelhandel sinnvoll. Da winkt meist auch noch ein Rabatt

Richtiges Sortieren von Altpapier: Papiertonne, Gelber Sack, Restmülltonne

Wer den eigenen Papierverbrauch reduziert, nur Produkte kauft, die zu hundert Prozent aus recyceltem Papier hergestellt sind, und zudem Altpapier für den Container sammelt, leistet gleich einen dreifach sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz. Damit möglichst viel Altpapier wieder verwertet werden kann, ist eine saubere und "richtige" Trennung wichtig.

Papierverpackungen gehören nur dann in die gelbe Tonne/den gelben Sack, wenn es sich um Verbundverpackungen, wie zum Beispiel Getränkekartons, handelt. Verbundverpackungen sind Papierverpackungen, die mit Kunststoff oder Kunststoff/Metall beschichtet sind. In die Altpapiersammlung hingegen gehören Papierverpackungen wie etwa Packpapier und Eierkartons.

Sammeln Sie möglichst sorgfältig, das erleichtert die Aufbereitung! Entfernen Sie Kunststoffhüllen, Klebestreifen und Aufkleber von Akten". Papiere sollten zudem frei von Schmutz sein.

In die Papiertonne oder den Papiercontainer gehören:

  • Zeitungen/Zeitschriften/Prospekte
  • Schachteln aus Papier, Pappe und Karton (keine Verbundverpackungen)
  • Lebensmittelkartons (keine Verbundverpackungen) wie Cornflakeskartons
  • Papiere, Kartons und Pappen aus Büros und Verwaltungen (möglichst ohne Klebestreifen und Adressaufkleber)
  • Schulmaterial aus Papier
  • Broschüren/Bücher/Kataloge
  • Unbeschichtetes Geschenkpapier
  • Eierkartons
  • Geschenkkartons
  • Schuhkartons
  • Blumenpapier
  • Brötchentüte/Obstpapiertüte

In die gelbe Tonne/den gelben Sack gehören:

  • Saftkarton
  • Milchkarton
  • Suppentüten
  • alle Verbundverpackungen
  • Einweg-Pappbecher, zum Beispiel Coffee-to-go-Becher

In die Restmülltonne gehören:

  • alle verschmutzten Papiere
  • Hygienepapiere wie Papiertaschentücher, Küchenkrepp
  • Tapetenreste
  • Kohlepapiere, Blaupapier
  • Selbstdurchschreibepapiere
  • Quittungen, Kontoauszüge, Einkaufsbons, Automatenfahrkarten aus Thermopapier wegen der darin enthaltenen Chemikalien
  • Briefumschläge mit Noppenpolster oder Folienfenster
  • Papiere und Pappen, die mit Kleberesten verunreinigt sind
  • Fotopapier, alte Fotos
  • Beschichtetes Geschenkpapier (Folie)
  • Leder- oder Stoffeinband von Büchern