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Sonnencreme: Worauf Sie achten sollten

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Sonnencremes können Sonnenbrand vorbeugen. Aber sie schützen nicht unbegrenzt – und auch nicht sicher vor Hautkrebs. Wir geben Tipps, worauf Sie achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hautbedeckende Kleidung und die intensive Strahlung zwischen 11 und 15 Uhr zu vermeiden sind die besten Methoden, sich zu schützen.
  • Sonnencremes kommen erst an dritter Stelle,  sie schützen eine begrenzte Zeit vor Sonnenbrand, aber nicht vor Hautkrebs.
  • Der Lichtschutzfaktor besagt, wie viel länger man nach dem Eincremen ohne Sonnenbrand in der Sonne bleiben kann.
  • Wichtig ist, die Creme dick und lückenlos aufzutragen.
Junger Mann cremt sich am Strand mit Sonnenschutz ein
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Wenn man braun wird, ist das ein Zeichen dafür, dass die Haut versucht, sich gegen die Strahlen zu schützen. Das kann sie – je nach Hauttyp – jedoch nur etwa 5 bis 30 Minuten durchhalten. Danach entsteht die als Sonnenbrand bekannte Hautrötung. Sonnencremes schützen eine Zeit lang davor –  aber nicht vor Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung, da sie noch einen Teil der schädlichen UV-Strahlung durchlassen.

Grundsätzlich gilt also: Meiden Sie die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr. Schatten und luftige, hautbedeckende Kleidung bieten in jedem Fall einen besseren Schutz als sich eingecremt der prallen Sonne auszusetzen.

Mit Hilfe eines Sonnenschutzmittels werden die schädlichen UV-Strahlen teilweise reflektiert oder umgewandelt. Entscheidend ist dabei der Lichtschutzfaktor, kurz LSF. Er gibt an, wie viel länger man in der Sonne bleiben darf, ohne zu "verbrennen".


Ein Beispiel: Die eigene Schutzzeit mit Hilfe des Lichtschutzfaktors zu berechnen ist nicht ganz einfach, weil man dazu seine individuelle Eigenschutzzeit kennen muss. Diese hängt vom eigenen Hauttyp ab. Die Eigenschutzzeit ist die Zeitdauer, die man sich ohne Hautrötung ungeschützt in der Sonne aufhalten kann. Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor ergibt dann die Schutzdauer der Sonnencreme. Würde man ohne Sonnenschutz höchstens zehn Minuten in der Sonne bleiben können und Lichtschutzfaktor 10 verwenden, würde dieser Zeitraum auf mehr als eineinhalb Stunden verlängert (10 Min. x LSF 10 = 100 Min.).

Aber Achtung: Diese theoretisch errechnete Zeit sollte man nie bis zur letzten Sekunde ausnutzen, sondern um etwa ein Drittel verringern. Zu empfehlen sind bei Lichtschutzfaktor 10 und einer Eigenschutzzeit von 10 Minuten also nicht 100 Minuten, sondern etwa 60 Minuten Sonnenbad.

Unsere Tipps zur Wahl des richtigen Sonnenschutzes:

  • Schatten oder hautbedeckende Kleidung, Sonnenhut und Sonnebrille bieten den besten Schutz. 
  • Sonnencreme beugt eine begrenzte Zeitdauer Sonnenbrand vor. Achtung: Dazu muss das Mittel reichlich und lückenlos aufgetragen werden, denn der angegebene Lichtschutzfaktor wird anhand einer dicken Cremeschicht bestimmt.
  • Mehrmaliges Eincremen verlängert die Schutzdauer nicht. Es ist aber sinnvoll, sich etwa alle 2 Stunden erneut einzucremen, um den bestehenden Schutz aufrecht zu erhalten. Ist die empfohlene Zeit abgelaufen, hilft nur eine Sonnenpause, bis die Haut sich wieder erholt hat. Auch wenn auf der Sonnencreme "wasserfest" steht, sollten Sie diese nach dem Baden oder Abtrocknen nochmal neu auftragen.
  • Sonnencremes mit organisch-chemischen Filtern können bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen, ebenso Duft- und Konservierungsstoffe. Einige der zugelassenen UV-Filter stehen außerdem im Verdacht, unser Hormonsystem zu stören. Mineralische Filter hingegen sind in dieser Hinsicht weniger bedenklich, haben aber manchmal den Nachteil, dass man etwas weiß aussieht. Sie werden häufig als winzig kleine Nano-Teilchen eingesetzt. Dann findet man unter "Ingredients" einen entsprechenden Hinweis, z.B. Titanium dioxide (nano). Nanoteilchen sollten nicht in fein versprühbaren Sonnenschutzmitteln enthalten sein, weil bei diesen die Gefahr besteht, die winzigen Partikel einzuatmen. Über die gesunde Haut können nanoteilige Lichtschutzfilter nicht aufgenommen werden. Unklar ist noch, wie sich die Nano-Teilchen auf geschädigter Haut verhalten und inwieweit sie die Umwelt schädigen.
  • In zertifizierten Naturkosmetikprodukten, z. B. mit dem BDIH oder NATRUE-Siegel, sind ausschließlich mineralische Lichtschutzfilter zugelassen. Bei Allergien gegen UV-Filter sind mineralische Lichtschutzfilter die bessere Wahl. Nanoteilchen sind aber auch in Naturkosmetik nicht verboten. Wer sie meiden möchte, muss auf die Inhaltsstoffe schauen. Bei empfindlicher Haut sollte man auch unter den Naturkosmetiksonnencremes nach Produkten ohne Duftstoffe suchen.
  • Einige Lichtschutzfilter sind wegen möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt in der Diskussion. So wies eine amerikanische Studie bestimmte fettlösliche Lichtschutzfilter bzw. deren Abbauprodukte im Blut sowie im Urin der Anwender nach. Andere Untersuchungen an Zellkulturen oder Tieren weisen darauf hin, dass bestimmte Lichtschutzfilter das Hormonsystem stören können. Und die Urlaubsinseln Hawaii und Palau haben die organisch-chemischen UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamate und Benzophenon-3 verboten, weil vermutet wird, dass diese neben der Klima- und Meereserwärmung zur Schädigung von Korallenriffen beitragen können. Als Alternativen werden Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern, die nicht als Nanoteilchen vorliegen, sowie UV-Schutzbadekleidung empfohlen.