Unter Berücksichtigung der gültigen Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sind alle Beratungsstellen weiterhin erreichbar und organisieren eine Beratung für Sie. (Rostock 0381 / 208 70 50 , Schwerin 0385 / 591 81 10 oder Neubrandenburg 0395 / 568 34 10). Nutzen Sie auch den Weg über unsere sichere Online-Beratung.

So kann jeder Plastik im Alltag vermeiden

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ganz auf Plastik verzichten können wir im Alltag sicher nicht.
  • Für viele Gegenstände aus Kunststoff gibt es aber umweltfreundliche Alternativen.
  • Unverpackt oder Mehrweg vermeiden viele Plastikeinwegverpackungen.
  • Aufwändige Geschenkverpackungen kann jeder vermeiden.
  • Verpackungen aus anderen Materialien sind nicht unbedingt besser für die Umwelt. Auch Papier, Glas oder Metall verbrauchen viel Energie und Rohstoffe in der Produktion.
Plastikbesteck und Holzstäbchen stecken in einer Holzkiste
On

Kann ein Laie die verschiedenen Kunststoffe unterscheiden?

RecyclingsymbolKunststoffe sehen sich alle sehr ähnlich und fühlen sich ähnlich an. Deshalb kann ein Laie sie kaum unterscheiden. Auf vielen Produkten und insbesondere auf Verpackungen ist das dreieckige Recyclingsymbol oder das Buchstabenkürzel für den spezifischen Kunststoff vermerkt. Diese Kennzeichnung ist allerdings freiwillig; daher findet sie sich nicht auf allen Verpackungen und Produkten.

Wie lässt sich die Verwendung von Plastik vermeiden?

Da die kurzlebigen Verpackungen aus Plastik ein Drittel des Verbrauchs an Kunststoffen in Deutschland ausmachen, kann jeder beim Einkauf sehr viel dazu beitragen, diese Mengen deutlich zu reduzieren. Beispiele für einen plastikarmen Alltag:

  • Kaufen Sie frische, unverpackte Lebensmittel.
     
  • Nutzen Sie Mehrwegsysteme aus Glas oder auch Kunststoff, wie zum Beispiel Joghurt im Mehrwegglas oder Getränke in Mehrwegflaschen – regional abgefüllt.
     
  • Einwegbesteck aus Plastik sind seit dem 3. Juli 2021 verboten. Das gilt auch für Produkte aus sogenanntem Biokunststoff. Seitdem dürfen nur noch Restbestände verkauft werden. Allerdings sind Einweg-Alternativen aus Bagasse, Palmblättern oder Holz aus ökologischer Sicht nicht besser. Zudem können diese Produkte mit schädlichen Stoffen belastet sein. Party- oder Picknickgeschirr kann aber durchaus aus wiederverwendbarem Kunststoff bestehen. Achten Sie auf PE oder PP, denn diese Kunststoffe kommen ohne gesundheitsgefährdende Weichmacher aus.
     
  • Für den Kaffee unterwegs, aber inzwischen auch für Essen zum Mitnehmen gibt es in er Gastronomie Mehrwegsysteme. Oder fragen Sie, ob Ihr Mehrwegbecher oder -behälter befüllt werden kann.
     
  • Trinken Sie Wasser aus der Leitung statt aus Einmal-Plastikflaschen. Das spart nicht nur Kunststoffmüll ein, sondern auch viel Geld. Nur 0,2 Cent kostet ein Liter Trinkwasser in der Regel. Sehr billiges Mineralwasser ist für ungefähr 20 Cent zu haben; damit ist das Wasser aus der Leitung mindestens 100-mal günstiger als Mineralwasser aus Kunststoffflaschen.
     
  • Viele Produkte sind über Gebühr verpackt. Ratsam ist, sie ebenso zu meiden wie oft angebotene aufwändige Geschenkverpackungen, die häufig auch noch mehr kosten. Devise: Lieber mehr Produkt als Verpackung einkaufen. Schreiben Sie ruhig dem Hersteller, wenn sie mit einer übermäßigen Verpackung unzufrieden sind.
     
  • Wasser im Produkt führt zu unnötigem Verpackungsmüll. Wer beispielsweise Seife statt Flüssigseife oder Duschgel verwendet oder Waschpulverkonzentrat an Stelle von Flüssigwaschmitteln, spart Müll.
     
  • Haushaltswaren oder Schreibtischutensilien aus Plastik können oft ersetzt werden durch ebenso langlebige Produkte aus Metall, Holz, Porzellan oder Glas.
     
  • Um zu verhindern, dass noch mehr Mikroplastik in die Umwelt gelangt, hilft der Griff zu zertifizierter Naturkosmetik oder sorgfältiges Durchlesen der Inhaltsstoffe.

Sind Alternativen immer ökologisch besser?

Leider gibt es nicht für jede Anwendung eine ökologisch bessere oder bequeme Alternative. Plastik einfach durch Papier zu ersetzen, erhöht unseren immer noch hohen Papierkonsum und damit den Druck auf die Wälder weltweit. Außerdem lassen sich verschmutzte To-go-Verpackungen aus Papier schlecht recyceln. Textilien aus konventioneller Baumwolle belasten die Umwelt durch Pestizide und enormen Wasserverbrauch. Die vielen Kunststoffbauteile in Autos haben dazu beigetragen, dass die Autos leichter werden und somit weniger Sprit verbrauchen.

Ein Leben ganz ohne Plastik ist keine Lösung, aber die vielen Wegwerfartikel und Einweg-Verpackungen aus Plastik kann jeder vermeiden.