Was ist ein „Würstchen in Eigenhaut“?

Pressemitteilung vom
Marktcheck der Verbraucherzentrale hat Wurstwaren in Kinderoptik unter die Lupe genommen
mehrere Kinder-Wurstpackungen
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Warum gibt es Wurst für Kinder?

Mit Comicfiguren, Tierbildern und auffälliger Verpackung locken Hersteller ihre kleinen Verbraucherinnen und Verbraucher. Auch wenn Würstchen oft beliebt bei Kindern sind, kann die bunte Aufmachung noch mehr zum Essen verlocken. „Häufig entsteht dann eine Vorliebe für bestimmte Marken und die Kleinen fordern bald regelmäßig ihre Lieblinge ein“ sagt Simone Goetz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Warum ein Marktcheck?

Produkte, die aufgrund ihrer Aufmachung an Kinder gerichtet sind, sollten eine kindgerechte Zusammensetzung aufweisen. Im Marktcheck der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern vom Januar 2026 zu Wurstwaren in Kinderoptik wurde besonders auf den Salzgehalt geschaut. Der ausführliche Marktcheck „Kinderwürstchen: Klein, bunt, aber auch gesund?“ ist auf der Homepage der Verbraucherzentrale M-V zu finden.

Warum gerade Salz?

„Uns ist aufgefallen, dass viele Eltern den Salzgehalt von Kinderprodukten oft nicht so aufmerksam beachten wie den Zucker.“ berichtet Simone Goetz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten Wurstwaren für Kinder nur 1,25 Gramm Salz in 100 Gramm enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass Kinder am Tag maximal drei bis sechs Gramm, jüngere Kinder sogar nur unter drei Gramm verzehren sollten – mit allen Lebensmitteln des Tages! Der Marktcheck hat aber gezeigt, dass Kinderwürstchen oft genauso viel Salz enthalten wie andere Wurstwaren. Die Hälfte der Produkte im Marktcheck enthielt deutlich über 1,25 Gramm in 100 Gramm Wurst. In drei Produkten steckten sogar vier bis 4,5 Gramm Salz. Kindgerecht sieht anders aus.

Worin stecken die kleinen Würstchen?

In den Produkten des Marktchecks war die Wursthülle meist nicht essbar, vor allen Dingen bei Fleischwürstchen.

Der Hinweis zur Wursthülle befindet sich in Verbindung mit der Zutatenliste, meist auf der Rückseite. Eltern sollten gerade kleinen Kindern die Würstchen ohne diese Hülle in die Hand geben. Kinder können die Unterschiede zwischen essbar und nicht essbar oft nicht erkennen.

Aber auch Wursthüllen aus Alginat wurden gefunden, bei Salamiwürstchen. Es handelt sich dabei um essbare Wursthüllen. Alginat ist ein Kohlenhydrat, das aus Braunalgen gewonnen wird. Auch für vegane Ersatzprodukte ist diese Hülle beliebt, da sie rein pflanzlich ist und mitgegessen werden kann.

Was bedeutet „Würstchen in Eigenhaut“?

Einige Würstchen werden in sogenannter „Eigenhaut“ angeboten. Gerade bei Geflügelwürstchen denkt man da schnell an die typische Hühnerhaut. Aber damit hat diese „Haut“ nichts zu tun.

Zu ihrer Herstellung wird die Wurstmasse in einen Cellulosedarm gefüllt. Mit dem Brühen und Räuchern bildet sich an der Oberfläche unter der Hülle eine festere Eiweißschicht. Diese Schicht nennt man in der Branche „Eigenhaut“. Der Kunstdarm wird vor dem Verpacken wieder entfernt. Der Vorteil: Die Würstchen sind so zarter im Biss als beispielsweise Wienerwürstchen.

Unser Tipp:

Achten Sie immer auf den Salzgehalt von Kinderprodukten. Die Nährwerttabelle gibt Ihnen diese wichtige Information.
Nicht jede Wursthülle ist essbar. Für Kinder sind die Unterschiede oft nicht erkennbar. Deshalb lesen Sie aufmerksam die Zutatenliste.

 

Kontakt
Simone Goetz
Fachbereich Lebensmittel und Ernährung
Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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