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Herkunftsangaben

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Vielen Verbrauchern ist wichtig zu wissen, woher die Lebensmittel kommen. Die Herkunftsangaben sind jedoch nicht immer eindeutig.

Auf einem Marktstand liegen Gemüse und Salate aus, ein Schild weist auf regionale Hersteller hin.
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Fleisch

Seit 1. April 2015 ist die Herkunft der wichtigsten Fleischarten etwas transparenter. Auch bei verpacktem Fleisch von Schwein, Geflügel sowie Schafen und Ziegen muss das Etikett seitdem darüber informieren, in welchem Land bzw. Ländern die Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden.

Zuvor waren lediglich für Rindfleisch Herkunftsangaben vorgeschrieben. Im Gegensatz zu Rindfleisch muss bei Schweinefleisch & Co. aber nicht das Geburtsland genannt werden und wenn es nicht verpackt ist – also Fleisch in Bedientheken – darf die Herkunft anders als bei Rindfleisch weiter komplett im Dunkeln bleiben.

Für Hackfleisch gibt es Sonderregelungen: Hier reicht teilweise die Herkunftsinformation, ob die Tiere in oder außerhalb der EU aufgewachsen und geschlachtet wurden.

Für alle Fleischarten einschließlich Rind gilt: Eine Herkunftskennzeichnung ist nur für unverarbeitetes Fleisch und Hackfleisch erforderlich, sobald weitere Zutaten hinzugefügt werden, entfällt die Pflicht zur Information.

Fisch

Bei frischem Fisch, bearbeitetem Fisch (zum Beispiel gefroren, gesalzen oder geräuchert) sowie für Krebs- und Weichtiere muss das Fanggebiet angegeben werden. Je nach Produktionsmethode müssen folgende Angaben gemacht werden:

  • "Gefangen…" (gefolgt vom Fanggebiet)
  • "Aus Binnenfischerei…" (gefolgt von der Angabe des Landes, in dem der Fisch seinen Ursprung hat)
  • "Aus Aquakultur…" oder "gezüchtet…" (gefolgt von der Angabe des Landes, in dem der Fisch seine letzte Entwicklungsphase durchlaufen hat). Findet die Aquakultur in mehreren Mitgliedstaaten oder Drittländern statt, so können entsprechend verschiedene Staaten etikettiert werden.

Insgesamt sind 12 Fanggebiete (FAO-Gebiete) definiert. Sie sind weit gefasst, zum Beispiel Nordostatlantik, FAO-Gebiet Nr. 27. Freiwillig darf der Hersteller präzisere Angaben machen, wie Nordsee oder Biscaya. Hingegen besteht für stärker verarbeitete Erzeugnisse wie panierte oder marinierte Produkte, Fischsalat usw. keine entsprechende Kennzeichnungspflicht. Bei gefrorenem Seelachs "natur" wird auf der Verpackung klar, woher er kommt, nicht aber bei paniertem Seelachsfilet.

Eier

In allen Ländern der Europäischen Union ist eine einheitliche Eierkennzeichnung mit Hinweisen zur Herkunft, Haltung und Frische der Eier vorgeschrieben.

Bei verpackten nach Güte- und Gewichtsklassen sortierten Eiern verrät ein gestempelter Zifferncode (zum Beispiel 0-DE-024572) auf der Schale, woher die Ware kommt. Eine "Null" an erster Stelle gibt die Herkunft aus ökologischer Erzeugung an, eine "Eins" steht für Freilandhaltung, die Ziffer "Zwei" für Boden- und eine "Drei" für Käfighaltung. An nächster Stelle offenbaren Länderkürzel das Herkunftsland - so steht DE für Deutschland oder NL für die Niederlande.

Um die Herkunft vom Verkauf bis zum Stall zurückverfolgen zu können, zeigt der abschließende siebenstellige Zahlencode auf deutschen Eiern das jeweilige Bundesland sowie die entsprechende Betriebs- und Stallnummer an.

Obst und Gemüse

Bei den meisten frischen Obst- und Gemüsearten muss das Ursprungsland angegeben werden, außer bei Früh- und Speisekartoffeln, frischen Bananen, Oliven, Zuckermais, Kokosnüssen, Paranüssen oder Datteln (nicht abschließende Liste). Hier kann der Händler eine freiwillige Kennzeichnung vornehmen.

Honig

Bei Honig muss das Ursprungsland oder die Ursprungsländer, in dem oder denen der Honig erzeugt wurde, angegeben werden. Bei mehr als einem Ursprungsland kann stattdessen jeweils eine der folgenden Angaben gemacht werden:

• "Mischung von Honig aus EU-Ländern",
• "Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern" oder
• "Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern".

Hier sind weder die einzelnen Herkunftsländer noch der Anteil der einzelnen Honige an der Honigmischung erkennbar . Diese Herkunftsangabe ist somit wenig aussagekräftig.

Verarbeitete Lebensmittel

Für verarbeitete Produkte sind keine Angaben zum Herkunftsland vorgeschrieben. So müssen Hersteller von Erdbeer-Konfitüre nicht darüber informieren, wo das Obst geerntet wurde. Über die Herkunft von Milch im Joghurt wird der Kunde ebenfalls im Unklaren gelassen. Häufig bleibt sogar der Hersteller, durch Aufdruck wie "hergestellt für XY (Name der Supermarktkette oder des Discounters)" unbekannt. Gemäß den Vorschriften kann statt des Herstellers der Verpacker oder der Verkäufer angegeben werden.

Regionale Kennzeichen

Bei regionalen Herkunftszeichen der Bundesländer sind die Kriterien für die einzelnen Zeichen unterschiedlich. Die Rohstoffe kommen nicht immer vollständig aus dem genannten Bundesland. Regionale Herkunft lässt sich an solchen Zeichen nicht verlässlich ablesen. Mehr zu regionalen Lebensmitteln.

Geschützte geografische EU-Angaben

  • Geschützte Ursprungsbezeichnung - klare Herkunft
    Das EU-Kennzeichen "geschützte Ursprungsbezeichnung" (g.U.) gibt eindeutig Auskunft über die Herkunft. Die auf EU-Ebene eingetragenen Produkte müssen im festgelegten Gebiet nach bestimmten Kriterien erzeugt, verarbeitet und hergestellt werden. Ein Beispiel ist der Allgäuer Emmentaler oder der Parmaschinken. Dieses Zeichen ist allerdings nur bei sehr wenigen Lebensmitteln zu finden. Welche das sind, erfahren Sie in der DOOR Datenbank für geschützte Produktbezeichnungen der Europäischen Kommission

  • Geschützte geografische Angabe - Aussage unklar
    Die EU-weite Kennzeichnung "g.g.A." bedeutet "geschützte geografische Angabe". Das heißt, dass lediglich eine Stufe der Produktion im genannten Gebiet stattfinden muss. So könnte das Schweinefleisch für die Nürnberger Rostbratwurst aus Dänemark oder den Niederlanden stammen und nur die Wurstherstellung in der Region erfolgen.