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Alu­mi­ni­um in Lebensmitteln kann gesundheitsgefährdend sein

Stand:

Aluminium eignet sich als Sauerstoff- und Feuchtigkeitsbarriere, ist kälte- und hitzebeständig, leicht und wiederverwertbar. Wegen dieser Eigenschaften ist es als Verpackungsmaterial und Küchenhelfer im Haushalt sehr beliebt. Es kann aber auch gesundheitsschädlich sein.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Über Lebensmittel oder Kosmetika kann Aluminium in den Körper gelangen und sich anreichern. Nehmen Sie zu viel Aluminium oder Aluminiumverbindungen auf, kann das Nieren, Leber und Knochen schädigen. Außerdem kann es zu Entwicklungsstörungen führen.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht als maximal tolerierbare Aufnahmemenge pro Woche festgelegt.
  • Halten Sie die Aufnahme von Aluminium so gering wie möglich. Das gelingt vor allem durch den richtigen Umgang mit Gegenständen aus Aluminium und Verzicht auf bestimmte Kosmetika.
Rolle Alufolie
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Lange Zeit galt Aluminium als ungefährlich. Inzwischen ist bekannt, dass sich unter bestimmten Umständen Aluminiumionen aus Verpackungen lösen und ins Lebensmittel wandern können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch hohe Aluminiumaufnahmen für möglich. Eindeutige Zusammenhänge mit bestimmten Erkrankungen konnten bisher nicht sicher nachgewiesen werden. Trotzdem sollten Sie so wenig Aluminium wie möglich aufnehmen.

Aufnahmequellen

Als dritthäufigstes Element der Erdkruste gelangt Aluminium auf natürlichem Weg in Lebensmittel und Trinkwasser. Obwohl es in der Natur meist in gebundener Form vorliegt, wird es durch sauren Regen oder industrielle Einflüsse freigesetzt und gelangt so in Umwelt und Nahrung.

Das BfR hat ermittelt, dass die meisten natürlichen Lebensmittel weniger als 5 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Lebensmittel enthalten. Einige Lebensmittel liefern hingegen deutlich mehr. Demnach nehmen Erwachsene in Deutschland Aluminium vor allem über Instant-Tee-Getränke, Rohkostsalate sowie Mehrkornbrot und -brötchen auf. Die höchsten Aluminiumgehalte wurden unter anderem in Gewürzen, Kakao und kakaohaltige Lebensmittel wie Bitterschokolade, Tee, Muscheln und Ölsaaten gemessen.

Aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe dürfen nach einer EU-Verordnung nur noch eingeschränkt verwendet werden. Aluminium (E173) ist als silbrig glänzender Lebensmittelfarbstoff nur noch für Überzüge von Zuckerwaren, z.B. für die Dekoration von Kuchen und feinen Backwaren, erlaubt. Bei Lebensmitteln in Fertigpackungen muss der Stoff als "Farbstoff E173" oder als "Farbstoff Aluminium" im Zutatenverzeichnis angegeben werden.

Weitere Aluminiumquellen sind Impfstoffe, Arzneimittel, Lippenstifte, Zahnpasten, aluminiumhaltige Antitranspirantien und Lebensmittelbedarfsgegenstände aus Aluminium wie Kochgeschirr, Grillschalen, Trinkflaschen, Backbleche oder Alufolie.

Die Aluminiumaufnahme aus Lebensmittelverpackungen im Handel spielt eine untergeordnete Rolle. Üblicherweise trennt eine Kunststoffbeschichtung das Aluminium vom Inhalt, z.B. bei Getränkedosen, Joghurtdeckeln, Kaffeekapseln oder Schalen mit Fertiggerichten.

Für metallische Gegenstände mit Lebensmittelkontakt gibt es eine Resolution des Europarates. Diese schlägt für Aluminium einen Freisetzungsgrenzwert von 5 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel vor. Resolutionen sind für die Mitgliedsstaaten des Rates aber nur Empfehlungen, keine Gesetze. Die darin angegebenen Grenzwerte sind daher nicht verpflichtend.

Gesundheitliche Risiken

Über Lebensmittel aufgenommenes Aluminium gilt nicht als akut gesundheitsschädlich. Ein Großteil scheiden gesunde Menschen über die Nieren aus. Nicht ausgeschiedenes Aluminium kann sich aber im Laufe des Lebens vor allem im  Skelettsystem ablagern. Einmal im Körper eingelagert, wird es nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Laut BfR kann eine langfristig hohe Aufnahme von Aluminium daher das Nervensystem sowie Nieren, Leber und Knochen schädigen.

Zudem stört Aluminium das Gleichgewicht von Spurenelementen wie Magnesium und Eisen im Körper. Einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Krankheit konnten Wissenschaftler indes bislang nicht eindeutig beweisen. Das Gleiche gilt für die Verwendung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien und der Entstehung von Brustkrebs.

Vorsorglich sollten Sie jedoch möglichst wenig Aluminium aufnehmen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht als maximal tolerierbare Aufnahmemenge pro Woche festgelegt. Das BfR geht davon aus, dass der Großteil der Bevölkerung über Lebensmittel bereits jede Woche etwa 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht aufnimmt. Kommt dann noch Aluminium aus Kosmetika oder Materialien mit Lebensmittelkontakt hinzu, kann die tolerierbare Aufnahmemenge deutlich überschritten werden.

Die gute Nachricht: Sie können selbst Ihre persönliche Aluminiumaufnahme verringern, indem Sie sich abwechslungsreich ernähren und bewusst aluminiumfreie Kosmetika auswählen. Auch der richtige Umgang mit Haushaltsartikeln aus Aluminium ist dabei entscheidend.

Verpflichtende Hinweise zur sicheren Verwendung

Die EU-Verordnung über Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen dürfen, schreibt Hinweise "für eine sichere und sachgemäße Verwendung" vor. Bei Alufolien lautet dieser Hinweis meist: "Aluminiumfolie nicht zum Abdecken von feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln auf Servierplatten oder Schalen aus Metall verwenden. Die Folie kann sich auflösen. Aluminiumfolien dürfen nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen."

Widersprüchliche Ergänzungen wie "An Lebensmittel abgegebene Aluminiumbestandteile sind jedoch nicht gesundheitsschädlich" sind nicht erlaubt. Das hat der Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (ALS) bereits 2015 beschlossen. Internetshops, die Alufolien mit diesem verharmlosenden Satz anboten, wurden daher von den Verbraucherzentralen erfolgreich abgemahnt. Anbieter von Alufolien oder -grillschalen sollten die Sicherheitshinweise so gestalten, dass sie sofort auffallen.

Dies gilt auch für Lebensmittel in Einmalschalen aus Aluminium. Noch immer werden im Einzelhandel küchenfertige Produkte wie tiefgefrorener Fisch in Marinade zum Garen in einer Aluminiumschale angeboten. Auch Fertiggerichte gibt es in Aluschalen, oft zum direkten Erhitzen. Diese Gerichte sind stark gesalzen und enthalten häufig saure Zutaten wie beispielsweise Tomatenmark. Auf den Produkten ist jedoch nur selten der Hinweis für eine sichere und sachgemäße Verwendung zu finden. Für Sie ist dann nicht zu erkennen, ob Aluminiumgegenstände für den Küchengebrauch beschichtet (und somit sicherer) oder unbeschichtet sind. Achten Sie daher auf eindeutige und gut erkennbare Verwendungshinweise.

Tipps für den Umgang im Haushalt

  • Alufolie: Durch stark säure- und salzhaltige Lebensmittel oder Kontakt mit anderen Metallen kann sich Aluminium aus der Folie lösen und ins Lebensmittel übergehen. Saures wie Apfelstücke, Zitronen, Tomaten, Essiggurken und Salziges wie Feta, Salzhering, Wurst und Schinken gehören nicht in Alufolie - weder zur Aufbewahrung noch zur Zubereitung.
     
  • Decken Sie metallische Servierplatten, Kochtöpfe und unbeschichtete Backbleche nicht mit Alufolie ab.
     
  • Bereiten Sie Saures und Salziges nicht in Aluminiumkochgeschirr zu. Verwenden Sie bei Aluminiumblechen im Backofen zumindest Backpapier.
     
  • In Laugengebäck werden immer wieder hohe Aluminiumgehalte festgestellt, begründet durch das Laugen und anschließende Backen auf Aluminiumblechen. Daher gibt es die Empfehlung für Bäckereien, auf Aluminiumbleche zu verzichten. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in Ihrer Bäckerei nach.
     
  • Grillen auf Aluschalen ist vertretbar, um zu verhindern, dass Fett in die Glut tropft und beim Verbrennen krebserregende Stoffe entstehen. Verzichten Sie dabei auf säurehaltige Marinaden und würzen Sie das Fleisch möglichst erst nach dem Grillen.
     
  • Verzichten Sie auf Fertiggerichte oder Mahlzeiten in Aluschalen (z.B. Essen auf Rädern), sofern Hersteller nicht auf eine Beschichtung hinweisen. Aktuelle Studien des BfR zeigen, dass bei der Zubereitung und Warmhaltung von sauren und salzigen Lebensmitteln in  unbeschichteten Aluschalen viel Aluminium freigesetzt wird. Ein Erwachsener könnte bei täglichem Verzehr von 200 Gramm sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluschalen in einer Woche etwa 0,5 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht zusätzlich aufnehmen.
     
  • Reinigen Sie Espressokocher aus Aluminium nicht in der Geschirrspülmaschine. Bereits bei der ersten Benutzung des Kochgeschirrs bildet sich eine Schutzschicht im Inneren, die Übergänge von Aluminium reduziert. Diese Schicht wird jedoch beim Spülen in der Maschine entfernt.


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