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Papier, Karton und Pappe

Stand:

Papier, Karton und Pappe gehören zu den am häufigsten verwendeten Verpackungsmaterialien. Sie werden frisch aus Cellulose- und Ligninfasern des Rohstoffes Holz und zunehmend aus recycelten Papier oder Karton hergestellt. Entsprechend der gewünschten Eigenschaften werden gegebenenfalls Füllstoffe eingesetzt.

Karton mit Stroh gefüllt
Off

Vorteile:

Bei Papier, Karton und Pappe handelt es sich um sehr preiswertes und leichtes Verpackungsmaterial. Es eignet sich jedoch nur für trockene Füllgüter wie Mehl oder Nudeln. Kartonagen für nicht-trockene und fetthaltige Lebensmittel, wie zum Beispiel Pizza- oder Milchkartons, sogenannter Verbundkarton, werden mit einer zusätzlichen Innenbeschichtung versehen. Sie besteht zum Beispiel aus Polyethylen oder Aluminium. Aufgrund der Beschichtung dürfen Verbundmaterialien nicht im Altpapier entsorgt werden.

Sowohl aus Umweltschutz- als auch aus Kostengründen wird Papier heute zu über 70 Prozent recycelt. Ein Großteil aller Kartonagen wird unter Zusatz von Altpapier produziert, auch viele Kartons für Lebensmittelverpackungen bestehen aus Recyclingpapier.

Nachteile:

Papier, Karton und Pappe bilden unbeschichtet keine Barriere gegenüber Feuchtigkeit oder Sauerstoff.

Recycelte Kartonagen enthalten zudem meist unerwünschte Stoffe. Dazu zählen beispielsweise Mineralölbestandteile in Druckfarben von Zeitungen oder Bisphenol A aus Kassenbons. Da diese Chemikalien wasserlöslich sind und gut an Papierfasern haften, können sie das Altpapier verunreinigen. Auch neue Papierprodukte oder Druckverfahren, die nicht auf ihren Einfluss auf die Recyclingkreisläufe geprüft sind, stellen ein Problem dar.

Nicht nur der Einsatz von Altpapier für Verpackungen mit direktem Lebensmittelkontakt, wie bei Cerealien oder Reis, ist dadurch gefährdet. Lebensmittel in Recycling-Kartons waren bei einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft am Ende ihres Mindesthaltbarkeitsdatums deutlich mit Mineralölkohlenwasserstoffen, Weichmachern und Druckfarbenbestandteilen belastet. Über 250 potentiell migrierende Substanzen wurden in Recyclingkartons nachgewiesen.

Die Einführung einer Kunststoffbarriere als Innenverpackung oder die Beschichtung der Kartons gelten als Möglichkeit, die Migration auf ein unbedenkliches Maß zu reduzieren und sind in der Praxis bereits vielfach anzutreffen. Der Entwurf der sogenannten Mineralölverordnung sieht Regelungen für den Übergang von Mineralöl aus Lebensmittelverpackungen, die unter Verwendung von Recycling-Papier hergestellt wurden, auf Lebensmittel vor. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen dadurch besser vor gesundheitlich nachteiligen Wirkungen dieser Stoffe geschützt werden. Als Verbraucherzentralen kritisieren wir insbesondere, dass die geplante Verordnung die Umkartons nicht einschließt und seit 2011 nicht über das Entwurfsstadium hinausgekommen ist.

Lebensmittelverpackungen werden zu Informations- und Werbezwecken umfangreich bedruckt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Druckfarben gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten, die zum Teil krebserzeugende und erbgutschädigende Eigenschaften aufweisen. Zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor möglichen Gesundheitsgefahren im Verkehr mit bedruckten Lebensmittelbedarfsgegenständen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft daher einen Verordnungsentwurf auf den Weg gebracht, der u.a. eine Positivliste der Stoffe vorsieht, die bei einer solchen Bedruckung verwendet werden dürfen: die sogenannte Druckfarbenverordnung. Der aktuelle Entwurf  ist inzwischen bei der EU-Kommission notifiziert worden.

 

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