Fitness-Studios: Wer umzieht, muss trotzdem zahlen

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Wer einen langfristigen Vertrag mit einem Fitness-Studio hat und berufsbedingt umziehen muss, hat kein außerordentliches Kündigungsrecht. Das hat der BGH entschieden.

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Wer langfristige Verträge mit einem Fitness-Studio abschließt, um Geld zu sparen, muss auch das damit verbundene Risiko tragen: Einem Zeitsoldaten, der geklagt hatte, weil er trotz seines berufsbedingten Umzugs weiterhin an das Fitness-Studio zahlen sollte, gab das Gericht nicht recht.

Wichtige Gründe, aus denen solch ein "Dauerschuldverhältnis" gekündigt werden kann, lägen beispielsweise bei einer schweren Erkrankung vor, die die Nutzung des Studios unmöglich mache. Ebenso könne eine Schwangerschaft ein solcher wichtiger Grund sein. Die Gründe für einen Umzug - egal ob privat oder berufsbedingt, lägen in aller Regel jedoch allein in der Sphäre des Kunden und seien von ihm beeinflussbar, urteilte das Gericht.

Bei langfristigen Verträgen trägt damit der Kunde das Risiko, die vereinbarten Leistungen wegen einer Veränderung seiner persönlichen Verhältnisse nicht mehr nutzen zu können.

In dem aktuellen Fall (Aktenzeichen: XII ZR 62/15) hatte ein Zeitsoldat einen Zweijahresvertrag mit einem Fitness-Studio in Hannover abgeschlossen, der sich jeweils drei Monate vor Laufzeitende um ein Jahr verlängerte, falls nicht gekündigt wurde. Der Soldat kündigte den Vertrag zehn Monate vor dem Laufzeitende, nachdem er erst nach Köln, dann nach Kiel und später nach Rostock versetzt wurde.

Das Fitness-Studio verlor den Prozess zunächst vor dem Amtsgericht. Das Landgericht gab ihm dann Recht und der BGH entschied die Revision nun auch zugunsten des Unternehmens.

Da es sich bei der strittigen Summe um insgesamt etwa 720 Euro handelte, sah das Gericht auch keine unzumutbar hohen Kosten, die eine Kündigung unter Umständen doch hätten rechtfertigen können.

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