Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für gesündere Ernährungsumgebungen ein
Verbraucherzentrale MV hat an bundesweiten Empfehlungen zu gesünderen Lebensmitteln, zur Gemeinschaftsverpflegung und zu pflanzlichen Proteinquellen mitgewirkt

Eine gesunde Ernährung darf nicht vom Geldbeutel, Wohnort oder Zufall abhängen. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hat gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband und weiteren Verbänden an drei aktuellen Positionspapieren mitgewirkt. Die Empfehlungen zeigen, wie Politik die Rahmenbedingungen für eine gesündere, nachhaltigere und bezahlbare Ernährung verbessern kann. Ziel ist es, Ernährungsumgebungen zu schaffen, die Verbraucherinnen und Verbraucher bei einer ausgewogenen Ernährung unterstützen – von der Produktzusammensetzung über die Gemeinschaftsverpflegung bis hin zu pflanzlichen Proteinangeboten.
„Gesunde Ernährung ist keine rein individuelle Entscheidung. Verbraucherinnen und Verbraucher werden täglich durch ihr Umfeld beeinflusst – durch das Angebot in Supermärkten, Kantinen, Schulen und Kitas sowie durch die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Lebensmitteln. Deshalb braucht es politische Rahmenbedingungen, die gesunde Entscheidungen einfacher machen“, erklärt Nora Röder vom Fachbereich Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.
Gesunde Lebensmittel müssen die einfache Wahl sein
Die Verbände ziehen eine kritische Bilanz der seit 2018 laufenden Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Trotz einzelner Fortschritte enthalten viele verarbeitete Lebensmittel weiterhin zu viel Zucker, Fett und Salz. Die Verbände fordern deshalb verbindliche Reduktionsziele, damit Hersteller stärker in die Verantwortung genommen werden und gesündere Produkte flächendeckend verfügbar werden.
„Wer sich gesund ernähren möchte, sollte dabei nicht gegen das Lebensmittelangebot ankämpfen müssen. Die Politik muss die Voraussetzungen schaffen, damit Hersteller den Gehalt an Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln wirksam senken“, erklärt Nora Röder.
Gemeinschaftsverpflegung stärkt Gesundheit und Ernährungsbildung
Täglich essen Millionen Menschen in Deutschland in Kitas, Schulen, Betrieben, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Gemeinschaftsverpflegung bietet damit einen wichtigen Hebel für Gesundheitsförderung, Chancengleichheit und Ernährungsbildung. Die Verbände fordern eine flächendeckende Verpflegung nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie langfristig eine beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung.
„Gemeinschaftsverpflegung ist weit mehr als die Ausgabe von Mahlzeiten. Kitas und Schulen sind wichtige Lernorte, an denen Kinder und Jugendliche praktische Erfahrungen mit gesunder Ernährung sammeln können. Gute Verpflegung und Ernährungsbildung gehören deshalb untrennbar zusammen“, so Nora Röder.
Pflanzliche Proteinquellen stärken
Auch die Förderung pflanzlicher Proteinquellen ist ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem. Pflanzliche Milch- und Fleischalternativen sowie Hülsenfrüchte gewinnen für viele Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend an Bedeutung. Die Verbände empfehlen deshalb politische Maßnahmen, die den Zugang zu pflanzlichen Proteinquellen erleichtern und deren Attraktivität steigern. Dazu gehören unter anderem steuerliche Anreize und eine stärkere Förderung entsprechender Angebote.
Auch Mecklenburg-Vorpommern ist gefragt
Viele der Empfehlungen richten sich an die Bundespolitik. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern erwartet auch von der Landespolitik, sich auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen einer gesunden Ernährung einzusetzen. Dazu gehören verbindliche Reduktionsziele für Zucker, Fett und Salz, die Stärkung der Gemeinschaftsverpflegung sowie faire Rahmenbedingungen für pflanzliche Proteinquellen. „Eine gesunde Ernährung zu fördern, bedeutet mehr, als nur auf individuelle Verantwortung zu setzen. Jetzt braucht es politische Entscheidungen, die Verbraucherinnen und Verbraucher konkret unterstützen. Mecklenburg-Vorpommern sollte diese Anliegen auf Bundesebene aktiv begleiten und unterstützen“, erklärt Nora Röder.
Weiterführende Informationen
- Positionspapier „Die gesunde Wahl zur leichten machen“
- Positionspapier „Gemeinschaftsverpflegung: gesünder essen mit System“
- Positionspapier „Pflanzenproteine: von der Nische zur Normalität“
Kontakt
Nora Röder
Fachbereich Lebensmittel und Ernährung
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