Unter Berücksichtigung der gültigen Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sind alle Beratungsstellen weiterhin telefonisch erreichbar und organisieren eine Beratung für Sie. (HRO 0381 / 208 70 50, SN 0385 / 591 81 10 und NB 0395 / 568 34 10). Nutzen Sie auch den Weg über unsere sichere E-Mail-Beratung.

Telefonrechnung prüfen: So reklamieren Sie falsche Abrechnungen

Stand:

Was tun, wenn die Telefonrechnung nicht stimmt? Wir zeigen, wie Sie die Rechnung Ihres Netzbetreibers prüfen und falsche Beträge reklamieren.

Das Wichtigste In Kürze:

  • Auch wenn Sie mehrere Telefonanbieter nutzen, bekommen Sie meist nur eine Telefonrechnung.
  • Es ist festgeschrieben, welche Informationen Sie in der Gesamt-Telefonrechnung finden können müssen. Beträgt die Mindestvertragslaufzeit mehr als 1 Monat, müssen mehr Angaben aufgeführt sein.
  • Sind Sie mit Ihrer Telefonrechnung nicht einverstanden, können Sie die falschen Forderung schriftlich und innerhalb von 8 Wochen, nachdem Sie die Rechnung erhalten haben, reklamieren. Am besten per Einschreiben. Rechnungsbeträge, die Sie nicht reklamieren, müssen Sie fristgerecht zahlen, damit der Anbieter Sie nicht anmahnt.
Frau versteht Schreiben nicht
Off

Pflichtangaben: Was muss auf der Telefonrechnung stehen?

Auch wenn Sie mehrere Telefonanbieter nutzen, bekommen Sie meist nur eine Telefonrechnung. Haben Sie Ihren Anschluss beispielsweise bei der Telekom Deutschland GmbH hat, finden Sie in deren Rechnung neben der Telekom-eigenen Forderung auch die Rechnungsbeträge anderer Gesellschaften, wie beispielsweise Call-by-Call-Anbieter oder Betreiber von Mehrwertdiensten. In dieser Gesamt-Telefonrechnung müssen folgende Punkte aufgeführt sein:

  • Die konkrete Bezeichnung der in Rechnung gestellten Leistungen.
  • Die Gesamthöhe der Entgelte, die auf jeden Anbieter entfallen. Um die Rechnung nachvollziehen zu können, müssen in einer Gesamtübersicht die Rechnungspositionen der anderen Anbieter nach Einzelprodukten ausgewiesen werden. Die Preise der einzelnen Verbindungen sind aber in der Rechnung nicht zu nennen. Dies geschieht erst im Einzelverbindungsnachweis, den der Kunde allerdings eigens beantragen muss.
  • Die einzelnen Anbieter mit Namen, ladungsfähiger Anschrift und kostenfreier Kundendienstrufnummer.
  • Der Hinweis, dass der Kunde gegen die einzelnen in Rechnung gestellten Forderungen begründete Einwendungen erheben kann.


Sofern die Mindestvertragslaufzeit mehr als 1 Monat beträgt, müssen Sie zusätzlich folgende Informationen in Ihrer Telefonrechnung finden können:

  • das Datum des Vertragsbeginns
  • den aktuellen Zeitpunkt des Endes der Mindestvertragslaufzeit
  • die Kündigungsfrist und den letzten Kalendertag, an dem Ihre Kündigung eingehen muss, um eine Vertragsverlängerung zu verhindern
  • einen Hinweis auf die Informationen zum generellen Ablauf des Anbierterwechsels auf der Internetseite der Bundesnetzagentur


Läuft Ihr Vertrag nur 1 Monat oder kürzer, sind diese Informationen nicht verpflichtend. 

Mahnung stiftet oft Verwirrung

Ihr Anbieter, z.B. die Telekom Deutschland GmbH, leitet die fremden Rechnungsbeträge unter Umständen an die anderen Gesellschaften weiter, sobald Sie als Kunde die Rechnung beglichen haben. Wird nicht pünktlich gezahlt, mahnt dann Ihr Anbieter jedoch nur dessen eigene Forderungen. Die Beträge für die anderen Telefongesellschaften muss er dann nicht eintreiben. 

Das heißt: Verbraucher, die nach der wiederholten Zahlungsaufforderung versehentlich nur die Telekombeiträge bezahlen, werden von den Call-by-Call-Anbietern möglicherweise separat angemahnt. Zahlt der Kunde dagegen den gesamten Betrag verspätet, muss die Telekom Deutschland GmbH die fremden Forderungen an die einzelnen Anbieter weiterleiten.
Damit es nicht so weit kommt, muss der Rechnungsbetrag innerhalb einer bestimmten Frist (bei der Telekom Deutschland GmbH innerhalb von 10 Tagen) dem Konto des Anbieters gutgeschrieben sein. 

Wichtig: Die Frist beginnt in der Regel erst, wenn die Rechnung in Ihrem Briefkasten oder etwa Email-Postfach liegt. Und das muss Ihr Anbieter im Streitfall beweisen.

Begleichen Sie korrekte Forderungen rechtzeitig oder lassen Sie die Telefonentgelte per Lastschrift von Ihrem Konto abbuchen.

Die Telefonrechnung richtig reklamieren

Sind Sie mit Ihrer Telefonrechnung nicht einverstanden ist, sollten Sie diese umgehend beanstanden und dabei folgende Punkte beachten:

  1. Einwendungen gegen bestimmte Rechnungsposten sollten Sie sowohl gegenüber dem Anbieter erheben, dessen Forderung Sie reklamieren, als auch zusätzlich gegenüber Ihrem eigentlichen Anbieter, in unserem Beispiel der Telekom. Sind Sie zum Beispiel mit bestimmten Call-by-Call-Entgelten nicht einverstanden, müssen Sie die Einwendung also an den Call-by-Call-Anbieter richten, der die Forderung geltend macht und am besten zusätzlich an Ihren eigentlichen Anbieter, etwa die Telekom.
     
  2. Reklamieren Sie innerhalb von 8 Wochen, nachdem Sie die Rechnung erhalten haben. Generell gilt aber: Je früher Sie tätig werden, desto besser. Denn wenn Sie die Einwendungsfrist verpassen, trifft den Anbieter nicht mehr die Nachweispflicht für die einzelnen Verbindungen.
     
  3. Reklamieren Sie die Rechnung und fordern Sie gleichzeitig einen Einzelentgeltnachweis (EEN) sowie die technische Prüfung an.
     
  4. Einige Netzbetreiber akzeptieren nur schriftliche Beschwerden.Unabhängig davon sollten Sie schon im eigenen Interesse Einwände immer schriftlich und möglichst per Einschreiben mit Rückschein oder als Einwurfeinschreiben erheben. Nur so haben Sie im Streitfall handfeste Beweise.
     
  5. Um eine Sperre Ihres Anschlusses zu vermeiden und die Überprüfung zu erleichtern, begründen Sie Ihre Einwendung.
     
  6. Rechnungsbeträge, die Sie nicht reklamieren, müssen Sie fristgerecht zahlen, damit der Anbieter Sie nicht anmahnt.
     
  7. Wollen Sie nur einen Teil der Rechnung zahlen, weil Sie zum Beispiel mit dem Betrag eines Call-by-Call-Anbieters nicht einverstanden sind, informieren Sie immer auch Ihren Rechnungsersteller - in unserem Beispiel die Telekom Deutschland GmbH. Eine Mitteilung, welche Position bei welchem Anbieter Sie nicht bezahlen wollen, reicht aus. Ohne diese Angabe würde der gezahlte Teilbetrag auf alle Telefonanbieter gleichmäßig verteilt. Sie hätten dann alle Forderungen nur teilweise beglichen und müssten damit rechnen, von allen Anbietern eine Mahnung zu bekommen.
     
  8. Zahlen Sie die unstrittigen Teilbeträge lieber sofort. So vermeiden Sie weitere Unannehmlichkeiten. Falls Sie der Telefongesellschaft eine Einzugsermächtigung erteilt haben, können Sie der Lastschriftabbuchung durch die Bank widersprechen und den unbeanstandeten Teil überweisen.

Damit Sie zukünftig immer alles im Blick haben können Sie bei Ihrem Anbieter einen Einzelverbindungsnachweis beantragen. Das geht formlos per Brief oder E-Mail - oft auch online im Kundencenter.

Wer muss was beweisen?

Wenn Sie Ihre Telefonrechnung beanstanden, muss der Netzbetreiber nachweisen, dass die Verbindungen richtig berechnet wurden und die technischen Einrichtungen für die Ermittlung der Verbindungsentgelte fehlerfrei funktionierten. Dazu wird dieser in der Regel die Verbindungsdaten in einem Einzelentgeltnachweis (EEN) aufschlüsseln und seine technischen Anlagen überprüfen. Das Ergebnis der Prüfung muss er dem Kunden nur auf Verlangen vorlegen.

Wegen der Beweisnachteile sollten Sie bei Vertragsschluss keinesfalls der sofortigen Löschung Ihrer Verbindungsdaten zustimmen. Besser ist es, die Daten auch nach Rechnungsversand ungekürzt speichern zu lassen. Geben Sie sich bei der technischen Prüfung nicht mit einer nichts sagenden Zertifizierungsbescheinigung zufrieden, sondern bestehen Sie auf ein kostenloses Prüfprotokoll. Solange Ihnen der Netzbetreiber keines vorlegt, brauchen Sie die Rechnung nicht zu zahlen.

Ergibt die Prüfung Mängel, wird zu Gunsten des Kunden vermutet, dass der Rechnungsposten falsch ist. Sind dagegen technische Prüfung und EVN in Ordnung, müssen Sie darlegen, dass die Rechnung dennoch nicht korrekt ist. Der bloße Hinweis auf die eigene Abwesenheit genügt insbesondere dann nicht, wenn das Telefon für Familienmitglieder, Untermieter oder Nachbarn zugänglich war. Nur wer nachweislich mit allen Mitteln versucht hat, den Zugang zu seinem Telefon zu verhindern, muss für Telefonverbindungen Dritter nicht aufkommen. So haben Kunden bei einem Telefonmissbrauch durch einen Einbrecher in der Regel gute Karten.

Brauchen Sie Hilfe mit Ihrer Telefonrechnung?

Lassen Sie sich bei Fragen zu Ihrer Telefonrechnung von der Verbraucherzentrale beraten .

Für Einwendungen gegen eine Telefonrechnung können Sie hier einen vorgefertigten Musterbrief herunterladen.